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Kreml lobt AfD-Wahlerfolge und signalisiert Gesprächsbereitschaft

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 13:52 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Kremlsprecher Dmitri Peskow signalisiert nach den jüngsten Wahlerfolgen der AfD Gesprächsbereitschaft. Zugleich stellt Moskau die Partei demonstrativ gegen den von Friedrich Merz geführten Kurs gegenüber Russland und der Ukraine.

Die AfD pflegt seit langem Kontakte zu Russland. (Archiv) - Bild: -/Russian Foreign Ministry Press Service/AP/dpa
Die AfD pflegt seit langem Kontakte zu Russland. (Archiv) - Bild: -/Russian Foreign Ministry Press Service/AP/dpa

Der Kreml zeigt sich nach den jüngsten Wahlerfolgen der AfD offen für Gespräche mit der Partei und lobt deren Forderung nach einer Wiederaufnahme der Beziehungen zu Russland.

Peskow lobt AfD-Positionen

Die Äußerungen der AfD zu einer Wiederaufnahme der Beziehungen mit Russland „imponieren uns“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Agentur Interfax zufolge. Als politische Kraft zeige die AfD eine beständig wachsende Popularität.

Solche Äußerungen seien Moskau lieber als die von Kanzler Friedrich Merz, sagte Peskow. Merz habe sich im Grunde nur durch konfrontative Äußerungen gegenüber der Russischen Föderation hervorgetan.

Moskau kritisiert Merz

Der Kanzler steht in Russland als „Russland-Hasser“ und „Kriegstreiber“ in der Kritik. Die Bundesregierung wirft Moskau vor, einen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu führen, und unterstützt Kiew mit Waffen und finanziellen Hilfen.

Die AfD unterhält dagegen seit längerem Kontakte nach Moskau. In manchen Bundesländern wird sie vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft.

Kontakte nach Russland

Außenminister Sergej Lawrow hatte den AfD-Co-Vorsitzenden Tino Chrupalla bereits 2020 in Moskau zu Gesprächen empfangen. In diesem Jahr nahmen zudem Vertreter der Partei trotz des russischen Angriffskrieges am Wirtschaftsforum in St. Petersburg teil.

Der im Kreml für die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit zuständige Beauftragte Kirill Dmitrijew kündigte zuletzt ein weiteres Business-Forum im kommenden Jahr mit AfD-Vertretern an.

Streit über Ukraine-Politik

Russland wirft der von Merz geführten Bundesregierung vor, mit Waffenlieferungen und Milliardenhilfen für die Ukraine den Krieg weiter anzuheizen. Deutschland ist für die Ukraine inzwischen der wichtigste Unterstützer im Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg.

Merz gilt in der Ukraine laut Umfragen als einer der beliebtesten ausländischen Politiker. Kremlchef Wladimir Putin hatte sich in der Vergangenheit mehrfach wohlwollend über die AfD geäußert und für den Fall einer Aufhebung westlicher Sanktionen die Lieferung vergleichsweise günstigen russischen Gases nach Deutschland angeboten.

Putin reagiert auf AfD-Wahlerfolg

Nach dem Sieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sagte Putin, die Entwicklungen in Deutschland seien Folge systematischer Fehler in Politik und Wirtschaft im Westen.

Moskau nutzt AfD-Erfolge für politische Botschaften

Die Äußerungen des Kremlsprechers fallen in eine Phase, in der die AfD bei mehreren Landtagswahlen deutlich zulegen konnte. Nach ihrem Erfolg in Sachsen-Anhalt gewann sie auch in Mecklenburg-Vorpommern und erreichte in Berlin Zugewinne. Damit verbindet die Partei den Anspruch, bundespolitisch stärker mitzuwirken und die Bundesregierung unter Druck zu setzen.

Russlands Gesprächsangebot ist vor diesem Hintergrund mehr als eine bilaterale Höflichkeitsformel. Moskau stellt die AfD als wachsende politische Kraft dar und grenzt sie zugleich von der Bundesregierung ab. Besonders die Ukraine-Politik und die deutsche Unterstützung für Kiew bilden dabei den zentralen Gegensatz: Während die Bundesregierung an ihrer Unterstützung festhält, wirbt die AfD für eine grundlegende Änderung der Beziehungen zu Russland.

Kontakte und mögliche Folgen

Kontakte zwischen AfD-Politikern und russischen Regierungsvertretern bestehen seit Jahren. Dazu zählen frühere Gespräche Tino Chrupallas mit Außenminister Sergej Lawrow sowie Auftritte von AfD-Vertretern bei Wirtschaftsveranstaltungen in Russland. Kirill Dmitrijew hat zudem eine weitere wirtschaftspolitische Veranstaltung mit AfD-Beteiligung angekündigt.

Für die deutsche Politik erhöht die öffentliche Unterstützung aus Moskau den Druck auf die AfD, ihre außenpolitischen Positionen und Kontakte transparent zu erklären. Zugleich dürfte die Bundesregierung jede Annäherung an Russland vor dem Hintergrund des Angriffskrieges und der deutschen Hilfe für die Ukraine als sicherheits- und europapolitische Frage bewerten. Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet der Vorgang vor allem, dass der Streit über Russland, Energie und die Ukraine stärker in die innenpolitische Auseinandersetzung hineinwirkt.

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