USA, Iran

US-Kampfjet abgeschossen - Verhandlungslösung nicht in Sicht

03.04.2026 - 17:50:00 | dpa.de

Neue Angriffe, keine Annäherung: Während die USA nach vermissten Piloten suchen, bleibt die Hoffnung auf Frieden im Iran-Krieg vage.

  • Die Angriffe der USA und Israels auf den Iran dauern an. - Bild: Vahid Salemi/AP/dpa
    Die Angriffe der USA und Israels auf den Iran dauern an. - Bild: Vahid Salemi/AP/dpa
  • Die Blockade der Straße von Hormus setzt die Ölversorgung weltweit unter Druck. - Bild: -/kyodo/dpa
    Die Blockade der Straße von Hormus setzt die Ölversorgung weltweit unter Druck. - Bild: -/kyodo/dpa
  • Weiterhin schlagen regelmäßig Raketen aus dem Iran in Israel ein. - Bild: Itai Ron/dpa
    Weiterhin schlagen regelmäßig Raketen aus dem Iran in Israel ein. - Bild: Itai Ron/dpa
Die Angriffe der USA und Israels auf den Iran dauern an. - Bild: Vahid Salemi/AP/dpa Die Blockade der Straße von Hormus setzt die Ölversorgung weltweit unter Druck. - Bild: -/kyodo/dpa Weiterhin schlagen regelmäßig Raketen aus dem Iran in Israel ein. - Bild: Itai Ron/dpa

Fünf Wochen nach Start des Iran-Kriegs dauern die gegenseitigen Angriffe unvermindert an. Die US-Regierung bestätigte nach übereinstimmenden Medienberichten, dass am Freitag ein Kampfflugzeug über dem Iran abgeschossen wurde. Eines der beiden Besatzungsmitglieder konnte demnach wenig später von Spezialkräften gerettet werden. 

Es wäre demnach der erste Verlust eines US-Kampfflugzeuges durch feindlichen Beschuss seit Kriegsbeginn Ende Februar. Laut dem Portal «Axios», das sich auf einen israelischen Beamten und eine zweite mit der Lage vertraute Quelle berief, wurde nach dem zweiten Besatzungsmitglied gesucht. 

Belohnung in Aussicht gestellt

Irans Streitkräfte hatten den Abschuss eines Kampfjets vom Typ F-35 gemeldet. Er sei im zentralen Luftraum durch ein neues fortschrittliches Verteidigungssystem getroffen worden, hieß es in einer Erklärung der Revolutionsgarden. US-Medien hingegen berichteten, dass es sich um eine Maschine des Typs F-15E handelt.

Die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim berichtete am frühen Abend (Ortszeit) von Recherchen ihrer lokalen Reporter, dass US-Kräfte nach der Besatzung suchten – mit mehreren Black-Hawk-Hubschraubern, einer Hercules C-130 sowie Aufklärungsdrohnen.

Im staatlichen iranischen Rundfunk rief eine Moderatorin die Bewohner der südlichen Provinz Kohgiluje und Bojer Ahmad auf, die feindlichen Piloten aufzuspüren und stellte eine Belohnung in Aussicht.

Verhandlungslösung nicht in Sicht

Eine Verhandlungslösung zur Beendigung des Kriegs ist ungeachtet heftiger Drohungen von US-Präsident Donald Trump weiter nicht in Sicht. Der Iran sollte sich auf einen Deal einlassen, bevor es zu spät sei und nichts mehr übrig bleibe von dem Land, drohte Trump in der Nacht zum Freitag nach der Bombardierung einer wichtigen Autobahnbrücke bei Teheran am Donnerstag. 

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu kündigte am Freitagnachmittag weitere gemeinsame Angriffe mit den USA unter anderem auf die Infrastruktur des Iran an. «Zusammen mit unseren amerikanischen Freunden zerschlagen wir weiterhin das Terrorregime im Iran. Wir schalten Kommandeure aus, bombardieren Brücken, bombardieren Infrastruktur», sagte Netanjahu in einem von seinem Büro verbreiteten Video bei einer Lagebeurteilung.

Trump betonte: «Die neue Führung des Regimes weiß, was getan werden muss.» Und das müsse schnell geschehen, sagte Trump - wohl mit Blick auf eine erhoffte Verhandlungslösung. In Teheran erschütterte am Nachmittag dann eine neue Angriffswelle die Millionenmetropole. Augenzeugen berichteten von Explosionen.

Trump setzt die iranische Führung mit seinen Drohungen unter Zeitdruck, gleichzeitig kündigte er an, den Krieg in zwei bis drei Wochen beenden zu wollen. Ein mögliches Kriegsende ohne Verhandlungslösung und Zugeständnisse dürfte die Führung der Islamischen Republik - ungeachtet massiver Schäden und vieler Opfer im Land - als großen Sieg feiern.

Schnelles Kriegsende nicht in Sicht

Gemeinsam mit Israel hatten die USA den Iran Ende Februar angegriffen. Seitdem wurden Dutzende führende Vertreter aus Militär und Politik getötet, darunter auch Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei. Der Iran reagierte mit Raketenangriffen auf Israel und arabische Staaten am Golf. In der Straße von Hormus brachte das iranische Militär die Schifffahrt mit Attacken und Drohungen nahezu zum Erliegen, was die Ölpreise in die Höhe schnellen ließ. 

Israel griff nach Angaben eines Militärsprechers Dutzende Ziele des Raketenprogramms im Iran sowie im Libanon an. Zudem sei der Kommandeur der ballistischen Raketeneinheit in der Region Kermanschah gezielt getötet worden. Außerdem teilte Israels Armee am Morgen mit, sie habe rund 15 Mitglieder der libanesischen Hisbollah-Miliz bei einem Luftangriff im Südlibanon getötet. Diese hätten einen Raketenangriff auf Israel geplant.

Israel weiter unter Beschuss

Israel wurde unterdessen erneut mit Raketen beschossen. Im Norden des Landes gab es am Vormittag nach Einschlägen in der Gegend der Stadt Haifa infolge eines iranischen Angriffs Schäden an Gebäuden und Autos, wie israelische Medien berichteten. Iranischen Informationen zufolge wurden Militärziele in Israel beschossen. Die iranischen Angaben lassen sich nicht unabhängig verifizieren. Schäden an Militäranlagen und im Rüstungsbereich unterliegen in Israel der Zensur.

Auch die Golfstaaten meldeten weitere mutmaßlich iranische Attacken. Die Vereinigten Arabischen Emirate und Jordanien berichteten von Verletzten, während in Kuwait Einsatzkräfte bemüht waren, den Betrieb einer Entsalzungsanlage fortzuführen.

Mehr Schiffe passieren Straße von Hormus

In der vom Iran weitgehend blockierten Straße von Hormus nahm die Zahl der Schiffspassagen unterdessen zuletzt etwas zu. Nach einem Bericht der Datenfirma Windward fuhren am Mittwoch 16 Frachter durch die Meerenge, am Vortag waren es elf Schiffe. Die Zahl der Durchfahrten beträgt aber noch immer nur einen Bruchteil des Verkehrs vor Kriegsbeginn. Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi hatte am Donnerstag einen neuen Mechanismus in Aussicht gestellt, der den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus regeln soll.

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