Israel, Gadi Eisenkot

Israel: Eisenkot erhält Auftrag zur Regierungsbildung

Veröffentlicht am: 07.11.2026 um 21:25 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der israelische Präsident Izchak Herzog überträgt dem Oppositionspolitiker die Bildung der nächsten Regierung. Eisenkot muss dafür in Jerusalem ein heterogenes Parteienlager zusammenführen und kann die Frist einmal verlängern lassen.

Eisenkots Auftrag und Fristen

  • Präsident Izchak Herzog lädt Gadi Eisenkot am Sonntag um 16.00 Uhr MEZ in seine Residenz in Jerusalem ein.
  • Fraktionen mit 67 von 120 Abgeordneten empfahlen Eisenkot für die Regierungsbildung.
  • Für die Bildung einer Regierung bleiben ihm 28 Tage, mit einer möglichen Verlängerung um 14 Tage.
  • Israels Präsident Izchak Herzog beauftragt den Oppositionspolitiker Gadi Eisenkot mit der Regierungsbildung. Foto Archiv - Bild: Maya Alleruzzo/AP/dpa
  • Der israelische Oppositionspolitiker Gadi Eisenkot erhält den Auftrag zur Regierungsbildung. Foto Archiv - Bild: Gil Cohen-Magen/dpa
Israels Präsident Izchak Herzog beauftragt den Oppositionspolitiker Gadi Eisenkot mit der Regierungsbildung. Foto Archiv - Bild: Maya Alleruzzo/AP/dpa Der israelische Oppositionspolitiker Gadi Eisenkot erhält den Auftrag zur Regierungsbildung. Foto Archiv - Bild: Gil Cohen-Magen/dpa

Herzog überträgt Eisenkot den Auftrag

Der israelische Präsident Izchak Herzog beauftragt den Oppositionspolitiker Gadi Eisenkot mit der Regierungsbildung. Fraktionen mit 67 von 120 Sitzen im neuen Parlament hatten ihn dafür empfohlen.

Termin in Herzogs Residenz

Herzog lädt den Vorsitzenden der Mitte-Partei Jaschar für Sonntag um 16.00 Uhr MEZ in seine Residenz in Jerusalem ein. Dem Auftrag gingen Konsultationen mit allen Fraktionen des neuen Parlaments voraus.

28 Tage für eine Koalition

Eisenkot hat nun 28 Tage Zeit, eine Regierung zu bilden. Eine einmalige Verlängerung um 14 Tage ist möglich.

Empfehlung schafft noch keine Regierung

Die Empfehlungen markieren ein klares Mandat für den ersten Versuch, ersetzen aber noch keine Koalitionsvereinbarung. Eisenkot stehen deshalb schwierige Verhandlungen mit den beteiligten Parteien bevor.

Mit dem Auftrag beginnt für Gadi Eisenkot die entscheidende Phase nach der israelischen Parlamentswahl. Die Empfehlung von 67 der 120 Abgeordneten verschafft ihm zwar einen klaren politischen Vorsprung, sie bildet jedoch noch keine tragfähige Regierungsmehrheit ab.

Für eine Koalition sind mindestens 61 Sitze erforderlich. Eisenkot muss deshalb unterschiedliche politische Lager zusammenführen: Parteien aus dem Mitte-links-Spektrum, Mitte-rechts-Kräfte und arabische Abgeordnete haben ihn zwar empfohlen, ihre Interessen und Bedingungen liegen jedoch teilweise weit auseinander.

Koalitionsgespräche mit schwierigen Gegensätzen

Zu den absehbaren Konfliktfeldern gehören die Wehrpflicht für strengreligiöse Männer, der Umgang mit den arabischen Parteien sowie die künftige Sicherheits- und Justizpolitik. Gerade bei der Wehrpflicht stehen säkulare und religiöse Parteien traditionell gegeneinander.

Der Zeitplan erhöht den Druck: Eisenkot hat 28 Tage für die Regierungsbildung, eine einmalige Verlängerung um 14 Tage ist möglich. Gelingt keine Vereinbarung, könnte Präsident Izchak Herzog weitere politische Optionen prüfen. Für die Bürger bedeutet der Auftrag daher zunächst einen Wechsel im politischen Kräfteverhältnis, aber noch keinen Regierungswechsel.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

taz: „Nach der Wahl in Israel: Bekommt Eisenkot das Mandat, eine Koalition zu bilden?“ (06.11.2026)

Die taz berichtet, Eisenkot habe 67 Empfehlungen erhalten und beschreibt die Beteiligung arabischer Parteien als zentral für seinen Vorsprung. Anders als die dpa-Meldung richtet der Beitrag den Schwerpunkt auf die politischen Vorhaben des Oppositionsblocks und die Widerstände gegen eine Zusammenarbeit.

Frankfurter Rundschau: „Ultraorthodoxe kehren Netanjahu den Rücken: Eisenkot vor Regierungsauftrag – doch Mehrheit ist trügerisch“ (06.11.2026)

Die Frankfurter Rundschau hebt ebenfalls die 67 Empfehlungen hervor, betont aber, dass daraus noch keine sichere Parlamentsmehrheit folgt. Der Artikel stellt besonders die Konflikte um arabische Unterstützung und die Wehrpflicht für strengreligiöse Männer heraus.

Beide Beiträge bestätigen den Vorsprung Eisenkots, setzen den Akzent jedoch auf die schwierige Umsetzbarkeit einer Koalition. Offen bleibt, ob die beteiligten Parteien ihre Wahlempfehlungen in eine gemeinsame Regierungsvereinbarung überführen können.

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