Ukraine, Russland

Selenskyj: AKWs produzieren nach Angriffen weniger Strom

07.02.2026 - 17:02:40 | dpa.de

Russische Raketen- und Drohnenangriffe legen wichtige Energieanlagen in der Westukraine lahm. Selenskyj fordert eine globale Antwort. Wie hart trifft es die Ukraine mitten im Winter?

Neuerliche russische Angriffe auf westukrainische Energieanlagen erfordern laut Selenskyj eine harte Reaktion der Weltgemeinschaft. (Archivbild) - Bild: -/Press Service Of The President Of Ukraine/AP/dpa
Neuerliche russische Angriffe auf westukrainische Energieanlagen erfordern laut Selenskyj eine harte Reaktion der Weltgemeinschaft. (Archivbild) - Bild: -/Press Service Of The President Of Ukraine/AP/dpa

Infolge heftiger russischer Raketenangriffe auf wichtige Umspannwerke und Hochspannungsleitungen produzieren ukrainische Atomkraftwerke weniger Strom. «Ein Reaktor schaltete sich automatisch ab. Das ist ein Niveau von Angriffen, das sich kein Terrorist der Welt erlaubt», sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Im Interesse der Sicherheit der Region müsse Russland die Reaktion der «ganzen Welt» darauf spüren, verlangte Selenskyj. 

Am Samstagmorgen hatte das russische Militär Energieanlagen in der Ukraine mit Kampfdrohnen und Raketen angegriffen. Unter den Zielen waren Berichten zufolge auch das Umspannwerk «Westukraine» im Gebiet Lwiw sowie westukrainische Wärmekraftwerke. Bereits bestehende Probleme bei der Versorgung mit Strom, Wasser und Wärme in dem kriegsgeplagten Land wurden dadurch bei herrschendem Frostwetter noch verstärkt. 

Großes westukrainisches Wärmekraftwerk komplett ausgefallen

In der Hauptstadt Kiew verschlechterte sich die Situation nach den Angriffen vom Morgen noch einmal. Für einen großen Teil der Hauptstädter gebe es nur zwei Stunden Strom am Tag, teilte der Stromversorger DTEK am Abend bei Telegram mit. Infolge der russischen Angriffe habe die Ukraine einen «bedeutenden Teil der verfügbaren Elektroenergie» verloren, hieß es.

Im westukrainischen Gebiet Iwano-Frankiwsk ist das für die Region wichtige und zu DTEK gehörende Wärmekraftwerk Burschtyn nach russischen Angriffen mit Kalibr-Raketen und Kampfdrohnen komplett ausgefallen. «Wir haben gerade keine Heizung, kein Warmwasser und kein Wasser», sagte der Bürgermeister der Kraftwerksstadt, Wassyl Andrijeschyn, bei Facebook. Die Lage im Kraftwerk sei «sehr schwierig» und müsse erst untersucht werden. Er stellte jedoch eine Wiederherstellung der Wasser- und der Fernwärmeversorgung innerhalb von 48 Stunden in Aussicht.

In der Region musste der örtliche Versorger nach dem Ausfall des Kraftwerks zu längeren Stromsperren übergehen. Viele Abnehmer haben demnach nur etwa vier bis fünf Stunden Strom am Tag. Es kommt zu Ausfällen bei der Wasserversorgung. Das Wärmekraftwerk in Burschtyn ist mit zwölf Blöcken und einer Gesamtleistung von etwa 2.400 Megawatt eines der größten der Ukraine.

Ukrainische Raketenangriffe auf russische Grenzregion Brjansk

Im russischen Grenzgebiet Brjansk hat indes die ukrainische Armee mit nach russischen Angaben weitreichenden Raketen des Typs «Neptun» und US-amerikanischen Himars Ziele angegriffen. In sieben Gemeinden seien Schäden an der Fernwärme- und Energieversorgung verursacht worden, teilte Gouverneuer Alexander Bogomas bei Telegram mit. Zudem seien zwei Menschen verletzt worden. Auch im benachbarten Gebiet Belgorod gibt es nach Behördenangaben weiter Probleme bei der Stromversorgung nach ukrainischem Beschuss.

Die Ukraine wehrt sich seit fast vier Jahren gegen eine russische Invasion und greift in ihrem Abwehrkrieg auch regelmäßig Ziele auf russischem Staatsgebiet an.

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