Iran, USA

Iran: USA müssen weitere Angriffe ausschließen

30.06.2025 - 02:43:52

Nach den US-Angriffen schienen Atomverhandlungen des Iran mit den USA in weite Ferne gerückt zu sein. Nun mehren sich Signale der Bereitschaft Teherans - unter Bedingungen.

Der Iran macht eine Wiederaufnahme der Gespräche mit den USA über sein Atomprogramm von einem Verzicht Washingtons auf weitere Angriffe abhängig. Die USA müssten weitere Angriffe auf den Iran ausschließen, wenn sie die diplomatischen Gespräche wieder aufnehmen wollen, sagte Irans stellvertretender Außenminister Madschid Tacht-Rawantschi dem britischen Sender BBC. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump habe über Vermittler mitgeteilt, dass sie zu Verhandlungen zurückkehren wolle, aber «keine klare Position» zur «sehr wichtigen Frage» weiterer Angriffe bezogen.

Trump hatte beim Nato-Gipfel neue Gespräche mit dem Iran für diese Woche angekündigt, allerdings keine Details genannt. Er hatte kürzlich die extrem gesicherten iranischen Atomanlagen angreifen lassen. Auf die Frage, ob er Irans Atomanlagen erneut bombardieren lassen würde, falls es wieder Sorgen über Teherans Urananreicherung gebe, sagte Trump am Freitag: «Sicher, ohne Frage, absolut.» Der Iran dürfe keine Atomwaffen haben. Die jüngsten Angriffe hätten das Atomprogramm um Jahre zurückgeworfen, bekräftigte Trump.

Der Iran werde darauf bestehen, Uran für friedliche Zwecke anreichern zu dürfen, sagte Tacht-Rawantschi der BBC und wies Vorwürfe zurück, der Iran arbeite heimlich an der Entwicklung einer Atombombe. Sein Land sei «vom Zugang zu nuklearem Material» für sein Forschungsprogramm ausgeschlossen worden. «Über das Niveau kann man reden, über die Kapazität kann man reden, aber zu sagen, dass ihr keine Anreicherung haben dürft, null Anreicherung, und wenn ihr nicht einverstanden seid, werden wir euch bombardieren – das ist das Gesetz des Dschungels», sagte der stellvertretende iranische Außenminister.

Verhandlungsbereitschaft hatte zuvor auch der iranische UN-Botschafter Amir Saeid Iravani signalisiert: Im Fall einer Einigung sei der Iran bereit, unter bestimmten Bedingungen seine Vorräte an 60- und 20-prozentig angereichertem Uran in ein anderes Land zu überstellen, zitierte ihn die Nachrichtenseite Al-Monitor am Donnerstag. Das stelle keine rote Linie dar. Alternativ könne das Uran unter Aufsicht der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA im Iran gelagert werden. Nicht aufgeben wolle man aber das Recht auf inländische Produktion von Uran - was die USA ablehnen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Claren: Europa und USA geht es nicht um iranisches Volk Die deutsch-iranische Menschenrechtsaktivistin Mariam Claren ist angesichts der massiven Tötungswelle im Iran seit der vergangenen Woche schwer enttäuscht von Deutschland, Europa und den USA.Die Nachrichten, die tröpfchenweise aus dem Iran durchdrängen, ließen die schlimmsten Befürchtungen wahr werden. (Ausland, 24.01.2026 - 13:56) weiterlesen...

USA: Öl-Sanktionen wegen Vorgehen gegen Protestler im Iran Die USA wollen mit neuen Sanktionen die iranische Führung nach dem brutalen Vorgehen gegen Protestierende unter Druck setzen. (Boerse, 23.01.2026 - 20:18) weiterlesen...

USA: Öl-Sanktionen wegen Vorgehen gegen Protestler im Iran. Die neuen Sanktionen drehen sich um den Ölhandel. Die USA wollen Irans Führung finanziell schwächen und den Druck nach dem brutalen Niederschlagen der Proteste in dem Land erhöhen. (Ausland, 23.01.2026 - 20:04) weiterlesen...

Trump: Riesige Flotte ist auf dem Weg Richtung Iran. Nun äußert sich auch Trump dazu. Schon in der vergangenen Woche wurde publik, dass die USA angesichts der Spannungen mit Iran Militär nach Nahost verlegen. (Ausland, 23.01.2026 - 00:10) weiterlesen...

Schah-Sohn Pahlavi kündigt Rückkehr in den Iran an Reza Pahlavi, der Sohn des 1979 gestürzten Schahs, hat aus seinem Exil in den USA seine Rückkehr in den Iran angekündigt. (Boerse, 18.01.2026 - 20:14) weiterlesen...

Irans Präsident: Bei Angriff auf Chamenei umfassender Krieg. An der Wirtschaftskrise im Land sind wieder andere schuld. Irans Präsident Peseschkian droht den USA mit den Folgen, die ein Angriff auf den obersten Führer des Landes, Ajatollah Chamenei, auslöst. (Ausland, 18.01.2026 - 17:17) weiterlesen...