Iran, USA

Schah-Sohn ruft zu weitergehenden Protesten im Iran auf

12.01.2026 - 01:26:48 | dpa.de

Die Massenproteste im Iran dauern auch nach zwei Wochen weiter an. Der Sohn des gestürzten Schahs veröffentlicht nun einen weitergehenden Protestaufruf.

Bei den Massenprotesten gibt es laut Aktivisten immer mehr Tote. (Archivbild) - Foto: Uncredited/VALIDATED UGC/AP/dpa
Bei den Massenprotesten gibt es laut Aktivisten immer mehr Tote. (Archivbild) - Foto: Uncredited/VALIDATED UGC/AP/dpa

Reza Pahlavi, der Sohn des 1979 gestürzten Schahs, ruft in einer neuen Botschaft an die Protestbewegung im Iran zur nächsten Phase des Aufstands auf, «um die Islamische Republik zu stürzen». Neben der Besetzung zentraler Straßen in den Städten seien jetzt auch alle Institutionen, die für die Propaganda der Staatsführung und die Unterbrechung der Kommunikation verantwortlich seien, «legitime Ziele», erklärte er auf der Plattform X. Wegen der Internetsperre ist aber unklar, ob und in welchem Ausmaß Menschen im Iran seine Forderungen überhaupt zu sehen bekommen. 

Pahlavi rief zudem dazu auf, außerhalb des Irans an allen iranischen Botschaften und Konsulaten die «schändliche Flagge der Islamischen Republik» gegen die alte Flagge auszutauschen, die zuletzt während der Herrschaft seines Vaters Schah Mohammed Reza Pahlavi genutzt worden war. Dessen prowestliche Monarchie wurde 1979 durch eine islamische Revolution gestürzt. Der Schah verließ das Land mit seiner Familie und starb im Ausland.

Neue Drohungen im Iran gegen Demonstranten

Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf hatte zuvor der Protestbewegung vorgeworfen, eine Grundlage für eine Militärintervention der USA schaffen zu wollen. Die «Feinde» müssten jedoch wissen, dass die Verteidiger des Landes sie vernichten würden, sagte er laut Übersetzung des Propagandakanals Press TV.

Laut Aktivisten haben sich die Demonstrationen auf 186 Städte ausgeweitet. 483 Demonstranten seien getötet worden, berichtete das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA. Insgesamt seien bisher 544 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch Kinder sowie 47 Sicherheitskräfte. Rund 10.700 Menschen seien festgenommen worden. Man habe im Verlauf der vergangenen 24 Stunden eine «neue Welle» von Daten und Bildmaterial erhalten und prüfe dies, hieß es. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen.

Irans Behörden haben den Internetzugang für die Bevölkerung fast vollständig gesperrt, auch Telefonleitungen schienen teils nicht mehr zu funktionierten.

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