USA, International

Trump ermahnt Nato-Verbündete: «Erinnert euch an Grönland»

09.04.2026 - 08:12:43 | dpa.de

Der US-Präsident ärgert sich über die Nato. Nun legt er nach. Es klingt wie eine Drohung: Will Trump den Streit um das strategisch bedeutende Grönland neu entfachen?

US-Präsident Trump hat erneut die Nato kritisiert. (Archivfoto) - Foto: Alex Brandon/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump hat den Nato-Partnern erneut mangelnde Unterstützung für den Krieg gegen den Iran vorgeworfen und dabei auch wieder den Streit um Grönland thematisiert. «Die Nato war nicht da, als wir sie brauchten, und sie wird auch nicht da sein, wenn wir sie wieder brauchen», schrieb er in Großbuchstaben auf seiner Plattform Truth Social nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte. Die Verbündeten sollten sich an Grönland erinnern, das er als «großes, schlecht verwaltetes Stück Eis» bezeichnete. Die Arktisinsel, die sich Trump noch Anfang des Jahres für die USA einverleiben wollte, gehört zum Gebiet des Nato-Partners Dänemark.

Trump hatte die Nato-Verbündeten unter anderem aufgefordert, die USA bei der Sicherung der Straße von Hormus zu unterstützen. Diese hielten sich allerdings angesichts der laufenden Kampfhandlungen mit Zusagen zurück. 

In einem weiteren, knappen Post brachte Trump Stunden später erneut seinen Unmut zum Ausdruck. Er warf Nato-Partnern vor, ohne Druck nichts zu verstehen, wurde dabei allerdings nicht konkret. 

Der Iran hatte die Straße von Hormus Anfang März als Reaktion auf die Angriffe der Vereinigten Staaten und Israels blockiert. Der Transport von Öl- und Flüssiggas aus dem Persischen Golf durch die Straße von Hormus war damit praktisch nicht mehr möglich, die Weltmarktpreise stiegen rasant an. 

Könnten sich die USA aus der Nato verabschieden?

Trump hat die seiner Ansicht nach mangelnde Unterstützung der Nato-Partner für den Krieg gegen den Iran wiederholt kritisiert. Zudem schürten manche seiner Äußerungen Ängste vor einem möglichen Austritt der USA aus dem transatlantischen Verteidigungsbündnis. Der US-Senat müsste einem Nato-Austritt mit Zweidrittelmehrheit zustimmen - was als sehr unwahrscheinlich gilt.

Trump traf sich am Mittwoch (Ortszeit) im Weißen Haus mit Nato-Generalsekretär Rutte. Dieser sagte dem US-Sender CNN nach der Unterredung, es sei klar, dass Trump «eindeutig enttäuscht» sei über das transatlantische Bündnis und mehrere Partnerstaaten. Rutte beschrieb das Treffen mit Trump als «sehr offene Diskussion zwischen zwei Freunden». 

Der Streit um Grönland

Anfang des Jahres hatte Trump offen mit einer Übernahme der strategisch bedeutenden Arktisinsel Grönland geliebäugelt – notfalls auch gewaltsam. Davon sah er nach einem Sturm der Entrüstung unter den europäischen Nato-Partnern schließlich wieder ab. Er beharrte jedoch auf Verhandlungen zu dem Thema. Zudem startete die Nato einen neuen Einsatz, der die militärische Präsenz in der Arktis verstärken soll.

Dänemark und auch die Regierung des weitgehend autonomen Grönlands lehnen eine Übernahme durch die USA strikt ab. Unter anderem die Regierung in Kopenhagen hatte zudem gewarnt, dass eine US-Annexion Grönlands das Ende des westlichen Verteidigungsbündnisses bedeuten würde.

Trump hatte sein Vorgehen mit der Behauptung begründet, dass Grönland sonst nicht vor Russland und China sicher sei. Grönland ist zu vier Fünfteln mit Eis bedeckt und sechsmal so groß wie Deutschland, hat aber nur knapp 57.000 Einwohner.

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