Israel, Iran

Israel: Zentrale Vertreter der iranischen Militärführung tot

28.02.2026 - 21:46:10 | dpa.de

Seit dem Morgen führen Israel und die USA Krieg gegen den Iran. Dabei wurde wie im vergangenen Jahr wieder auf die Militärführung gezielt. Aber was ist mit Staatschef Chamenei?

  • In Irans Hauptstadt gab es mehrere Explosionen.  - Foto: Uncredited/AP/dpa

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  • Blick auf die Bucht von Haifa, wo ein Geschoss explodiert. - Foto: Leo Correa/AP/dpa

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  • Das Schicksal von Ajatollah Ali Chamenei ist ungewiss. (Archivfoto) - Foto: Hasan Sarbakhshian/AP/dpa

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  • Explosionen haben die Menschen in Teheran in Panik versetzt. - Foto: Uncredited/AP/dpa

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  • Menschen in Israel harrten in Schutzräumen aus.  - Foto: Oren Ziv/dpa

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  • Trump bestätigte in einer Videobotschaft, dass das US-Militär den Iran angegriffen hat.  - Foto: Matt Rourke/AP/dpa

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  • Eine Rauchsäule über Teheran.  - Foto: Uncredited/AP/dpa

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In Irans Hauptstadt gab es mehrere Explosionen.  - Foto: Uncredited/AP/dpaBlick auf die Bucht von Haifa, wo ein Geschoss explodiert. - Foto: Leo Correa/AP/dpaDas Schicksal von Ajatollah Ali Chamenei ist ungewiss. (Archivfoto) - Foto: Hasan Sarbakhshian/AP/dpaExplosionen haben die Menschen in Teheran in Panik versetzt. - Foto: Uncredited/AP/dpaMenschen in Israel harrten in Schutzräumen aus.  - Foto: Oren Ziv/dpaTrump bestätigte in einer Videobotschaft, dass das US-Militär den Iran angegriffen hat.  - Foto: Matt Rourke/AP/dpaEine Rauchsäule über Teheran.  - Foto: Uncredited/AP/dpa

Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen im Iran sind nach Angaben aus Israel mehrere zentrale Vertreter der iranischen Militärführung getötet worden. Unter den Toten seien unter anderem der Kommandeur der Revolutionsgarden, Mohammed Pakpur, sowie Irans Verteidigungsminister Asis Nasirsadeh, wie die israelischen Streitkräfte mitteilten. Aus dem Iran gab es zunächst keine Bestätigung dafür. Mehrere israelische Medien berichteten unter Berufung auf Militärs zudem, auch der iranische Staatschef Ali Chamenei sei tot. 

Der Sender Kanal 12 berichtete, US-Präsident Donald Trump und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hätten Bilder zu sehen bekommen, auf denen die Leiche Chameneis zu sehen sei, nachdem sie aus den Trümmern seines Anwesens geborgen worden sei. Das Nachrichtenportal «ynet» berichtete unter Berufung auf einen hochrangigen israelischen Beamten ebenfalls, dass der Ajatollah getötet worden sei.

«Wir glauben, dass diese Geschichte wahr ist», sagte Trump NBC News nach Angaben des Senders in einem Telefoninterview. Er fügte demnach hinzu, dass eine große Zahl hochrangiger Funktionäre getötet worden sei. 

Netanjahu hatte in einer Videobotschaft gesagt, man habe Chameneis Anwesen zerstört. Es gebe viele Anzeichen, dass Chamenei nicht mehr lebe. Eine offizielle Bestätigung des Todes des iranischen Staatschefs gibt es bisher nicht.

Roter Halbmond: Mehr als 200 Tote im Iran

Die USA und Israel hatten am Samstagmorgen massive Luftangriffe auf den Iran gestartet. Israels Luftwaffe hat Armeeangaben zufolge im Iran den bisher größten Einsatz ihrer Geschichte ausgeführt. Rund 200 Kampfflugzeuge hätten etwa 500 Ziele angegriffen, teilte das israelische Militär mit. 

Nach Angaben eines Sprechers des Roten Halbmonds wurden bei den israelisch-amerikanischen Angriffen mehr als 200 Menschen getötet. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tasnim wurden rund 750 weitere Menschen verletzt. Diese Angaben können derzeit nicht unabhängig überprüft werden.

Trump rief die Iraner auf, die Führung des Landes in die Hand zu nehmen. «Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung», wandte er sich an das 90-Millionen-Volk. Die Islamische Republik reagierte mit Gegenangriffen auf Israel und US-Militärstützpunkte in mehreren Golfstaaten. Der neue Krieg nach Verhandlungen der USA mit dem Iran löste weltweit Besorgnis und Warnungen vor einer Eskalation aus.

Israel: Gezielt iranische Führung angegriffen

Israel hatte am Samstagmorgen den Beginn eines «Präventivschlags» verkündet. Kurz darauf bestätigte Trump in einer Videobotschaft Angriffe auch des US-Militärs. Diese zielten auch darauf ab, die militärische Schlagkraft des Landes zu vernichten und den Iran an der Entwicklung einer Atomwaffe zu hindern. Netanjahu begründete die neuen Angriffe ebenfalls mit der atomaren Bedrohung durch den Iran - nicht nur für sein Land. 

