Iran, Israel

Raketenbeschuss im Iran-Krieg hält an - Offensive im Libanon

16.03.2026 - 14:55:12 | dpa.de

Im Nahost-Krieg reißen die Angriffe nicht ab: Israel und die USA bombardieren Teheran, während iranische Geschosse in Israel und den Golfstaaten einschlagen. Im Libanon bleibt die Lage brenzlig.

  • Israel wird vom Iran aus weiterhin mit Raketen beschossen. - Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa
    Israel wird vom Iran aus weiterhin mit Raketen beschossen. - Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa
  • Die iranischen Angriffe auf Ziele in den Golfstaaten dauern an. - Foto: Uncredited/AP/dpa
    Die iranischen Angriffe auf Ziele in den Golfstaaten dauern an. - Foto: Uncredited/AP/dpa
  • In der Millionenmetropole Teheran gibt es nach den israelisch-amerikanischen Angriffen massive Schäden. - Foto: Stringer/dpa
    In der Millionenmetropole Teheran gibt es nach den israelisch-amerikanischen Angriffen massive Schäden. - Foto: Stringer/dpa
Israel wird vom Iran aus weiterhin mit Raketen beschossen. - Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa Die iranischen Angriffe auf Ziele in den Golfstaaten dauern an. - Foto: Uncredited/AP/dpa In der Millionenmetropole Teheran gibt es nach den israelisch-amerikanischen Angriffen massive Schäden. - Foto: Stringer/dpa

Zu Beginn der dritten Kriegswoche im Nahen Osten bleibt der Iran Zielscheibe massiver Angriffe von Israel und den USA, ohne dass auf diplomatischer Ebene sichtbar Bewegung in den Konflikt kommt. Der Iran nahm seinerseits erneut Israel und Ziele in den Golfstaaten unter Beschuss. 

Israels Armee sprach von einer «großangelegten Angriffswelle», die in den Städten Teheran, Schiras und Tabris die Infrastruktur der Führung ins Visier nehme. Auch iranische Medien meldeten eine neue Angriffswelle in der Hauptstadt Teheran. Im Osten der Millionenmetropole seien nach israelisch-amerikanischen Angriffen Explosionen zu hören gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Fars.

Berichte über zahlreiche Opfer bei Luftangriffen auf Teheran

Bei den Luftangriffen seien neben städtischer Infrastruktur auch Wohngebiete bombardiert worden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Es sei eine «beträchtliche Zahl von Menschen» getötet oder verletzt worden. Bei einem israelischen Luftangriff in Teheran wurde iranischen Angaben zufolge auch ein Gebäude der städtischen Stromwerke bombardiert. Mehrere Mitarbeiter und Ingenieure kamen demnach ums Leben.

Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen im Iran sind nach Regierungsangaben mehr als 61.000 zivile Einrichtungen beschädigt oder zerstört worden. Allein in der Hauptstadt seien Schäden an 18.180 Wohnungen und Geschäftseinheiten entstanden, sagte Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani bei einer Pressekonferenz.

Israel weiter aus dem Iran unter Beschuss

Israel wurde ebenfalls erneut aus dem Iran mit Raketen angegriffen. Dabei wurde am Morgen eine Frau in einem Schutzraum leicht verletzt, teilte der israelische Rettungsdienst Magen David Adom mit. Berichten zufolge gab es mehrere weitere Einschläge von Raketenteilen im Zentrum des Landes. Demnach soll der Iran erneut die international weitgehend geächtete Streumunition eingesetzt haben.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron appellierte am Sonntagabend an seinen iranischen Kollegen Massud Peseschkian, Angriffe auf Länder in der Region sofort zu stoppen. «Ich habe ihn aufgefordert, die inakzeptablen Angriffe, die der Iran gegen die Länder der Region führt - sei es direkt oder über Stellvertreter wie im Libanon und im Irak - unverzüglich einzustellen», schrieb Macron nach einem Telefonat mit Peseschkian auf der Plattform X. «Nur ein neuer politischer und sicherheitspolitischer Rahmen kann Frieden und Sicherheit für alle gewährleisten.»

Angriff auf US-Militärstützpunkt im Irak

Eine mit dem Iran verbündete Miliz griff unterdessen nach eigenen Angaben einen US-Militärstützpunkt im Irak an und tötete dabei sechs US-Soldaten. Vier weitere US-Soldaten seien bei dem Raketenangriff auf die Militärbasis in der Nähe des Flughafens von Bagdad schwer verletzt worden, teilte die Miliz Saraja Aulija al-Dam mit. Vom US-Militär gab es zunächst keine Informationen zu dem Vorfall. 

