Iran, USA

USA drohen mit Seeblockade - Iran spricht von «Piraterie»

13.04.2026 - 14:27:53 | dpa.de

Eskalation, Bluff oder Mittel diplomatischer Verhandlungen? Die von den USA angekündigte eigene Sperrung der Straße von Hormus sorgt für Unruhe.

  • US-Präsident Donald Trump will auf die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran nun mit einer eigenen Sperrung reagieren. - Foto: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
  • Der deutsche Leitindex DAX startete am Montag mit einem Minus. - Foto: Boris Roessler/dpa
  • Die Kämpfe im Libanon gehen weiter, Gespräche zwischen Israel und der dortigen Führung sollen nun aber starten. - Foto: Hussein Malla/AP/dpa
US-Präsident Donald Trump will auf die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran nun mit einer eigenen Sperrung reagieren. - Foto: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa Der deutsche Leitindex DAX startete am Montag mit einem Minus. - Foto: Boris Roessler/dpa Die Kämpfe im Libanon gehen weiter, Gespräche zwischen Israel und der dortigen Führung sollen nun aber starten. - Foto: Hussein Malla/AP/dpa

Mit seiner Ankündigung einer Blockade hat US-Präsident Donald Trump Reaktionen an den Börsen und Empörung im Iran ausgelöst. Die Ölpreise schnellten nach dem vorläufigen Scheitern der Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran und Trumps Blockade-Ankündigung weiter in die Höhe. 

Neue US-Militärschläge gegen den Iran im Gespräch?

In der Nacht zum Montag zog der Preis für ein Barrel Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni wieder über die Marke von 100 US-Dollar an. Dies belastete bereits die Börsen in Asien. Der deutsche Leitindex DAX startete mit einem Minus in die Woche.

Das US-Regionalkommando Centcom hatte auf der Plattform X angekündigt, ab 16.00 Uhr MESZ werde die Passage für Schiffe blockiert, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen wollen. Nach Informationen des «Wall Street Journal» erwägen Trump und seine Berater daneben, auch begrenzte Militärschläge im Iran wieder aufzunehmen, um die festgefahrenen Gespräche wieder in Gang zu bringen.

Iran spricht von «Piraterie»

Irans Streitkräfte bezeichneten die geplante Seeblockade als «Akt der Piraterie». Einschränkungen für den Schiffsverkehr in internationalen Gewässern seien eine illegale Maßnahme, sagte ein Sprecher der iranischen Militärführung laut der Nachrichtenagentur Tasnim. «Die Sicherheit der Häfen im Persischen Golf und im Golf von Oman ist entweder für alle oder für niemanden», sagte der Sprecher weiter.

Trumps Ankündigung sei nichts als Bluff, schrieb der Sprecher des Sicherheitsausschusses im iranischen Parlament, Ebrahim Rezaei, in der Nacht auf X. Dies würde als Militäroperation gewertet, «und wir würden darauf reagieren.» Die Revolutionsgarden warnten davor, dass sich Militärschiffe der Straße von Hormus nähern. Dies würde als «klarer Verstoß gegen die (seit Mittwoch) bestehende Waffenruhe betrachtet», hieß es Sonntagabend in einer Mitteilung. 

Gibt es weitere Verhandlungen?

Die direkten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran waren am frühen Sonntagmorgen ohne Einigung zu Ende gegangen. Kanzler Friedrich Merz zeigte sich vom Abbruch der Gespräche nicht überrascht. «Ich hatte von Anfang an nicht den Eindruck, dass sie wirklich gut vorbereitet waren», sagte der CDU-Chef hinzu. Wen er mit dieser Kritik meinte, sagte er nicht.

In Pakistan, Schauplatz der Verhandlungen am Wochenende, mehrten sich zuletzt wieder Gerüchte über neue Gespräche zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten. «Die Diplomatie ist noch nicht tot,» sagte ein pakistanischer Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur. Wo und wann die Gespräche weitergehen könnten, sei jedoch noch unklar.