Israel versuchte im Iran nach Militärangaben, gezielt Vertreter der Führung in Teheran anzugreifen. Am Morgen seien gleichzeitig mehrere Orte in Teheran attackiert worden. Dort hätten sich «hochrangige Vertreter der politischen und sicherheitspolitischen Führung Irans versammelt».

Kommandeur der Revolutionsgarden für tot erklärt

Der von den Israelis für tot erklärte Kommandeur der Revolutionsgarden, Pakpur, war im vergangenen Jahr auf den einflussreichen Posten aufgerückt. Sein Vorgänger Hussein Salami wurde im Juni 2025 bei israelischen Angriffen getötet. Die Revolutionsgarden gelten als Irans Elitestreitmacht und sind deutlich mächtiger als die regulären Streitkräfte. In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Truppe nicht nur militärisch stark aufgerüstet, sondern weitete auch ihren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Einfluss aus – unter anderem durch Beteiligungen an Hotelketten und Fluggesellschaften.

Auch der einflussreiche Funktionär Ali Schamchani kam nach israelischen Militärangaben am Samstag ums Leben. Er war zuletzt an die Spitze des neu geschaffenen Verteidigungsrates aufgestiegen. Der 70-Jährige war acht Jahre lang Verteidigungsminister, sowie Marinekommandeur der Revolutionsgarden und kandidierte 2001 für das Präsidentschaftsamt. Er arbeitete auch er als politischer Berater in einer Schlüsselfunktion für Chamenei. Israels Streitkräfte berichteten auch über die Tötung vier weiterer einflussreicher Militärvertreter. 

Panik im Iran

Die schweren Explosionen hatten die Menschen in Teheran und in anderen Landesteilen in Panik versetzt. Ein Video der Nachrichtenagentur Mehr zeigte große Zerstörung mitten in der Millionenmetropole. Augenzeugen berichteten per SMS, dass sich in Teheran lange Schlangen an Tankstellen gebildet hätten. Viele Menschen versuchten, die Hauptstadt zu verlassen. Geschäfte waren vielerorts geschlossen.

Explosionen wurden auch aus anderen Landesteilen gemeldet, unter anderem in Ghom, Lorestan, Kermanschah, Karadsch und Tabris. Auch nahe der Kulturmetropole Isfahan gab es Explosionen. Dort befindet sich ein zentrales Nuklearzentrum. Im Süden des Landes wurden nach Angaben von Staatsmedien durch einen Raketenangriff 108 Kinder in einer Mädchenschule getötet. 

Der Iran griff auch US-Militärstützpunkte in Golfstaaten an, die mit den Vereinigten Staaten verbündet sind. Die Vereinigten Arabischen Emirate, wo in Abu Dhabi ein Mensch durch Trümmerteile einer Rakete getötet wurde, sprachen von einer «gefährlichen Eskalation» und einem «feigen Akt».

Raketenalarm in Israel

In vielen Teilen Israels und des Westjordanlands gab es den Tag über immer wieder Luftalarm wegen anfliegender Raketen und Geschosse, auf Entwarnung folgte teils innerhalb kürzester Zeit ein neuer Alarm, sodass Normalität kaum möglich war. Medien berichteten über vereinzelte Einschläge. Einige Menschen hätten sich bei der Flucht in Bunker verletzt oder hätten wegen Angstattacken behandelt werden müssen, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit.

Am Donnerstag hatten die USA und der Iran noch über das umstrittene Atomprogramm des Landes verhandelt. Für eine Einigung hatte Trump Teheran ein Ultimatum bis Anfang März gestellt - und auch mit militärischen Maßnahmen gedroht, sollte keine Einigung erzielt werden.

Spitzenpolitiker in den USA sehen Angriffe auf Iran kritisch

US-Spitzenpolitiker kritisierten die Angriffe auf den Iran. Der Bürgermeister von New York, der Demokrat Zohran Mamdani, nannte die Militärschläge der USA und Israels eine «katastrophale Eskalation eines illegalen Angriffskrieges». «Die Amerikaner wollen das nicht. Sie wollen keinen weiteren Krieg, um einen Regimewechsel herbeizuführen», schrieb Mamdani auf der Plattform X. Die demokratische Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez warf Trump vor, die langfristigen Konsequenzen seines Handels nicht absehen zu können. «Dieser Krieg ist rechtswidrig. Er ist unnötig. Und er wird katastrophal.»

Trump verfolgte den Angriff auf den Iran nach Angaben des Weißen Hauses von seinem Privatanwesen Mar-a-Lago in Florida aus. Regierungssprecherin Karoline Leavitt bestätigte ein Telefonat zwischen Trump und Israels Regierungschef Netanjahu. Zudem habe er auch mit den Staats- und Regierungschefs Großbritanniens, mehrerer Golfstaaten, der Türkei und Nato-Generalsekretär Mark Rutte gesprochen.

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