Friedrich Merz, Donald Trump

Merz verschiebt Telefonat mit Trump zum 11.-September-Jahrestag

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 13:13 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Bundeskanzler Friedrich Merz hat ein für Mittwoch geplantes Telefonat mit US-Präsident Donald Trump kurzfristig verschoben. Der ursprünglich im Zeichen des 25. Jahrestags der Anschläge vom 11. September verabredete Austausch soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

Merz sagt Telefonat mit Trump ab
Friedrich Merz am 08.09.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat ein für Mittwoch geplantes Telefonat mit US-Präsident Donald Trump kurzfristig abgesagt. Der Termin sei „durch die deutsche Seite heute verschoben“ worden, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius am Mittwoch in Berlin.

Telefonat zum 11.-September-Jahrestag sollte Werte-Botschaft senden

Ein neuer Termin für das Gespräch steht nach Angaben der Bundesregierung bislang nicht fest. Vereinbart worden war das Telefonat im Kontext des 25. Jahrestages der Terroranschläge vom 11. September 2001.

Die Botschaft des Kanzlers sollte nach den Worten von Kornelius sein, dass Deutschland auch heute bereit sei, gemeinsam mit den Vereinigten Staaten „für die Werte einzutreten, die uns ausmachen und verbinden“.

Keine Angabe zu Gründen der Absage

Zu den Gründen für die kurzfristige Absage machte der Regierungssprecher keine Angaben. Auf Nachfrage, ob die Verschiebung mit einem Post Trumps zum Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt zusammenhänge, verwies Kornelius lediglich auf den Terminkalender des Kanzlers und sagte, er habe dazu nichts hinzuzufügen.

Damit bleibt offen, ob und wann das Telefonat nachgeholt wird und ob der ursprünglich geplante Schwerpunkt auf gemeinsamen Werten und dem transatlantischen Verhältnis unverändert bestehen bleibt.

Die kurzfristige Absage des geplanten Telefonats zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und US-Präsident Donald Trump fällt in eine innenpolitisch und außenpolitisch angespanntes Umfeld. Innenpolitisch steht Merz nach dem deutlichen Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt unter erheblichem Druck, seine Strategie gegenüber der extremen Rechten zu erklären und anzupassen. Zugleich wird international aufmerksam beobachtet, wie die Bundesregierung auf den Erfolg der AfD reagiert und welche Signale sie sendet.

Transatlantischer Kontext des 11.-September-Jahrestags

Der Anlass des Telefonats – der 25. Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 – ist für die deutsch-amerikanischen Beziehungen von hoher symbolischer Bedeutung. Deutschland und die USA haben nach den Anschlägen sicherheitspolitisch eng kooperiert, unter anderem in Afghanistan. Dass der Kanzler gerade zu diesem Datum die Bereitschaft betonen wollte, gemeinsam für gemeinsame Werte einzutreten, zeigt den Anspruch, trotz politischer Differenzen eine verlässliche Partnerschaft zu pflegen. Die Verschiebung nimmt diesem Vorhaben vorerst die Bühne, ändert aber nichts an der erklärten grundsätzlichen Haltung.

Innenpolitischer Druck und Außenwahrnehmung

Parallel dazu sorgt der AfD-Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt europaweit für Aufmerksamkeit. Beobachter verweisen darauf, dass das Ergebnis als Rückschlag für Merz und seine Regierung gewertet wird und die Handlungsfähigkeit des Kanzlers gegenüber rechtspopulistischen Kräften auf die Probe stellt. Vor diesem Hintergrund wird jede Interaktion mit internationalen Akteuren, die der AfD öffentlich Gratulation oder Unterstützung signalisieren, besonders kritisch betrachtet. Auch wenn die Bundesregierung die Absage nicht begründet, steht sie politisch im Schatten dieser Debatte.

Ausblick auf das Verhältnis zu Washington

Offen bleibt, wie und wann das Gespräch nachgeholt wird und ob der ursprünglich geplante Schwerpunkt – Werte und gemeinsame Verantwortung – im Vordergrund stehen kann. Für die Leser ist entscheidend, dass transatlantische Abstimmungen in Sicherheits- und Wirtschaftspolitik weiter notwendig bleiben, unabhängig von innenpolitischen Konflikten. Der verschobene Termin ist deshalb weniger ein Zeichen eines Bruchs mit Washington als Ausdruck einer sensiblen Lage, in der die Bundesregierung auch symbolische Gesten sorgfältig dosiert.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

stern.de: „Reaktionen auf AfD-Sieg: Sorge in Frankreich, Jubel in Ungarn und Italien" (07.09.2026)

Der Beitrag schildert, wie Regierungen und Parteien in verschiedenen Ländern den AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt kommentieren. Er betont die Sorgen liberaler Regierungen und die offene Zustimmung rechtspopulistischer Akteure und zeigt damit, dass die deutsche Innenpolitik – und die Lage des Kanzlers – international eng mit Fragen von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit verknüpft wird.

FOCUS online: „Internationale Presse über Sachsen-Anhalt: ‚Persönliche Demütigung für Merz’" (07.09.2026)

FOCUS online fasst Reaktionen der internationalen Medien zur Landtagswahl zusammen und hebt hervor, dass ausländische Zeitungen das Ergebnis als schweren Rückschlag für Bundeskanzler Merz einordnen. Im Vergleich zur dts-Meldung vertieft der Artikel die Perspektive, wie stark außenpolitische Wahrnehmung und innenpolitische Schwäche des Kanzlers miteinander verknüpft sind.

taz.de: „CDU nach Wahl in Sachsen-Anhalt: ‚Aufgeben ist keine Option’" (07.09.2026)

Die taz analysiert die Lage der CDU nach der Wahl und beschreibt, wie die Partei mit dem deutlichen Stimmenverlust und dem AfD-Erfolg ringt. Im Zentrum steht die Frage, wie Merz seine Linie gegenüber der AfD schärfen will. Damit ergänzt der Artikel die dts-Meldung um die parteipolitische Dimension, vor deren Hintergrund Entscheidungen wie die Absage des Telefonats politisch gelesen werden.

Übergreifend zeigen die Beiträge, dass der AfD-Wahlsieg für die Einschätzung von Merz’ politischer Autorität zentral ist. Während die dts-Meldung die Terminabsage nüchtern berichtet, stellen die anderen Medien stärker heraus, wie eng die internationale Wahrnehmung der Bundesregierung mit der innenpolitischen Auseinandersetzung um Rechtspopulismus verbunden ist.

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