Nordkorea feuert Raketen 900 Kilometer Richtung Japanisches Meer
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 05:06 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Nordkoreas Abschüsse über das Japanische Meer
- Die Raketen starteten aus dem Gebiet um die nordkoreanische Hauptstadt Pjöngjang.
- Die Geschosse legten nach südkoreanischen Angaben rund 900 Kilometer zurück.
- Nach japanischen Angaben schlugen sie außerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone Japans ein.
Nordkorea hat nach Angaben aus Südkorea und Japan erneut mehrere ballistische Raketen abgefeuert.
Start nahe Pjöngjang
Die Geschosse seien aus dem Gebiet um die Hauptstadt Pjöngjang gestartet und in Richtung Japanisches Meer geflogen, berichtete Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf den Generalstab.
Der japanische Fernsehsender NHK meldete unter Berufung auf Regierungskreise, die Raketen seien außerhalb der japanischen ausschließlichen Wirtschaftszone niedergegangen.
Raketentyp zunächst unbekannt
Nähere Angaben zu den Raketentypen lagen zunächst nicht vor. Aus Nordkorea gab es zunächst keine Stellungnahme zu dem Test. Der Hintergrund des Abschusses blieb damit offen.
Spannungen nach südkoreanischem Test
Die Lage auf der koreanischen Halbinsel hatte sich bereits vor dem jüngsten Abschuss verschärft. Südkorea testete am vergangenen Donnerstag erstmals einen Hyperschallgleiter.
Nach Angaben der südkoreanischen Regierung ermöglicht ein solches System überraschende Präzisionsangriffe. Kurz zuvor waren an der schwer befestigten Grenze drei südkoreanische Soldaten durch eine Mine verletzt worden. Seoul vermutete eine nordkoreanische Landmine, Pjöngjang wies diese Darstellung zurück.
Weitere Tests im September und Oktober
Der jüngste Start reiht sich in mehrere Abschüsse der vergangenen Wochen ein. Am 3. Oktober feuerte Nordkorea eine Rakete aus der Gegend der Hafenstadt Wonsan ab.
Bereits am 20. September hatte das Land mindestens eine ballistische Rakete getestet, die ins Japanische Meer stürzte. Nordkorea erprobt regelmäßig ballistische Raketen, um nach Einschätzung von Fachleuten seine militärischen Fähigkeiten auszubauen und Stärke zu demonstrieren.
Der Start verstößt grundsätzlich gegen mehrere Resolutionen des UN-Sicherheitsrats, die Nordkorea den Abschuss ballistischer Raketen untersagen.
Raketen als Signal der Abschreckung
Ballistische Raketentests gehören seit Jahren zu Nordkoreas militärischer und politischer Strategie. Sie dienen dazu, technische Fähigkeiten zu erproben, die eigene Abschreckung sichtbar zu machen und Druck auf Südkorea, Japan und die USA auszuüben. Der Abschuss aus dem Raum Pjöngjang und die Flugstrecke von rund 900 Kilometern ordnen den Vorgang in diese wiederkehrende Praxis ein.
Für Südkorea erhält der Test zusätzliches Gewicht, weil Seoul kurz zuvor einen Hyperschallgleiter erprobt hatte. Solche Tests können eine gegenseitige Reaktionsspirale verstärken: Militärische Demonstrationen der einen Seite werden von der anderen Seite als Begründung für eigene Übungen und neue Waffensysteme angeführt. Die angespannte Lage an der innerkoreanischen Grenze bildet dabei einen weiteren Belastungsfaktor.
Bedeutung für Japan und die Region
Dass die Geschosse außerhalb der japanischen ausschließlichen Wirtschaftszone niedergegangen sein sollen, begrenzt zunächst die unmittelbaren Auswirkungen auf japanisches Hoheitsgebiet. Dennoch betreffen solche Starts die regionale Sicherheitslage, weil Japan, Südkorea und die USA ihre Frühwarnung und militärische Zusammenarbeit eng aufeinander abstimmen.
Für die weitere Entwicklung kommt es darauf an, ob Pjöngjang den Test politisch kommentiert, weitere Starts folgen und wie Seoul, Tokio und Washington reagieren. Der Vorgang erhöht den diplomatischen Druck, ohne dass sich daraus allein bereits eine konkrete militärische Eskalation ableiten lässt.

