Israel, Gadi Eisenkot

Israel: Herzog beauftragt Eisenkot mit Regierungsbildung

Veröffentlicht am: 08.11.2026 um 16:07 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der frühere Militärchef muss nun eine Koalition schmieden, obwohl weder sein Bündnis noch das Lager von Benjamin Netanjahu bei der Wahl eine absolute Mehrheit erreichte. Für die Bildung einer Regierung gelten feste Fristen.

Mehrheitssuche nach der Knesset-Wahl

  • Präsident Izchak Herzog empfing Eisenkot am Amtssitz in Jerusalem zur formellen Übergabe des Regierungsauftrags.
  • Fraktionen mit zusammen 67 der 120 Knesset-Sitze empfahlen Eisenkot, während 46 Abgeordnete Netanjahu unterstützten.
  • Eisenkot hat zunächst 28 Tage Zeit und kann eine Verlängerung um höchstens 14 Tage erhalten.
Oppositionskandidat Gadi Eisenkot hat nach der Parlamentswahl in Israel den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten. (Archivbild) - Bild: Gil Cohen-Magen/dpa

Herzog überträgt Eisenkot die Regierungsbildung

Der israelische Präsident Izchak Herzog hat dem Oppositionspolitiker Gadi Eisenkot offiziell den Auftrag zur Bildung einer neuen Regierung erteilt. Eisenkots Mitte-Partei Jaschar lag bei der jüngsten Parlamentswahl zwar hinter der rechtskonservativen Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, doch Eisenkot erhielt bei den Konsultationen mit allen Parteien die meisten Empfehlungen.

Mehr Empfehlungen als Netanjahu

Damit beginnt für Eisenkot die Suche nach einer tragfähigen Koalition. Die Empfehlung durch die Parteien bedeutet noch nicht, dass ihm eine stabile Mehrheit im Parlament sicher ist.

Im Mittelpunkt stehen nun Gespräche mit möglichen Partnern. Nach der Wahl hatte weder das Bündnis um Eisenkot noch Netanjahus Lager eine absolute Mehrheit erreicht.

Koalitionsgespräche unter Zeitdruck

Das Verfahren sieht für den mit der Regierungsbildung beauftragten Politiker eine begrenzte Frist vor. Eisenkot muss deshalb schnell klären, welche Parteien ihn unterstützen und auf welcher politischen Grundlage eine Regierung arbeiten könnte.

Scheitert die Regierungsbildung, kann der Präsident einen weiteren Kandidaten mit der Aufgabe betrauen. Gelingt auch dieser Versuch nicht, könnte Israel erneut vor einer Parlamentswahl stehen.

Der Auftrag an Gadi Eisenkot eröffnet in Israel ein schwieriges Verfahren zur Regierungsbildung. Nach den Gesprächen des Präsidenten mit den Parteien verfügt Eisenkot zwar über die meisten Empfehlungen, eine eigene Mehrheit seines politischen Lagers ist damit jedoch nicht automatisch gesichert.

Entscheidend wird sein, ob Eisenkot ausreichend Fraktionen für eine Koalition zusammenbringen kann. Die arabischen Parteien haben ihn unterstützt, zugleich hatte er eine Zusammenarbeit mit ihnen bislang abgelehnt. Außerdem steht die Frage im Raum, ob Abgeordnete des Likud oder anderer Parteien für eine gemeinsame Regierung gewonnen werden können.

Fristen bestimmen den nächsten Schritt

Für die Regierungsbildung stehen zunächst 28 Tage zur Verfügung. Der Präsident kann diese Frist um höchstens 14 Tage verlängern. Scheitert Eisenkot, kann ein weiterer Kandidat beauftragt werden; misslingen auch diese Versuche, drohen erneut Parlamentswahlen.

Für die politische Zukunft Israels ist damit zunächst weniger die bloße Beauftragung als die Koalitionsfähigkeit entscheidend. Eine Regierung Eisenkots würde zudem eine deutliche Verschiebung gegenüber der bisherigen Führung unter Benjamin Netanjahu bedeuten. Bis zur Vorlage einer tragfähigen Koalition bleibt offen, ob der Wahlausgang tatsächlich einen Machtwechsel ermöglicht.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Euronews: „Eisenkot erhält Regierungsauftrag in Israel: Netanyahu unterliegt nach Wahlen“ (08.11.2026)

Euronews berichtet, Eisenkot habe nach den Konsultationen Unterstützung von Fraktionen mit zusammen 67 Abgeordneten erhalten, während 46 Abgeordnete Netanjahu unterstützt hätten. Der Beitrag hebt außerdem die gesetzlichen Fristen und die Sitzverteilung nach der Wahl hervor.

Deutschlandfunk: „Jerusalem Israels Präsident Herzog beauftragt Oppositionspolitiker Eisenkot mit Regierungsbildung“ (08.11.2026)

Der Deutschlandfunk betont, Eisenkot könne auf Unterstützung arabischer Parteien zählen, habe eine Zusammenarbeit mit ihnen bislang aber abgelehnt. Beide Beiträge stimmen beim Auftrag durch Herzog überein; offen bleibt vor allem, ob Eisenkot daraus eine stabile Mehrheit formen kann.

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