Ukraine, Russland

IAEA-Experten entdecken Minen beim AKW Saporischschja

25.07.2023 - 03:42:13 | dpa.de

Kurz nach Beginn des Angriffskriegs besetzen russische Truppen das Kernkraftwerk, zwischenzeitlich beruhigt sich die Lage. Nun stellen Spezialisten fest: Das Gelände um das AKW ist offenbar teils vermint.

Ein russischer Soldat bewacht am 01.05.2022 einen Bereich des Kernkraftwerks Saporischschja. Dieses Foto wurde während einer vom russischen Verteidigungsministerium organisierten Reise aufgenommen. - Bild: -/AP/dpa
Ein russischer Soldat bewacht am 01.05.2022 einen Bereich des Kernkraftwerks Saporischschja. Dieses Foto wurde während einer vom russischen Verteidigungsministerium organisierten Reise aufgenommen. - Bild: -/AP/dpa

Experten der Internationalen Atomenergiebehörde haben am Rand des Geländes des von russischen Truppen besetzten ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja Antipersonenminen entdeckt.

Bei einer Begehung am Sonntag hätten die Spezialisten einige Minen in einer Pufferzone zwischen der inneren und äußeren Absperrung der Anlage festgestellt, sagte IAEA-Direktor Rafael Grossi laut Mitteilung der Behörde. Zu diesem Bereich habe das Betriebspersonal keinen Zugang. Im inneren Bereich des Geländes seien keine Minen festgestellt worden.

Russische Truppen hatten das AKW kurz nach Beginn des von Präsident Wladimir Putin befohlenen Angriffskriegs vor 17 Monaten besetzt. Mehrfach geriet die Anlage unter Beschuss, was trotz ihres Herunterfahrens international die Sorge vor einer Atomkatastrophe steigerte. Seit Monaten verdächtigen sich Moskau und Kiew gegenseitig, gezielt ein Unglück an der Nuklearanlage zu provozieren, entweder durch Beschuss oder durch Verminung. Anfang Juli spitzten sich die Vorwürfe zu. Es hieß, ein Anschlag stehe unmittelbar bevor. Inzwischen hat sich die Lage wieder etwas beruhigt.

Die IAEA, die eigene Beobachter auf dem Gelände des AKW hat, hatte auf dem Höhepunkt des Streits erklärt, keine Anzeichen für eine Verminung zu sehen. Gleichzeitig berichteten die internationalen Atomexperten aber auch, dass die Anlage früher schon vermint worden war und sie nicht Zugang zu allen Bereichen des Kraftwerks hätten.

«Widerspruch zu Leitlinien nuklearer Sicherheit»

Grossi sagte, seiner Behörde sei bekannt gewesen, dass Minen außerhalb des Geländes und auch an bestimmten Stellen innerhalb des Geländes platziert worden seien. Man habe seinem Team gesagt, dass es sich um eine militärische Entscheidung handele, und zwar in einem vom Militär kontrollierten Gebiet.

«Dass sich derartige Sprengstoffe auf dem Gelände befinden steht im Widerspruch zu den IAEA-Sicherheitsstandards und den Leitlinien für die nukleare Sicherheit», sagte Grossi. Aufgrund ihrer eigenen Beobachtungen sei seine Behörde aber zu dem Schluss gekommen, dass die Detonation dieser Minen die nuklearen Sicherheits- und Sicherungssysteme der Anlage nicht beeinträchtigen dürfte.

Das Abkommen zum Verbot von Antipersonenminen wurde 1997 beschlossen, die Ukraine ist 1999 beigetreten und hat es 2005 ratifiziert. Russland ist dem Vertrag nicht beigetreten. Antipersonenminen explodieren, wenn sie berührt werden - etwa von Kindern, die sie aufheben wollen oder von Bauern, die ihr Feld bestellen. Sie sind oft nur so groß wie ein Handteller und können vom Boden oder aus der Luft mit Raketen über größere Gebiete verteilt werden.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | ausland | 63865280 |

Weitere Meldungen

Ukraine zielt auf Straßenverbindung zur Krim Die ukrainische Armee attackiert weiter eine wichtige Straßenverbindung auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim. (Boerse, 09.06.2026 - 12:17) weiterlesen...

Moskau lässt Europäer und Ukraine abblitzen. Der Kreml zeigt aber weiter keinerlei Interesse daran. Mit Unterstützung führender europäischer Staaten startet der ukrainische Präsident eine neue Initiative für Friedensverhandlungen. (Ausland, 08.06.2026 - 14:54) weiterlesen...

Lettland: Nato-Kampfjets schießen Drohne ab. Nun flog erneut ein Flugobjekt über das Gebiet des Baltenstaats - und wurde vom Himmel geholt. In den Luftraum von Lettland waren zuletzt wiederholt fehlgeleitete ukrainische Drohnen eingedrungen. (Ausland, 08.06.2026 - 09:51) weiterlesen...

Europäer und Ukraine fordern Putin zu Verhandlungen auf. Drei europäische Länder und die Ukraine wollen sie wieder in Gang bringen. Sie nennen Putin fünf Voraussetzungen dafür. Die Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Krieges liegen auf Eis. (Ausland, 07.06.2026 - 23:17) weiterlesen...

E3 bekräftigen in London Ukraine-Unterstützung Die Staats- und Regierungschefs von Deutschland, Frankreich und dem Vereinigten Königreich, der sogenannten E3, haben ihre Unterstützung für die Ukraine im Krieg gegen Russland bekräftigt.In einer gemeinsamen Erklärung nach einem Treffen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Großbritanniens Premierminister Keir Starmer und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in London hoben sie die Bedeutung Europas als Unterstützer der Ukraine hervor und forderten eine "engste Zusammenarbeit" zwischen der Ukraine, europäischen Staaten und den USA.Die Staats- und Regierungschefs begrüßten die jüngsten Erfolge der Ukraine auf dem Schlachtfeld und verurteilten die großangelegten Raketen- und Drohnenangriffe Russlands auf ukrainische Städte. (Politik, 07.06.2026 - 22:46) weiterlesen...

Europäer wollen Ukraine-Diplomatie wieder in Gang bringen. Nun bemühen sich die Europäer um neue Impulse. Die Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Krieges liegen auf Eis, die USA scheinen das Interesse daran zu verlieren. (Ausland, 07.06.2026 - 20:14) weiterlesen...