Russische Duma-Wahl: Geeintes Russland baut Mehrheit aus
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 08:20 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBei der Parlamentswahl in Russland ist die Kremlpartei Geeintes Russland zur Siegerin erklärt worden und baut ihre Zweidrittelmehrheit in der Staatsduma weiter aus.
Ergebnis und Machtverhältnisse
Nach Angaben der zentralen Wahlkommission kommt die Partei auf mindestens 338 der 450 Sitze. Laut den bislang ausgezählten Stimmen erreichte Geeintes Russland 57,86 Prozent, während die Kommunistische Partei, die LDPR, Nowyje Ljudi und Gerechtes Russland die weiteren Mandate unter sich aufteilen.
Wahl unter Kriegsbedingungen
Die Abstimmung fand unter den Bedingungen des seit 2022 andauernden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine statt. In die neue Duma ziehen auch Kriegsveteranen ein, während die Wahlleitung zugleich von Cyberangriffen auf die Online-Stimmabgabe sprach.
Signal für den Kreml
Für Kremlchef Wladimir Putin ist das Ergebnis ein politisches Signal der Stabilität nach innen und der Fortsetzung des Kurses nach außen. Die Wahlbeteiligung lag nach den Angaben der Wahlleitung bei mehr als 56 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit 15 Jahren.
Politische Einordnung
Die Wahl bestätigt ein Parlament, in dem Oppositionskräfte praktisch keinen Einfluss entfalten können. Dass nur noch vier Parteien vertreten sind, verschiebt das Kräfteverhältnis zusätzlich zugunsten der Kremlpartei und dürfte die Linie des Präsidenten im Krieg gegen die Ukraine weiter absichern.
Für die innenpolitische Lage ist vor allem der symbolische Effekt bedeutsam: Ein Parlament mit mehr Veteranen und klar kriegsnaher Mehrheit stärkt jene Kräfte, die auf Härte, Mobilisierung und Durchhalteparolen setzen. Gleichzeitig wächst der Druck auf die staatlichen Institutionen, die soziale und wirtschaftliche Belastung eines langen Krieges zu verwalten.
Für Leser in Deutschland und Europa ist das Ergebnis relevant, weil es wenig Spielraum für politische Kurskorrekturen in Moskau erkennen lässt. Je stärker die Duma auf den Krieg ausgerichtet ist, desto schwieriger werden Verhandlungen, die auf einen raschen Rückzug oder eine deutliche Deeskalation hinausliefen.