Das Medienbüro der irakischen Streitkräfte erklärte, es habe am Abend Angriffe mit fünf Raketen auf die Gegend rund um den Flughafen gegeben. Mehrere Sicherheitskräfte, Flughafenmitarbeiter und ein Ingenieur seien verletzt worden. Einige der Raketen seien auf dem Flughafengelände niedergegangen.

Ein Drohneneinschlag setzte am Flughafen Dubai ein Treibstofflager in Brand und legte den Luftverkehr stundenlang lahm. Am Vormittag durften dann wieder erste Flieger starten und landen, wie die Regierung auf X mitteilte. Zuvor hatten Einsatzkräfte das Feuer unter Kontrolle gebracht, es gab nach Behördenangaben keine Verletzten. 

Nahostkrieg legt Flugdrehkreuz Dubai lahm

Dubai gehört zu den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Airport dort –normalerweise eines der wichtigsten internationalen Drehkreuze – ist wegen des Iran-Kriegs und der Gegenangriffe Teherans auf Staaten in der Golfregion ohnehin massiv betroffen. Schon vor der jüngsten Attacke galt kein regulärer Flugplan.

Saudi-Arabien fing in der Nacht mehr als 60 Drohnen im ölreichen Osten des Landes ab. Die Drohnen seien zerstört worden, erklärte das Verteidigungsministerium. Im Osten des Königreichs liegen um Abkaik die größten Ölfelder und -anlagen des Landes, die im Krieg mit dem Iran schon mehrfach Ziel von Angriffen wurden.

Israel beginnt begrenzte Bodenoffensive im Libanon

Israels Armee begann eigenen Angaben zufolge in den vergangenen Tagen «begrenzte und gezielte Bodeneinsätze» im Süden des Nachbarlands Libanon. Ziel seien aktive Hisbollah-Mitglieder sowie die Infrastruktur der Miliz, teilte Israels Armee mit. Die Einsätze am Boden seien «Teil umfassenderer Verteidigungsmaßnahmen», um die Einwohner im angrenzenden Nordisrael zu schützen. Die «Times of Israel» sprach von einer «Erweiterung der Pufferzone» im Südlibanon, «um die Bedrohung durch die Hisbollah von der Grenze fernzuhalten».

Im Libanon sind im Zuge des Iran-Kriegs die Kämpfe zwischen der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz und Israels Militär wieder aufgeflammt. In dem Land herrscht nun Sorge vor einer größeren Bodenoffensive Israels. Die Bundesregierung warnte die israelische Regierung vor einer solchen Offensive und äußerte sich «enorm beunruhigt» über die Entwicklungen im Libanon.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | ausland | 68694980 |

Weitere Meldungen

Weißes Haus: Kongress muss Iran-Krieg nicht mehr zustimmen. Die braucht es aber nach neuester Auslegung der US-Regierung ohnehin nicht. Zum Wochenende hin endet das Zeitfenster, in dem die USA ohne Zustimmung des Kongresses in den Krieg ziehen dürfen. (Ausland, 01.05.2026 - 14:51) weiterlesen...

Zwischen Nahostkonflikt und Trump: Infantino will bleiben. Eine Versöhnungsgeste zwischen Israel und Palästina bleibt aus. Doch aus dem Weißen Haus bekommt er gute Nachrichten. Der FIFA-Kongress wird für Gianni Infantino zur politischen Gratwanderung. (Sport, 01.05.2026 - 11:22) weiterlesen...

Iran droht bei neuen Angriffen mit Vergeltung. Die Rohölpreise steigen. Die iranische Führung will derweil die Amerikaner auf dem Grunde des Persischen Golfs sehen. US-Präsident Trump erwägt angeblich neue Angriffe auf den Iran. (Ausland, 30.04.2026 - 14:42) weiterlesen...

Verhandlungen im Iran-Krieg stocken - Gespräche in Russland. Eine Visite fällt aber ins Auge. Im Tauziehen um eine diplomatische Lösung des Iran-Kriegs regt sich - zumindest auf offener Bühne - aktuell nichts. (Ausland, 27.04.2026 - 17:19) weiterlesen...

Verhandlungen im Iran-Krieg stocken - Gespräche in Moskau. Eine Visite fällt aber ins Auge. Im Tauziehen um eine diplomatische Lösung des Iran-Kriegs regt sich - zumindest auf offener Bühne - aktuell nichts. (Ausland, 27.04.2026 - 14:47) weiterlesen...

Iran-Diplomatie stockt –Trumps Unterhändler reisen nicht an. Doch die in Pakistan geplanten Gespräche platzen – nicht zum ersten Mal. Wann und wie kann der Krieg mit einer Verhandlungslösung enden? Die USA und der Iran wollen darüber sprechen, eigentlich. (Ausland, 26.04.2026 - 14:29) weiterlesen...