EU, USA

EU weist Trumps neue Zoll-Drohung im Grönland-Streit zurück

17.01.2026 - 21:41:06

Im Streit um Grönland hat die EU die neue Drohung von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen.

"Territoriale Integrität und Souveränität sind Grundprinzipien des Völkerrechts", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident Antonio Costa. "Sie sind für Europa und die internationale Gemeinschaft insgesamt von wesentlicher Bedeutung."

Die EU habe immer wieder das gemeinsame transatlantische Interesse an Frieden und Sicherheit in der Arktis unterstrichen, auch durch die Nato. "Die vorab koordinierte dänische Übung, die mit Verbündeten durchgeführt wird, entspricht der Notwendigkeit, die Sicherheit in der Arktis zu stärken, und stellt für niemanden eine Bedrohung dar", so von der Leyen und Costa weiter. "Die EU steht in voller Solidarität mit Dänemark und dem grönländischen Volk."

Dialog bleibe nun von entscheidender Bedeutung. "Und wir sind entschlossen, auf dem Prozess aufzubauen, der bereits letzte Woche zwischen dem Königreich Dänemark und den USA begonnen hat." Zölle würden die transatlantischen Beziehungen untergraben und eine "gefährliche Abwärtsspirale" riskieren. "Europa bleibt vereint, koordiniert und verpflichtet, seine Souveränität zu wahren", schließen die beiden EU-Spitzen ihre gemeinsame Erklärung.

Die deutsche Bundesregierung hatte zuvor schon eine Reaktion auf die neuen Zoll-Drohungen aus Washington angedeutet, war dabei aber noch zurückhaltender geblieben. "Die Bundesregierung hat die Äußerungen des US-Präsidenten zur Kenntnis genommen", sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius am Samstagabend. Man befinde sich "in engster Abstimmung mit den europäischen Partnern". Man werde gemeinsam "zur gegebenen Zeit über geeignete Reaktionen entscheiden."

Trump will ab dem 1. Februar für alle Waren aus Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, dem Vereinigten Königreich, den Niederlanden und Finnland einen Zoll von 10 Prozent erheben. Am 1. Juni soll sich der Tarif dann sogar auf 25 Prozent erhöhen. "Dieser Zoll ist so lange fällig und zu entrichten, bis ein Abkommen über den vollständigen Kauf Grönlands erzielt ist", sagte Trump am Samstag.

Generell gelten Zölle auf nur einzelne EU-Staaten, wie Trump es angedroht hat, als relativ schwierig durchzusetzen. In der EU herrscht Warenverkehrsfreiheit, theoretisch können Produkte also relativ leicht zunächst in anderen Länder verbracht und von dort dann ins Ausland, beispielsweise in die USA, exportiert werden.

@ dts-nachrichtenagentur.de

Weitere Meldungen

EU ermittelt gegen Musks X wegen sexualisierter KI-Bilder Digitales ausziehen von Frauen, Hitler-Lob und nationale Sperren: Das Online-Portal von Elon Musk hat zuletzt für viele Skandale gesorgt - und jetzt deshalb ein weiteres Verfahren vor der Brust. (Wissenschaft, 26.01.2026 - 12:00) weiterlesen...

Bericht: EU-Kommission eröffnet Verfahren gegen Grok Die EU-Kommission wird wahrscheinlich noch am Montag härtere Maßnahmen gegen Elon Musks KI-Chatbot Grok ergreifen. (Ausland, 26.01.2026 - 09:19) weiterlesen...

Zoll beschlagnahmt immer mehr Cannabis aus Nordamerika In Europa wird immer mehr illegales Cannabis aus den Vereinigten Staaten und Kanada beschlagnahmt. (Ausland, 26.01.2026 - 07:00) weiterlesen...

EU-Handelsausschusschef: Zoll-Abstimmung am Montag könnte scheitern Der Vorsitzende des EU-Handelsausschusses, Bernd Lange (SPD), hat sich skeptisch gezeigt, ob am Montag der Senkung der Zölle auf US-Industriegüter zugestimmt wird."Selbst wenn wir am Montag die Zollsenkungen entscheiden - wovon ich noch nicht überzeugt bin - kann das Parlament frühestens im Februar entscheiden", sagte der Ausschussvorsitzende dem Pro-Newsletter Industrie & Handel des Nachrichtenmagazins POLITICO.Die EU hatte den USA im Handelsdeal vom vergangenen Sommer Zollfreiheit für US-Güter zugesichert. (Ausland, 24.01.2026 - 10:48) weiterlesen...

CDU fürchtet erneuten Grönland-Kurswechsel von Trump Der Chef des Außen-Ausschusses des EU-Parlaments, David McAllister (CDU), hat den Grönland-Konflikt als "bisher schwerste Krise innerhalb der Nato" bezeichnet und Vorbereitungen für erneute Forderungen von US-Präsident Donald Trump angemahnt.Die schlimmsten Szenarien seien abgewendet worden, sagte er der "Welt am Sonntag". (Ausland, 23.01.2026 - 18:58) weiterlesen...

Regierungssprecher zu Grönland: Wir lassen uns nicht erpressen Im Streit um Grönland ist die deutsche Bundesregierung mit der Geschlossenheit Europas zufrieden. (Ausland, 23.01.2026 - 12:12) weiterlesen...