Ukraine, Russland

Putin: Kann Angriff auf Europa schriftlich ausschließen

27.11.2025 - 19:30:36 | dpa.de

Die USA planen mit Russland kommende Woche weiter die Chancen auf ein Kriegsende in der Ukraine auszuloten. Kremlchef Putin sagt hart: Ohne russische Kontrolle über den Donbass keine Einigung.

Putin ist nach eigenen Angaben bereit, einen Verzicht auf einen Angriff gegen Europa schriftlich festzuhalten.  - Foto: Alexander Kazakov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa
Putin ist nach eigenen Angaben bereit, einen Verzicht auf einen Angriff gegen Europa schriftlich festzuhalten. - Foto: Alexander Kazakov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

Der russische Präsident Wladimir Putin ist nach eigenen Worten bereit, im Zuge diplomatischer Verhandlungen den Verzicht auf einen Angriff gegen Europa schriftlich festzuhalten. Es sei «völliger Blödsinn» zu behaupten, dass Russland vorhabe, Europa zu überfallen, sagte Putin in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek. «Die Wahrheit ist, dass wir das nie vorhatten, aber wenn sie es von uns hören wollen, na gut, dann fixieren wir das.» 

Der Kremlchef hatte der zentralasiatischen Republik Kirgistan einen Staatsbesuch abgestattet und an einem Gipfel des Verteidigungsbündnisses Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) teilgenommen. Zum Abschluss der Reise antwortete er auf Fragen russischer Journalisten. Er äußerte sich zu den Bemühungen um ein Ende des Kriegs in der Ukraine, blieb aber im Detail bei seiner harten Haltung. Die Themen im Überblick:

Besuch von US-Unterhändler Witkoff bestätigt

Putin betonte eine generelle Bereitschaft zu Friedensgesprächen. Er bestätigte den Besuch von US-Vertretern in Moskau in den ersten Tagen der kommenden Woche. Von russischer Seite sollten Vertreter des Außenministeriums und der Präsidialverwaltung an den Verhandlungen teilnehmen. Nach Kreml-Angaben wird der Sondergesandte von US-Präsident Donald Trump, Steve Witkoff, in Moskau erwartet. 

Witkoff war zuletzt wegen angeblich zu großer Nähe zu Russland in die Kritik geraten. Dies stützte sich auf den an die Nachrichtenagentur Bloomberg durchgestochenen Mitschnitt eines Telefonats mit Moskau. Putin nahm den US-Unterhändler in Schutz: «Er ist ein amerikanischer Bürger und verteidigt die Position seines Präsidenten und seines Landes.» 

Vor Waffenruhe: Eroberung des Donbass

Als Grundvoraussetzung für eine Einigung nannte Putin erneut eine volle russische Kontrolle über die Gebiete Donezk und Luhansk im Donbass. «Die Truppen der Ukraine ziehen sich aus den von ihnen gehaltenen Territorien zurück, dann hören die Kämpfe auf. Wenn sie sich nicht zurückziehen, dann erreichen wir das auf militärischem Weg», sagte er. Auch Trump hat vorgeschlagen, dass die Ukraine diese Gebiete räumt. Kiew lehnt dies ab.

Russische Truppen auf dem Vormarsch

Putin berichtete, seine Truppen hätten sich nach einem Frontdurchbruch im südukrainischen Gebiet Saporischschja der Stadt Huljajpole auf ein bis zwei Kilometer genähert. Von ukrainischer Seite waren zuvor erhebliche Probleme bei Huljajpole eingeräumt worden. Jedoch sei der russische Vormarsch am Stadtrand gestoppt worden und die Lage wieder kontrollierbar.

Trotz ukrainischer Dementis behauptete Putin erneut, dass die Stadt Kupjansk im Gebiet Charkiw erobert sei. Kurz vor der Eroberung stehe auch das seit 2024 umkämpfte Woltschansk an der russischen Grenze. In der Region Donezk seien die Städte Pokrowsk und Myrnohrad eingekesselt. Das ukrainische Militär räumt Schwierigkeiten an diesen Frontabschnitten ein, weist die russische Darstellung aber zurück.

Verhandlungen mit USA über Anerkennung von russischem Gebiet

Von einem Journalisten wurde Putin auf eine Passage im US-Friedensplan angesprochen, wonach die USA die russische Kontrolle über die Krim und andere ukrainische Gebiete nur de facto anerkennen wollten. «Genau das soll Gegenstand unserer Gespräche mit der amerikanischen Seite sein», sagte Putin. Es sei eine der Schlüsselfragen. Russland hat die Halbinsel Krim sowie die Verwaltungsgebiete Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson zu seinem Staatsgebiet erklärt. Es besteht bislang erfolglos darauf, dass dies auch international anerkannt wird.

Keine Verträge mit jetziger Führung in Kiew

Erneut lehnte Putin es ab, mögliche Abkommen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zu unterzeichnen. «Die ukrainische Führung hat einen grundsätzlichen, strategischen Fehler begangen, als sie Angst vor Präsidentenwahlen hatte, denn seitdem hat der Präsident seinen legitimen Status verloren», sagte er. Kiew verweist darauf, dass laut ukrainischem Gesetz unter geltendem Kriegsrecht nicht gewählt werden darf.

Russland führt seit mehr als dreieinhalb Jahren einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland.

Hol dir jetzt den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.

 <b>Hol dir jetzt den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.</b>

Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für immer kostenlos

ausland | 68394130 |

Weitere Meldungen

Neue Gespräche über Ukraine-Krieg womöglich nächste Woche. Nächste Woche könnte es weitergehen. Der Iran-Krieg hat eine neue Runde der Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs zunächst ausgebremst. (Ausland, 10.03.2026 - 21:24) weiterlesen...

Mindestens 14 Verletzte in der Ukraine durch Drohnen. Trotz Abwehr kam es zu Einschlägen und Verletzten in mehreren Städten. Die ukrainische Luftwaffe meldet 137 Drohnen aus Russland in einer Nacht. (Ausland, 10.03.2026 - 08:36) weiterlesen...

Pistorius organisiert über 30 Patriot-Lenkflugkörper für Ukraine Die Ukraine kann wohl in den nächsten Wochen mit einem Paket von Patriot-Flugabwehrraketen aus Europa rechnen.Nach "Spiegel"-Informationen ist es Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gelungen, bei mehreren europäischen Partnern um die 30 Lenkflugkörper der neuesten Bauart PAC-3 loszueisen. (Politik, 10.03.2026 - 05:00) weiterlesen...

Trump und Putin haben über Iran-Krieg gesprochen. Putin wolle hilfreich sein, erkennt Trump an - und gibt einen Ratschlag, wie das möglich wäre. US-Präsident Trump und Kremlchef Putin sprechen über den Krieg in der Ukraine und im Iran. (Ausland, 10.03.2026 - 00:00) weiterlesen...

Moskau: Trump und Putin haben über Iran-Krieg gesprochen. Es ging demnach um eine Reihe «äußerst wichtiger Themen». US-Präsident Trump griff nach Angaben aus Moskau zum Hörer und telefonierte mit Kremlchef Putin. (Ausland, 09.03.2026 - 22:10) weiterlesen...

Europa rüstet auf: Waffenimporte verdreifacht. Vor allem wegen des Kriegs in der Ukraine bauen die Länder ihre Arsenale laut Friedensforschern aus. Aber das ist nicht mehr der einzige Grund. Europas Staaten kaufen deutlich mehr Rüstungsgüter. (Ausland, 09.03.2026 - 00:15) weiterlesen...