Künstliche Intelligenz: Bundesregierung lehnt „Superintelligenz“ ab
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 14:08 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDie Bundesregierung will am Begriff „Künstliche Intelligenz“ festhalten und lehnt eine neue Bezeichnung als „Superintelligenz“ für die öffentliche Kommunikation ab. Regierungssprecher Stefan Kornelius sagte am Mittwoch der dts Nachrichtenagentur, die deutsche Öffentlichkeit sei mit dem bisherigen Begriff vertraut.
US-Präsident Donald Trump hatte am Vortag in seiner Rede bei der UN-Generaldebatte angekündigt, Künstliche Intelligenz künftig als „Superintelligenz“ zu bezeichnen.
Regierung sieht keinen Bedarf für neue Bezeichnung
„Die deutsche Öffentlichkeit ist mit künstlicher Intelligenz vertraut“, sagte Kornelius. Deshalb brauche es keine „neue Begrifflichkeit“.
Die Bundesregierung reagierte damit auf Trumps Vorstoß, der die internationale Debatte über die Entwicklung und Bedeutung von KI auch sprachlich neu ausrichten will.
Berlin unterstützt Gespräche über Iran-Abkommen
In seiner Rede bei den Vereinten Nationen ging Trump außerdem ausführlich auf den Iran-Krieg ein. Kornelius begrüßte grundsätzlich, dass in New York Gespräche und Treffen stattfinden.
„Soweit es tatsächlich ernsthafte Bemühungen um ein Abkommen mit dem Iran gibt, wird es auch unsere Unterstützung finden“, sagte der Regierungssprecher. Die Bundesregierung knüpft ihre Unterstützung damit an konkrete diplomatische Bemühungen um eine Vereinbarung.
Die Reaktion der Bundesregierung fällt in eine Phase, in der Künstliche Intelligenz bei den Vereinten Nationen sowohl als wirtschaftliche Schlüsseltechnologie als auch als sicherheitspolitisches Risiko diskutiert wird. Deutschland gehört zu den Staaten, die verbindliche Sicherheitsregeln für besonders leistungsfähige KI-Modelle unterstützen.
Die unterschiedliche Wortwahl markiert dabei mehr als eine Stilfrage. Der Begriff „Künstliche Intelligenz“ ist im deutschen Sprachraum etabliert und umfasst bereits heutige Anwendungen von Sprachmodellen bis zu automatisierten Entscheidungssystemen. „Superintelligenz“ bezeichnet dagegen ein deutlich weitergehendes Konzept für Systeme, die menschliche Fähigkeiten in vielen oder allen Bereichen übertreffen.
Begriff und politische Bedeutung
Für die öffentliche Kommunikation ist die Abgrenzung relevant, weil Begriffe Erwartungen und politische Prioritäten prägen. Eine dramatischere Bezeichnung kann die Debatte über Chancen und Risiken verschieben, ersetzt aber keine Regeln für Entwicklung, Tests, Haftung und menschliche Kontrolle.
Parallel zur KI-Debatte bleibt der Iran-Krieg ein zentraler Schwerpunkt der UN-Generaldebatte. Gespräche in New York können diplomatische Kontakte ermöglichen; ihre politische Bedeutung hängt jedoch davon ab, ob daraus belastbare Schritte zu einem Abkommen entstehen. Die Bundesregierung signalisiert dafür Unterstützung, ohne ein konkretes Ergebnis vorwegzunehmen.
Folgen für Deutschland
Für Bürger und Unternehmen stehen damit zwei Ebenen nebeneinander: die verständliche Einordnung einer schnell wachsenden Technologie und die internationale Suche nach Sicherheitsstandards. Die deutsche Position setzt auf Kontinuität beim etablierten Begriff und auf eine Regulierung, die Risiken begrenzt, ohne die technische Entwicklung allein durch neue Bezeichnungen zu bewerten.
