USA, Regierung

US-Demokraten warnen vor Verlust von Grundrechten

18.09.2025 - 20:21:34

Die Demokraten werfen Trump vor, das Kirk-Attentat politisch auszunutzen und Grundrechte einzuschränken - und wollen die Meinungsfreiheit besser schützen. Hat ihr Vorhaben Aussicht auf Erfolg?

Die Demokraten im US-Kongress wollen mit einem Gesetzesvorschlag gegen die aus ihrer Sicht drohende Einschränkung der Meinungsfreiheit in den Vereinigten Staaten vorgehen. «Das ist ein entscheidender Moment für das Land», sagte Senator Chris Murphy in Washington. «Konservative, die sagen, dass sie Demokratie und Meinungsfreiheit unterstützen, müssen jetzt ihre Stimme erheben.»

Mit dem «No Political Enemies Act» (etwa: «Gesetz gegen politische Verfolgung») wollen die Demokraten nach eigenen Angaben Menschen schützen, die aus politischen Gründen in den Fokus der Regierung von Präsident Donald Trump geraten. Regierungsvertreter sollen «reale Konsequenzen» tragen müssen, wenn sie von der US-Verfassung geschützte Meinungsäußerungen unterdrücken.

Auslöser des Vorstoßes ist die vorläufige Absetzung der Fernsehsendung von Moderator Jimmy Kimmel nach dessen Äußerungen zum Tod des rechten Aktivisten Charlie Kirk. Der Vorgang schlägt in den USA hohe Wellen.

«Ihr werdet diesen Moment auf eurem Sterbebett bereuen»

Murphy warnte in diesem Zusammenhang vor dem Vorgehen des Justizministeriums. Trump weise die Behörde derzeit an, «Jagd auf seine politischen Feinde zu machen», sagte der Senator. Das sei «markerschütternd». Zugleich kritisierte er private Unternehmen, die Stimmen wie die von Kimmel zum Schweigen brächten oder die Äußerungen ihrer Beschäftigten überwachten.

Viele Konzerne seien so «gierig», dass sie «alles tun würden, um möglichst viel Geld zu verdienen» - selbst wenn dies bedeute, als Handlanger Trumps zu fungieren, sagte Murphy und fügte hinzu: «Ihr werdet diesen Moment auf eurem Sterbebett bereuen, wenn Amerika keine Demokratie mehr ist und ihr bereitwillig an den Bemühungen zur Zerstörung der politischen Meinungsäußerung mitgewirkt habt.»

«Das ist genau das, was Autokraten tun»

Der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer, erhob ebenfalls schwere Vorwürfe. «Was Charlie Kirk widerfahren ist, ist natürlich abscheulich», sagte er. «Aber es ist widerwärtig, dass die Trump-Regierung diesen schrecklichen Tod auf perverse Weise als Vorwand nutzt, um ihre langjährige Kampagne gegen politische Gegner noch weiter anzuheizen.» Das sei «genau das, was Autokraten tun». Trump verhalte sich wie Chinas Staatschef Xi Jinping oder Kremlchef Wladimir Putin.

Die Erfolgsaussichten des Vorstoßes im Kongress sind gering. Die Demokraten sind in beiden Parlamentskammern in der Minderheit und auf Stimmen der Republikaner angewiesen. Trump hat seine Partei bislang fest hinter sich vereint. Allerdings könnte es Anzeichen eines möglichen Bruchs geben: In Teilen der republikanischen Basis wurden zuletzt Zweifel laut, ob die Regierung mit Einschränkungen der Meinungsfreiheit - einem auch von Konservativen traditionell hochgehaltenen Gut - zu weit geht.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Trump unterschreibt Haushaltspaket: Shutdown beendet. Nun gibt es eine Einigung - fürs Erste. Ein Streit um die Finanzierung des Heimatschutzministeriums, zu dem auch die Einwanderungsbehörde ICE gehört, hatte einen Regierungsstillstand ausgelöst. (Ausland, 03.02.2026 - 22:43) weiterlesen...

US-Parlament ebnet Weg für Ende des Shutdowns. Nun scheint ein Kompromiss gefunden. Ein Streit um die Finanzierung des Heimatschutzministeriums, zu dem auch die Einwanderungsbehörde ICE gehört, hatte einen Regierungsstillstand ausgelöst. (Politik, 03.02.2026 - 20:12) weiterlesen...

Clintons wollen aussagen - Ärger für britischen Ex-Minister. Bisher hatte der Ex-US-Präsident eine Aussage vor dem Kongress verweigert. Jetzt lenkt er ein. Auch in London schlägt der Skandal Wellen. Bill Clinton taucht mehrfach in den Epstein-Akten auf. (Ausland, 03.02.2026 - 13:19) weiterlesen...

China verbietet versteckte Auto-Türgriffe Fast magisch im Auto verschwindende Türgriffe: In China bieten viele Hersteller diese dank Tesla populär gewordene Technik schon länger an. (Wissenschaft, 03.02.2026 - 09:49) weiterlesen...

Trump will eine Milliarde Dollar von Elite-Uni Harvard. Nun erhöht der US-Präsident den Druck auf die Universität. Ein Bericht der «New York Times» bringt neuen Schwung in den Streit zwischen Donald Trump und Harvard. (Ausland, 03.02.2026 - 07:30) weiterlesen...

Clintons in Epstein-Fall zu Aussage vor US-Kongress bereit. Lange hatte der ehemalige US-Präsident eine Aussage dazu verweigert. Jetzt lenkt er ein – zusammen mit Hillary. Bill Clinton taucht wiederholt in den Dokumenten aus dem Epstein-Fall auf. (Ausland, 03.02.2026 - 06:39) weiterlesen...