Iran, USA

Trump dringt auf Machtwechsel im Iran

17.01.2026 - 21:43:06 | dpa.de

Nach den Massenprotesten im Iran verschärft sich der Ton zwischen Trump und Chamenei. Der iranische Führer macht den US-Präsidenten für die Demonstrationen verantwortlich. Trump kontert.

Trump ist für einen Regimewechsel im Iran. (Archivbild) - Foto: Evan Vucci/AP/dpa
Trump ist für einen Regimewechsel im Iran. (Archivbild) - Foto: Evan Vucci/AP/dpa

In einer Reaktion auf Vorwürfe der iranischen Staatsspitze hat US-Präsident Donald Trump sich für einen Regierungswechsel im Iran ausgesprochen. «Es ist Zeit, nach einer neuen Führung im Iran zu suchen», sagte Trump dem Nachrichtenportal «Politico». Die Machthaber in Teheran stützten ihre Herrschaft auf Unterdrückung und Gewalt.

Irans oberster Führer Ali Chamenei hatte Trump zuvor für die landesweiten Massenproteste in seinem Land verantwortlich gemacht. Vor Anhängern in Teheran sagte der Ajatollah, Trump habe persönlich in die Unruhen eingegriffen und die «Aufständischen» ermutigt, weiterzumachen und keine Angst zu haben.

Der Iran betrachte den Präsidenten der Vereinigten Staaten als «Verbrecher», sowohl «wegen der Opfer als auch wegen der entstandenen Schäden und wegen der Verleumdung, die dem iranischen Volk zugefügt wurde», sagte Chamenei laut der staatlichen Rundfunkagentur Iribnews. Amerika müsse dafür zur Verantwortung gezogen werden.

Trump macht Chamenei verantwortlich für beispiellose Gewalt

Trump entgegnete mit Blick auf Chamenei: «Womit er sich schuldig gemacht hat, als Anführer eines Landes, ist die vollständige Zerstörung des Landes und die Anwendung von Gewalt in einem Ausmaß, das es noch nie gegeben hat.»

Der US-Präsident fügte hinzu: «Um das Land funktionstüchtig zu halten - auch wenn dies auf einem sehr niedrigen Niveau geschieht - sollte sich die Führung darauf konzentrieren, das Land ordentlich zu regieren, so wie ich es mit den Vereinigten Staaten tue, und nicht Tausende Menschen zu töten, um die Kontrolle zu behalten.»

Chamenei bestätigt Tausende Tote bei den Protesten

Chamenei räumte ein, dass es Tausende Tote während der Proteste gegeben habe. Einige Menschen seien auf «unmenschliche, brutale Weise» getötet worden. Der oberste Führer machte dafür die «Aufständischen» verantwortlich. Iranische Aktivisten berichteten hingegen, dass Sicherheitskräfte mit großer Gewalt gegen Demonstrierende vorgegangen seien und Menschen gezielt mit Kopfschüssen getötet haben sollen. Diese Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.

Ausgelöst wurden die Proteste im Iran Ende Dezember von einer dramatischen Wirtschaftskrise und sehr hoher Inflation. Rasch entwickelten sich die Demonstrationen jedoch zu politischen Protesten gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Sicherheitskräfte gingen dabei gewaltsam vor. Iranische Menschenrechtsgruppen meldeten mehr als 3.400 Tote. Genaue Zahlen lassen sich wegen der Informationssperre kaum überprüfen.

Das US-Außenministerium teilte in der Landessprache Farsi mit, es habe Berichte erhalten, wonach der Iran Optionen für Angriffe auf amerikanische Stützpunkte vorbereite. «Wie Präsident Trump wiederholt betont hat, bleiben alle Optionen auf dem Tisch», hieß es laut Übersetzung weiter. Sollte das «Regime der Islamischen Republik» amerikanische Einrichtungen angreifen, werde es mit einer sehr, sehr starken Streitmacht konfrontiert. «Das haben wir bereits zuvor gesagt und sagen es erneut: Legen Sie sich nicht mit Präsident Trump an.»

Hol dir jetzt den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.

 <b>Hol dir jetzt den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.</b>

Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr.
Jetzt abonnieren.

ausland | 68495614 |

Weitere Meldungen

Eurowings schickt eigenes Flugzeug zur Evakuierung nach Riad. Es sind Kunden ihrer Touristiksparte. Die Lufthansa-Tochter Eurowings schickt auf eigene Rechnung einen ersten Jet nach Nahost, um Touristen heimzuholen. (Unterhaltung, 06.03.2026 - 06:00) weiterlesen...

USA, Israel und Kurden: Kommt eine Bodenoffensive im Iran?. Die USA könnten daher auf kurdische Truppen setzen. Diese würden vor einer Chance im Iran stehen - aber auch gewaltigen Risiken. Kampfjets allein werden nicht reichen, um Irans Regierung zu stürzen. (Ausland, 06.03.2026 - 04:53) weiterlesen...

Nato fährt Raketenabwehr hoch - folgt der Kriegseintritt?. Antworten sind nicht einfach. Könnte sich der neue Krieg im Nahen Osten auf Europa ausweiten? Und damit vielleicht sogar zum Fall für die Nato werden? Irans Angriffe lassen diese Fragen aufkommen. (Ausland, 06.03.2026 - 01:10) weiterlesen...

US-Abgeordnete setzen Trumps Iran-Krieg keine Grenzen Der Kongress schiebt dem Vorgehen Trumps im Iran keinen Riegel vor: Am Mittwoch wurde bereits ein Antrag im Senat blockiert, nun gab es im Repräsentantenhaus eine ähnliche Abstimmung. (Ausland, 06.03.2026 - 00:18) weiterlesen...

Irans Streitkräfte melden Angriff auf US-Flugzeugträger. Sie soll sich der Küste iranischen Angaben nach genähert haben. Irans Streitkräfte berichten von einem Drohnenangriff auf die «USS Abraham Lincoln». (Ausland, 05.03.2026 - 19:22) weiterlesen...

Mehrheit hält Angriff auf den Iran für nicht gerechtfertigt Die Mehrheit der Deutschen sieht den Angriff der USA und Israels auf den Iran vom vergangenen Wochenende kritisch.In einer Infratest-Umfrage für die ARD bewerten 58 Prozent ihn als nicht gerechtfertigt, während 25 Prozent den Krieg gegen den Iran als gerechtfertigt ansehen, 17 Prozent wissen es nicht oder machen dazu keine Angabe.Zum Vergleich: Die Attacke der USA gegen den venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro Anfang Januar hatten damals 72 Prozent als nicht gerechtfertigt eingestuft; 12 Prozent als gerechtfertigt. (Ausland, 05.03.2026 - 18:00) weiterlesen...