Marco Rubio, Wladimir Putin

G20-Gipfel in Miami: USA laden Putin im Dezember ein

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 17:50 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Die USA haben Russlands Präsidenten Wladimir Putin nach Angaben von Außenminister Marco Rubio zum G20-Gipfel im Dezember in Miami eingeladen. Washington hofft auf Gespräche Putins mit US-Präsident Donald Trump und anderen Staats- und Regierungschefs.

  • Die USA haben den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum G20-Gipfel im Dezember in Miami eingeladen - sagt US-Außenminister Marco Rubio.  - Bild: Yuki Iwamura/AP/dpa
    Die USA haben den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum G20-Gipfel im Dezember in Miami eingeladen - sagt US-Außenminister Marco Rubio. - Bild: Yuki Iwamura/AP/dpa
  • Am Rande der Generalversammlung kam Rubio auch mit seinem russischen Amtskollegen Lawrow zusammen. - Bild: Yuki Iwamura/AP/dpa
    Am Rande der Generalversammlung kam Rubio auch mit seinem russischen Amtskollegen Lawrow zusammen. - Bild: Yuki Iwamura/AP/dpa
Die USA haben den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum G20-Gipfel im Dezember in Miami eingeladen - sagt US-Außenminister Marco Rubio.  - Bild: Yuki Iwamura/AP/dpa Am Rande der Generalversammlung kam Rubio auch mit seinem russischen Amtskollegen Lawrow zusammen. - Bild: Yuki Iwamura/AP/dpa

Die USA haben Russlands Präsidenten Wladimir Putin nach Angaben von Außenminister Marco Rubio zum G20-Gipfel im Dezember in Miami eingeladen.

Washington hofft auf Putins Teilnahme

Die USA hofften, dass Putin die Einladung annehmen werde, sagte Rubio am Rande der UN-Generaldebatte in New York. Der Gipfel könne eine Gelegenheit sein, damit Putin nicht nur mit Trump, sondern auch mit anderen Staats- und Regierungschefs ins Gespräch komme.

In der G20-Runde der großen Industrie- und Schwellenländer ist Russland weiterhin Mitglied. Putin nahm zuletzt 2019 persönlich an einem G20-Gipfel teil – vor Beginn der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022.

Trump hatte Teilnahme als hilfreich bezeichnet

Der G20 gehören 19 Staaten, die Europäische Union und die Afrikanische Union an. Trump hatte bereits im April erklärt, Putins Teilnahme wäre wahrscheinlich hilfreich, zugleich aber Zweifel geäußert, ob der russische Präsident tatsächlich nach Miami reisen werde.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte Mitte September, er sei bereit, zu dem Gipfel zu kommen und mit Putin zu sprechen, falls er eingeladen werde. „Wir müssen kommen. Wir müssen uns treffen, sprechen und Entscheidungen treffen“, sagte Selenskyj in einem Interview der Deutschen Welle.

Russland im Konflikt mit westlichen G20-Mitgliedern

Russland liegt wegen seines Angriffskrieges gegen die Ukraine im Konflikt mit den westlich orientierten G20-Mitgliedern. Politisch hat Moskau zuletzt stärker auf das Staatenbündnis Brics mit befreundeten Staaten wie Brasilien, Indien, China und Südafrika gesetzt.

Bereits im August trafen sich im US-Bundesstaat North Carolina die Finanzminister im Vorfeld des G20-Gipfels. An dem Treffen nahm auch der russische Finanzminister Anton Siluanow teil.

USA sehen sich als Vermittler

Putin hatte Trump zuletzt im August des vergangenen Jahres bilateral in den USA getroffen. Die beiden Präsidenten telefonierten zudem mehrfach im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg.

Die USA verstehen sich als Vermittler in dem seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Krieg. Nennenswerte Fortschritte für ein Kriegsende wurden bislang jedoch nicht erzielt.

G20 als diplomatische Bühne

Die Einladung fällt in eine Phase, in der Washington den direkten Kontakt zu Moskau aufrechterhalten will. Ein Treffen am Rand eines Gipfels könnte Gespräche zwischen Putin und US-Präsident Donald Trump ermöglichen und zugleich weitere Staats- und Regierungschefs einbeziehen. Damit würde der G20-Gipfel neben seiner wirtschaftlichen Funktion erneut zu einer wichtigen diplomatischen Bühne.

Russland ist weiterhin Mitglied der G20, obwohl der Angriffskrieg gegen die Ukraine die Beziehungen zu den westlichen Teilnehmern schwer belastet. Die Gruppe umfasst 19 Staaten sowie die Europäische Union und die Afrikanische Union. Ein persönliches Erscheinen Putins könnte deshalb die Frage verschärfen, wie die G20 mit einem Mitglied umgeht, gegen dessen Politik viele andere Teilnehmer vorgehen.

Bezug zum Ukraine-Krieg

Die Einladung steht zudem im Zusammenhang mit den Bemühungen der USA, eine Lösung für den seit Februar 2022 andauernden Krieg zu erreichen. Die Ukraine signalisiert Gesprächsbereitschaft, während Moskau zuletzt eine begrenzte Waffenruhe für Angriffe auf Energieanlagen zurückgewiesen hat. Ein Gipfeltreffen könnte neue Gesprächskanäle eröffnen, wäre aber kein Ersatz für konkrete Vereinbarungen über Waffenruhe, Sicherheit und territoriale Fragen.

Für die internationale Wirtschaftspolitik wäre die Teilnahme ebenfalls bedeutsam: Die G20 koordiniert unter anderem Fragen von Wachstum, Finanzen und Handel. Der Gipfel in Miami könnte daher zeigen, ob die Mitglieder trotz des politischen Konflikts gemeinsame Beschlüsse ermöglichen oder ob der Streit über Russlands Krieg die Beratungen dominiert.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

MDR: „Dienstag: EU verlängert Russland-Sanktionen gleich um drei Jahre“ (23.09.2026)

Der Bericht habe im Zusammenhang mit dem Treffen von Trump und Selenskyj dargestellt, Putin sei bereit zu einem Treffen, wenn er zum G20-Gipfel in Miami eingeladen werde. Anders als die dpa-Meldung habe der Beitrag den Vorgang vor allem in den Kontext der US-Sanktionspolitik und der Gespräche über eine Waffenruhe eingeordnet.

tagesschau: „Trump und Selenskyj sprechen über Deeskalation mit Russland“ (23.09.2026)

Der Bericht betone die diplomatischen Gespräche am Rande der UN-Generalversammlung und hebe Selenskyjs Bereitschaft zu einer begrenzten Waffenruhe sowie zu einem Treffen mit Putin und Trump hervor. Die Einladung zum G20-Gipfel bestätige er im weiteren Zusammenhang, setze den Schwerpunkt jedoch stärker auf mögliche Verhandlungen und die geplante Begegnung Rubios mit Sergej Lawrow.

Beide Beiträge stellten die Einladung beziehungsweise ihre Voraussetzung in den Zusammenhang amerikanischer Vermittlungsbemühungen. Unterschiedlich gewichtet würden vor allem der Sanktionskonflikt, die vorgeschlagene Waffenruhe und die Frage, ob aus den diplomatischen Kontakten konkrete Fortschritte für ein Kriegsende entstehen könnten.

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