Iran, Israel

Irans oberster Führer tot - Revolutionsgarden schwören Rache

01.03.2026 - 05:36:51 | dpa.de

Nach Chameneis Tötung durch die amerikanisch-israelischen Angriffe drohen Irans Revolutionsgarden mit beispiellosen Vergeltungsschlägen. Die Folgen der Eskalation für die Region sind unabsehbar.

  • Irans oberster Führer ist tot.  - Foto: Vahid Salemi/AP

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  • Irans Elitestreitmacht kündigt Rache für den Tod des obersten Führer des Landes an. (Archivbild) - Foto: Vahid Salemi/AP/dpa

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  • US-Verteidigungsminister Hegseth spricht von einem komplexen Einsatz. - Foto: Alex Brandon/AP/dpa

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  • Israels Luftwaffe setzt ihre Angriffe fort. (Archivbild) - Foto: Ariel Schalit/AP/dpa

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  • US-Präsident Trump kündigt eine Fortsetzung der Angriffe im Iran an. (Archivbild) - Foto: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

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Irans oberster Führer ist tot.  - Foto: Vahid Salemi/APIrans Elitestreitmacht kündigt Rache für den Tod des obersten Führer des Landes an. (Archivbild) - Foto: Vahid Salemi/AP/dpaUS-Verteidigungsminister Hegseth spricht von einem komplexen Einsatz. - Foto: Alex Brandon/AP/dpaIsraels Luftwaffe setzt ihre Angriffe fort. (Archivbild) - Foto: Ariel Schalit/AP/dpaUS-Präsident Trump kündigt eine Fortsetzung der Angriffe im Iran an. (Archivbild) - Foto: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

Nach der Tötung von Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Chamenei bei amerikanisch-israelischen Luftangriffen haben die Revolutionsgarden des Landes Rache geschworen. «In Kürze werden die größten militärischen Einsätze in der Geschichte der iranischen Streitkräfte gegen Israel und US-Stützpunkte in der Region beginnen», heißt es in einer Presseerklärung der Elitestreitmacht der Islamischen Republik. Die Regierung kündigte 40 Tage öffentliche Trauer und 7 Feiertage an. Die gegenseitigen Angriffe gingen derweil in der Nacht weiter. Der Iran feuerte Raketen Richtung Israel ab und griff US-Verbündete sowie amerikanische Stellungen in Nahost an.

In der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv starb laut Medien eine Frau beim Einschlag einer Rakete in einem Wohnblock. Dutzende Menschen seien verletzt worden. Bei einem Drohnenangriff auf den internationalen Flughafen in Bahrain entstand Sachschaden, wie das dortige Innenministerium auf X mitteilte. Bahrain ist der Hauptsitz der US-Marine im Nahen Osten. Zuvor hatten bereits die Flughäfen in Abu Dhabi und Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten Einschläge gemeldet. Mehrere arabische Länder verurteilten Irans Gegenschläge scharf. 

Trump: «größte Chance für das iranische Volk»

Vor Irans Staatsmedien hatte bereits US-Präsident Donald Trump den Tod Chameneis verkündet. «Chamenei, einer der bösartigsten Menschen der Geschichte, ist tot», schrieb der Republikaner auf seiner Plattform Truth Social. Das sei die «größte Chance für das iranische Volk, sein Land zurückzuerobern.»

Schon nach den ersten Berichten über Chameneis Tod brach in Teheran spontan Jubel aus. Bewohner der iranischen Hauptstadt berichteten von Menschen, die vor Freude aus ihren Fenstern schrien. Die Nachricht war unter anderem von iranischen Exilmedien verbreitet worden, die im Iran über Satellit empfangen werden können. Auf den Straßen waren Hupkonzerte zu hören.

Iran kündigt Vergeltung an

In einer Erklärung der Regierung heißt es derweil: «Dieses große Verbrechen wird nicht unbeantwortet bleiben und ein neues Kapitel in der Geschichte der islamischen Welt sowie des Schiismus aufschlagen». Das Blut Chameneis werde «wie eine reißende Quelle hervorquellen und das amerikanisch-zionistische Unrecht und die Verbrechen ausmerzen», heißt es in der Erklärung weiter. 

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge wurden auch mehrere Angehörige von Chamenei getötet. Die Webseite Al-Arabiya berichtete unter Berufung auf die iranische Nachrichtenagentur Fars, eine Tochter Chameneis, ein Schwiegersohn, eine Schwiegertochter und ein Enkel seien ums Leben gekommen. Aus dem Iran gab es dafür zunächst keine Bestätigung. 

Auf die Frage, ob es jemanden im Iran gebe, den er gerne an der Spitze des Landes sehen würde, sagte US-Präsident Trump dem Sender CBS News: «Ja, ich denke schon. Es gibt einige gute Kandidaten.» Und auf die Frage, wer nach seiner Einschätzung nach Chameneis Tod das Sagen im Iran habe, sagte er: «Ich weiß genau, wer, aber ich kann es Ihnen nicht sagen.»

Schah-Sohn Pahlavi bringt sich als Interimsführer ins Spiel

Der Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien, Reza Pahlavi, brachte sich erneut als Übergangsführer des Irans ins Spiel. «Viele Iraner haben mich, oft trotz lebensbedrohlicher Situationen, gebeten, diesen Übergang zu leiten», schrieb er in der «Washington Post». Er wolle ihrem Ruf folgen und den Weg hin zu einer neuen Verfassung freimachen. Darauf sollten freie Wahlen folgen.

Trump kündigte an, die Bombardierungen im Iran würden weitergehen, bis Frieden in der Region und in der ganzen Welt einkehre. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth bezeichnete die am Samstagmorgen begonnenen Angriffe seines Landes gegen den Iran als «tödlichsten, komplexesten und präzisesten Lufteinsatz der Geschichte». 

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu begründete die Angriffe auf den Iran mit dem Schutz seines Landes vor einer existenziellen Bedrohung durch Teheran. Gemeint ist damit Irans Atom- und Raketenprogramm. Es dürfe «nicht zugelassen werden, dass sich das mörderische Terrorregime mit Atomwaffen ausrüstet, die es ihm ermöglichen würden, die gesamte Menschheit zu bedrohen», sagte Netanjahu.

Israel setzt Luftangriffe fort

Die israelische Luftwaffe setzte ihre Angriffswellen im Iran in der Nacht fort. Ins Visier genommen wurden dabei Abschussstellungen für ballistische Raketen sowie die Luftabwehrsysteme des Erzfeindes, wie die Armee mitteilte. 

Auf Antrag Russlands wird es am Montag in Wien eine Sondersitzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) geben, wie die Organisation mitteilte. Zuvor hatte bereits der Iran unter Verweis auf eine «Bedrohung» der nuklearen Einrichtungen im Land eine Sondersitzung gefordert. 

Am Donnerstag hatten die USA und der Iran noch indirekt über das umstrittene Atomprogramm der Islamischen Republik verhandelt. Für eine Einigung hatte US-Präsident Trump Teheran ein Ultimatum bis Anfang März gestellt - und mit militärischen Maßnahmen gedroht, sollte keine Einigung erzielt werden.

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