Nordkorea feuert erneut Geschoss ins Japanische Meer
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 02:37 Uhr | dpa, AD HOC NEWSNordkoreas jüngste Raketentests
- Nordkorea feuerte in den Morgenstunden ein Geschoss in Richtung des Japanischen Meeres ab.
- Der südkoreanische Generalstab untersucht noch Projektiltyp und Flugreichweite.
- Seit der Vorwoche testete Nordkorea zwei Raketentypen und startete rund zehn Kurzstreckenraketen.
Nordkorea feuert erneut Geschoss ins Japanische Meer
Nordkorea hat nach Angaben des südkoreanischen Militärs in den Morgenstunden erneut ein Geschoss in Richtung des Japanischen Meeres abgefeuert. Die Art des Projektils und seine Flugreichweite werden noch untersucht.
Der Start reiht sich in eine Serie nordkoreanischer Waffentests ein. Zugleich weist Pjöngjang mögliche Gespräche mit den USA vorerst zurück.
Südkorea prüft die technischen Details
Der südkoreanische Generalstab teilte mit, dass die Einzelheiten des Abschusses noch ausgewertet würden. Unklar ist damit zunächst, ob es sich um eine ballistische Rakete, einen Marschflugkörper oder ein anderes Geschoss handelt.
Nordkorea hatte seit der Vorwoche zwei Raketentypen getestet: einen Marschflugkörper sowie eine ballistische Rakete mit einem Streusprengkopf. Am vergangenen Donnerstag feuerte das Land zudem rund zehn ballistische Kurzstreckenraketen in Richtung des Japanischen Meeres ab.
UN-Beschlüsse verbieten ballistische Starts
Nordkorea ist durch Beschlüsse des UN-Sicherheitsrats untersagt, ballistische Raketen jeglicher Reichweite zu starten. Die wiederholten Tests verschärfen damit die Spannungen in der Region und erhöhen den Druck auf Südkorea, Japan und die USA.
Kim Yo Jong lehnt US-Gespräche vorerst ab
Am selben Morgen wies Kim Yo Jong, die einflussreiche Schwester von Machthaber Kim Jong Un, mögliche Gespräche mit den USA zunächst zurück. Solange Washington an seiner aus Sicht Pjöngjangs „feindseligen Politik“ festhalte, gebe es keinen Anlass für persönliche Treffen, erklärte sie laut nordkoreanischen Staatsmedien.
Gleichzeitig betonte Kim Yo Jong, Dialog gehöre grundsätzlich zu den Möglichkeiten, Frieden zu sichern. Voraussetzung sei jedoch, dass Gespräche auch den nationalen Interessen Nordkoreas dienten.
Spekulationen über Treffen in Shenzhen
US-Präsident Donald Trump hatte mehrfach öffentlich den Wunsch geäußert, sich noch in diesem Jahr mit Kim Jong Un zu treffen. Spekulationen beziehen sich auf Trumps China-Besuch in gut zwei Wochen am Rande des Apec-Gipfels in Shenzhen.
Die meisten Experten halten ein Treffen dort jedoch für unwahrscheinlich. Die jüngsten Raketenaktivitäten und die ablehnende Erklärung Kim Yo Jongs stehen einer kurzfristigen Annäherung zusätzlich entgegen.
Der erneute Abschuss fällt in eine Phase erhöhter militärischer Aktivität Nordkoreas. Innerhalb kurzer Zeit testete das Land nach Angaben der dpa sowohl einen Marschflugkörper als auch eine ballistische Rakete mit Streusprengkopf und feuerte zudem rund zehn ballistische Kurzstreckenraketen ab.
Ballistische Raketenstarts verstoßen unabhängig von ihrer Reichweite gegen entsprechende Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. Für Südkorea und Japan sind solche Tests wegen der kurzen Vorwarnzeiten besonders relevant. Die genaue Einordnung des jüngsten Geschosses hängt deshalb von Flugbahn, Reichweite und Antrieb ab.
Militärische Signale und politische Botschaften
Die Tests dienen zugleich militärischen und politischen Zielen. Pjöngjang kann damit seine Fähigkeiten demonstrieren, die Reaktionsfähigkeit der Nachbarstaaten prüfen und Druck auf Washington und Seoul ausüben. Die wiederholten Starts erschweren zudem Bemühungen um eine Entspannung auf der koreanischen Halbinsel.
Kim Yo Jongs Absage an Gespräche mit den USA verbindet die aktuelle Konfrontation mit einer diplomatischen Bedingung: Dialog bleibt grundsätzlich möglich, soll aus nordkoreanischer Sicht aber den eigenen nationalen Interessen dienen. Damit hält Pjöngjang Gesprächsbereitschaft als Option offen, ohne derzeit konkrete Verhandlungen anzukündigen.
Treffen zwischen Trump und Kim bleibt offen
Donald Trumps Wunsch nach einem weiteren Treffen mit Kim Jong Un trifft damit auf eine ausdrücklich ablehnende Position Nordkoreas. Spekulationen über ein Treffen am Rande des Apec-Gipfels in Shenzhen sind laut dpa unter Experten bislang wenig wahrscheinlich. Für die weitere Entwicklung kommt es vor allem darauf an, ob Nordkorea zusätzliche Tests vornimmt oder die Signale in Richtung Dialog verstärkt.