Bundesregierung setzt weiter auf Diplomatie

Die Bundesregierung betonte, man setze auch nach den vorerst gescheiterten Friedensverhandlungen im Iran-Krieg und der angedrohten Teilblockade der Straße von Hormus durch die USA weiterhin auf eine Verhandlungslösung. «Diese diplomatische Lösung ist der einzige Weg, diesen Konflikt jetzt zu beruhigen und zu einem Ende zu führen», sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius. 

Die vermeintliche Blockade der Straße von Hormus beziehungsweise der iranischen Häfen durch die USA sei kein Ende des diplomatischen Prozesses, sagte Kornelius. Man interpretiere dies vielmehr als «Bewegung, den Druck zu erhöhen». Die Straße von Hormus diene offenbar nun als «eine Art Faustpfand» für beide Seiten - den Iran und die USA. 

Was Trump erreichen will

Trump will mit der Blockade verhindern, dass der Iran Gebühren von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt und das Land gleichzeitig von Öleinnahmen abschneiden.

Die Straße von Hormus zwischen dem Iran und dem Oman ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölhandel. Nach Beginn des Iran-Kriegs hatte Teheran die Meerenge durch Drohungen und Beschuss von Tankern und Frachtschiffen faktisch blockiert, was die Preise für Energie in die Höhe trieb. Der Schiffsverkehr kam weitgehend zum Erliegen.

Weiter Kämpfe im Libanon und Angriffe auf Israel

Derweil gehen die Kämpfe im Libanon weiter. Israels Armee geht dort gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz vor. Der israelische Außenminister Gideon Saar bekräftigte, dass sein Land eine Waffenruhe im Libanon ablehne und seine Einsätze dort fortsetze. Seit Anfang März seien mehr als 7.000 Raketen, Geschosse und Drohnen aus dem Libanon auf Israel abgefeuert worden. Der Beginn von Gesprächen zwischen beiden Ländern sei weiterhin für diesen Dienstag geplant.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | ausland | 69137808 |

Weitere Meldungen

US-Anleihen kaum verändert Die Kurse von US-Staatsanleihen haben sich am Montag trotz der vorläufig gescheiterten Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran und einer angekündigten Blockade der Straße von Hormus durch die USA wenig verändert. (Boerse, 13.04.2026 - 15:32) weiterlesen...

Aktien New York Ausblick: Im Minus erwartet wegen Ölpreis - Goldman-Zahlen Nach den vorläufig gescheiterten Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran und dem daraus resultierenden Ölpreisanstieg dürften die US-Aktienmärkte mit negativer Tendenz in die neue Börsenwoche starten. (Boerse, 13.04.2026 - 14:54) weiterlesen...

USA drohen mit Seeblockade - Iran spricht von 'Piraterie' Mit seiner Ankündigung einer Blockade hat US-Präsident Donald Trump Reaktionen an den Börsen und Empörung im Iran ausgelöst. (Boerse, 13.04.2026 - 14:41) weiterlesen...

Aktien Europa: Schwächer - Iran-Verhandlungen vorerst gescheitert Nach den vorläufig gescheiterten Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran haben Europas wichtigste Aktienmärkte am Montag nachgegeben. (Boerse, 13.04.2026 - 11:54) weiterlesen...

AKTIEN IM FOKUS: Vorläufiges Ende der Iran-Verhandlungen belastet MTU und Airbus Die vorerst gescheiterten Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran belasten zum Wochenstart Aktien aus der Luft- und Raumfahrtindustrie. (Boerse, 13.04.2026 - 11:27) weiterlesen...

China zu Iran-US-Gesprächen: Schritt in richtige Richtung Trotz des vorläufigen Scheiterns der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sieht China die jüngsten Gespräche als Schritt in die richtige Richtung zur "Entspannung der Lage". (Boerse, 13.04.2026 - 10:57) weiterlesen...