USA, Grönland

Tausende demonstrieren gegen Trumps Grönland-Pläne

17.01.2026 - 17:20:55

In Dänemark und auf Grönland demonstrieren Tausende Menschen gegen die Übernahmepläne von US-Präsident Donald Trump. Auf der Arktisinsel sammeln sich Soldaten - auch von der Bundeswehr.

  • Die Menschen demonstrierten lautstark gegen die Pläne von Donald Trump. - Foto: Emil Helms/Ritzau Scanpix Foto via AP/dpa

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  • Der Chef des Arktischen Kommandos berichtete über die geplante Militärübung. - Foto: Evgeniy Maloletka/AP/dpa

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  • Die Gruppe der US-Parlamentarier in Kopenhagen.  - Foto: Ida Marie Odgaard/AP/dpa

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Die Menschen demonstrierten lautstark gegen die Pläne von Donald Trump. - Foto: Emil Helms/Ritzau Scanpix Foto via AP/dpaDer Chef des Arktischen Kommandos berichtete über die geplante Militärübung. - Foto: Evgeniy Maloletka/AP/dpaDie Gruppe der US-Parlamentarier in Kopenhagen.  - Foto: Ida Marie Odgaard/AP/dpa

Tausende Menschen sind in Dänemark und auf Grönland gegen die Annexionspläne von US-Präsident Donald Trump auf die Straße gegangen. Während die Demonstrantinnen und Demonstranten lautstark deutlich machten, dass die riesige Arktisinsel nicht zum Verkauf stehe, läuft auf Grönland unter Beteiligung der Bundeswehr eine Erkundungsmission vor einer Militärübung - und die soll mehrere Monate andauern. 

«Das, was wir gerade machen, ist, eine länger andauernde Übung zu planen, kontinuierlich das ganze Jahr 2026 hindurch und vielleicht auch ins Jahr 2027 hinein», sagte der Chef des Arktischen Kommandos, Søren Andersen, der Deutschen Presse-Agentur in Nuuk. Er sprach von einem möglichen Einsatz von Spezialeinheiten und Flugzeugen.

Trump hatte seine Pläne, Grönland den Vereinigten Staaten einzuverleiben, immer wieder mit Sicherheitsbedenken wegen einer Bedrohung durch China und Russland in der Region begründet. Ländern, die gegen sein Vorhaben eintreten, drohte er zuletzt mit Strafzöllen. Die Nato-Verbündeten sind überzeugt, dass Grönland, das Teil des Königreichs Dänemark ist, nicht von den USA übernommen werden müsse, um die Arktis zu schützen.

Am Freitag waren unter anderem Bundeswehrangehörige auf Grönland angekommen. «Die Deutschen und unter anderem auch Schweden und Norweger sind hier oben, um zu eruieren, welche Möglichkeiten für ein gemeinsames Training es hier gibt», sagte Andersen. Nach dpa-Informationen sind neben Deutschland auch Schweden, Norwegen, Großbritannien, die Niederlande und Island Teil der Erkundungsmission. 

Baldige Entscheidung über US-Teilnahme

Andersen sagte der dpa, die USA seien wie alle Nato-Nationen eingeladen worden, «hier oben zu trainieren». Das Arktische Kommando, das Teil der dänischen Streitkräfte ist, arbeite täglich mit dem amerikanischen Militär zusammen. «Einer der Offiziere in meinem Stab ist Teil des Stabs, der auf der Pituffik Space Base ist, der amerikanischen Basis in Nordgrönland», sagte Andersen. «Wir arbeiten mit den USA täglich zusammen, daran hat sich nichts geändert.»

Für die eigentliche Übung seien bislang nur französische Soldaten vor Ort. «Die anderen Länder sind hier, um sich die Möglichkeiten anzusehen. Ob die USA sich die Möglichkeiten ansehen, auch mit anderen Nato-Ländern zu trainieren, darüber werden wir, glaube ich, innerhalb des nächsten Monats eine Entscheidung haben», sagte Andersen.

Derzeit werde eine Übung mit F-35-Flugzeugen an der grönländischen Ostküste durchgeführt. «Da trainieren wir zusammen mit einem französischen Flugzeug zur Luftbetankung», sagte der Chef des Arktischen Kommandos. «Es ist nicht alles sichtbar, was gerade passiert, manches passiert auf dem Wasser, manches in der Luft, aber natürlich sind die, die jetzt nach Nuuk und Kangerlussuaq kommen, sehr sichtbar.» 

US-Parlamentarier wollen mit Rubio sprechen

In Kopenhagen hatten am Samstagmorgen mehrere US-Parlamentarier ihre Unterstützung des Widerstands gegen Trump bekräftigt. «Grönland ist Teil Dänemarks, und Dänemark ist ein Nato-Verbündeter», sagte der demokratische Senator Chris Coons während einer Pressekonferenz in der dänischen Hauptstadt. «Meiner Meinung nach sollte damit diese Diskussion beendet sein.»

Coons bezeichnete die Aussagen zur Grönlandübernahme aus der US-Regierung als «nicht konstruktiv». Die derzeitige Behandlung Dänemarks könne der Beziehung beider Länder nachhaltig schaden. Wie könne den USA vertraut werden, wenn der Nato-Verbündete Dänemark im Stich gelassen werde, fragte der den Bundesstaat Delaware vertretende Coons. Die Delegation kündigte an, mit US-Außenminister Marco Rubio Kontakt aufnehmen zu wollen.

Die elf US-Parlamentarier, die nach Dänemark gereist waren, versuchten zu verdeutlichen, dass Trumps Vorhaben in den USA auch auf Widerstand stoße. Zwar gehörten zu der Gruppe nur zwei Vertreter von Trumps republikanischer Partei. Dies sei aber kein Zeichen dafür, dass sich die Republikaner in Gänze nicht für das Thema interessierten oder schon für eine Seite entschieden hätten, sagte die republikanische US-Senatorin Lisa Murkowski.

Tausende Menschen auf den Straßen

Sowohl in Dänemark als auch auf Grönland versammelten sich im Laufe des Samstags Menschenmassen. «Die Botschaft aus Kopenhagen ist laut und deutlich. Grönland ist keine Handelsware», sagte die Oberbürgermeisterin der dänischen Hauptstadt, Sisse Marie Welling, lokalen Medien zufolge.

Auf dem Rathausplatz waren etliche Grönland- und Dänemarkfahnen zu sehen. «Grönland steht nicht zum Verkauf», war auf einem Schild der Demonstranten zu lesen. In Aarhus sagte Bürgermeister Anders Winnerskjold dem Sender DR, Grönland sei «nicht allein». In Nuuk füllten die Demonstranten die Straßen. «Es wird gesungen», schrieb der Sender DR in einem Live-Ticker.

@ dpa.de

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