Kiew von russischem Großangriff getroffen – Tote in Trümmern geborgen
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 08:06 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Bei einem russischen Großangriff auf Kiew sind nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen getötet und schwere Schäden angerichtet worden.
Tote im Stadtteil Darnyzja
Bürgermeister Vitali Klitschko teilte am Morgen mit, die beiden Opfer seien in den Trümmern von Garagen im östlichen Stadtteil Darnyzja gefunden worden. Zwei weitere Menschen seien dort lebend geborgen worden.
Nach Angaben ukrainischer Militärblogs setzte Russland zahlreiche ballistische Raketen, Marschflugkörper und Drohnen ein. In Kiew waren in den frühen Morgenstunden zahlreiche Explosionen zu hören.
Auch andere Städte unter Beschuss
Massiv angegriffen wurden demnach auch die Industriestädte Dnipro und Krementschuk. In der nordukrainischen Stadt Pryluky trafen Raketen einen mehrstöckigen Wohnblock; nach Angaben der Polizei des Gebiets Tschernihiw gab es Tote und Verletzte.
Klitschko berichtete außerdem von Treffern auf nicht zu Wohnzwecken genutzte Gebäude im Bezirk Obolon und auf Lagerhallen im Bezirk Podil. Das russische Militär erklärte in Moskau, es habe Produktionsstätten des Raketen- und Drohnenproduzenten Fire Point in Kiew und anderen Städten angegriffen.
Angriff an Putins Geburtstag
Der Angriff fiel mit dem 74. Geburtstag des russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammen. Putin führt den Krieg gegen die Ukraine, den Russland vor mehr als viereinhalb Jahren begonnen hat.
Die ukrainische Führung war auf eine Attacke eingestellt. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Vorabend eindringlich vor einem möglichen Großangriff gewarnt.
Bereits zuvor Tote in Sumy
Am Abend zuvor war die nordostukrainische Großstadt Sumy von Drohnen angegriffen worden. Nach Angaben des Bürgermeisters, über die RBK Ukraine berichtete, wurde dabei ein Mensch getötet; mehrere weitere Menschen wurden verletzt.
Angriff in einer Phase hoher Intensität
Der Beschuss trifft die Ukraine in einer Phase, in der russische Raketen- und Drohnenangriffe weiterhin regelmäßig mehrere Regionen gleichzeitig erfassen. Kiew bleibt wegen seiner politischen, militärischen und infrastrukturellen Bedeutung ein besonders wichtiges Ziel. Neben militärisch relevanten Einrichtungen geraten dabei auch gewerblich genutzte Gebäude, Lagerhallen und Wohnviertel in Mitleidenschaft.
Die ukrainische Hauptstadt hat ihre Schutzmaßnahmen zuletzt weiter ausgebaut. Dazu gehören Luftabwehr, Warnsysteme und bauliche Vorkehrungen an wichtigen Verkehrsverbindungen. Dennoch können große Angriffswellen Schäden verursachen, selbst wenn ein Teil der Flugkörper abgefangen wird. Für die Bevölkerung bedeutet das wiederkehrende Nächte in Schutzräumen, Unterbrechungen des Verkehrs und mögliche Ausfälle bei Versorgung und Strom.
Bedeutung für die weitere Kriegsführung
Der Angriff auf Kiew und die zeitgleichen Meldungen aus Dnipro, Krementschuk und Pryluky zeigen die räumliche Breite des russischen Vorgehens. Der Einsatz verschiedener Waffentypen soll die ukrainische Luftverteidigung zugleich belasten und militärische wie industrielle Strukturen treffen. Für die weitere Entwicklung sind deshalb sowohl die Schäden an Infrastruktur als auch die ukrainischen Abwehrfähigkeiten entscheidend. Die humanitäre Folge bleibt unmittelbar: Tote, Verletzte und beschädigte Gebäude verschärfen die Belastung der Zivilbevölkerung.
MDR: „Ukraine erwartet schweren russischen Angriff“ (07.10.2026)
Der Bericht bestätige den massiven nächtlichen Raketen- und Drohnenangriff auf Kiew und nenne Treffer auf gewerblich genutzte Gebäude sowie Lagerhallen. Anders als die dpa-Meldung habe der Beitrag zum Zeitpunkt seiner frühen Veröffentlichung noch keine Opfer in der Hauptstadt genannt; zugleich ordne er den Angriff in ukrainische Warnungen vor einer neuen russischen Angriffswelle ein.
