USA, Iran

Trump drängt auf Hilfe bei Sicherung der Straße von Hormus

15.03.2026 - 05:35:14 | dpa.de

Der Iran-Krieg geht in die dritte Woche. US-Präsident Trump will, dass die Straße von Hormus wieder sicher befahrbar wird. Andere Länder sollen Kriegsschiffe schicken. In Teheran sorgt das für Spott.

  • Israel wird erneut Ziel iranischer Raketen.  - Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa
    Israel wird erneut Ziel iranischer Raketen. - Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa
  • US-Präsident Trump hat militärische Hilfe «vieler Länder» für die sichere Schifffahrt durch die Straße von Hormus in Aussicht gestellt.  - Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa
    US-Präsident Trump hat militärische Hilfe «vieler Länder» für die sichere Schifffahrt durch die Straße von Hormus in Aussicht gestellt. - Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa
  • Es kam zu weiteren Angriffen auf mehrere Golfstaaten.  - Foto: Altaf Qadri/AP/dpa
    Es kam zu weiteren Angriffen auf mehrere Golfstaaten. - Foto: Altaf Qadri/AP/dpa
  • Irans Außenminister Araghchi reagiert auf Äußerungen Trumps. (Archivbild) - Foto: Khalil Hamra/AP/dpa
    Irans Außenminister Araghchi reagiert auf Äußerungen Trumps. (Archivbild) - Foto: Khalil Hamra/AP/dpa
  • Israel sieht sich weiter Beschuss aus dem Iran ausgesetzt.    - Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa
    Israel sieht sich weiter Beschuss aus dem Iran ausgesetzt. - Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa
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US-Präsident Donald Trump hat militärische Hilfe vieler Länder zur gemeinsamen Sicherung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus in Aussicht gestellt - ohne konkret zu werden. «Viele Länder – insbesondere diejenigen, die von Irans versuchter Blockade der Straße von Hormus betroffen sind – werden gemeinsam mit den Vereinigten Staaten Kriegsschiffe entsenden, um sie offen und sicher zu halten», schrieb er auf der Plattform Truth Social. Die iranische Führung verspottete dies als Hilferuf. 

Es ist unklar, welche Länder Trump meint und ob sich Länder überhaupt bereit erklärt haben, Kriegsschiffe zu schicken. Trump ergänzte, dass «hoffentlich» China, Frankreich, Japan, Südkorea, Großbritannien und andere Länder, die von Irans Blockade der für den globalen Ölexport wichtigen Meerenge betroffen sind, Schiffe entsenden werden. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist nahezu zum Erliegen gekommen, was die Ölpreise in die Höhe treibt.

Trump droht weitere Angriffe auf iranischer Öl-Insel an

Trump drohte derweil in einem Telefoninterview des Senders NBC News mit weiteren Angriffen auf der für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Charg. Das US-Militär hatte am Samstag nach seinen Angaben auf der Insel Militäranlagen zerstört, um Teheran zur Wiederöffnung der Straße von Hormus zu bewegen. 

Laut der US-Armee wurden mehr als 90 Militärziele getroffen, ohne dass dabei die Ölinfrastruktur beschädigt wurde. Trump sagte nun dem Sender NBC News nach dessen Angaben, die Angriffe hätten die Insel Charg «vollständig zerstört, aber wir werden vielleicht noch ein paar Mal zuschlagen, nur so zum Spaß».

Trump versprach auf Truth Social, die Straße von Hormus werde so oder so bald wieder «OFFEN, SICHER und FREI» sein. In einem weiteren Post schrieb er, die Länder, die Öl durch die Straße von Hormus beziehen, müssten sie sichern. 

Iran spottet über Trumps «Bitten um Verstärkung»

Der Marine-Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, Aziz Reza Tangsiri, verspottete Trump auf der Plattform X: «Die Amerikaner haben fälschlicherweise behauptet, die iranische Marine zerstört zu haben. Dann haben sie fälschlicherweise behauptet, Öltanker zu eskortieren. Jetzt bitten sie sogar andere um Verstärkung», schrieb er mit Blick auf Trumps Post. 

Weiter schrieb der iranische Kommandeur: «Natürlich sollten wir daran erinnern, dass die Straße von Hormus noch nicht militärisch gesperrt wurde und lediglich unter Kontrolle steht». Irans Außenminister Abbas Araghtschi schrieb auf X: «Die USA bitten nun andere, sogar China, um Hilfe bei der Sicherung der Straße von Hormus». Der Iran rufe «seine brüderlichen Nachbarn dazu auf, ausländische Aggressoren zu vertreiben, zumal deren einziges Anliegen Israel ist.» 

Emirate erneut unter Beschuss 

Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate meldete derweil am frühen Morgen auf der Plattform X, dass die Luftabwehr erneut dabei sei, Raketenangriffe und aus dem Iran kommende Drohnen abzufangen. Zuvor war es bereits zu Angriffen auch auf andere Golfstaaten gekommen. 

Der Berater des Präsidenten der Emirate, Anwar Gargasch, erklärte in der Nacht, sein Land habe das Recht, sich gegen die «terroristische Aggression» zu verteidigen. Zugleich fügte er jedoch hinzu, man wolle weiterhin Vernunft und Zurückhaltung walten lassen. Die Emirate übten Zurückhaltung und suchten zugleich nach einem Ausweg aus der Krise für den Iran und die ganze Region. 

Die US-Botschaft im Irak rief derweil US-Bürger auf, das Land zu verlassen. Der Aufruf erfolgt, nachdem zuvor ein Flugabwehrsystem an der Botschaft Medienberichten zufolge von einer Rakete getroffen worden war. Mit dem Iran verbündete Milizen haben seit Beginn des Iran-Kriegs mehrere Angriffe auf US-Einrichtungen im Irak für sich beansprucht. «US-Bürger sollten den Irak jetzt verlassen», heißt es in der Warnung der Botschaft in der Hauptstadt Bagdad.

Trump zu Abkommen mit Iran nicht bereit

US-Präsident Trump ist derweil nach eigenen Worten noch nicht bereit für ein Abkommen zur Beendigung des Krieges mit dem Iran. «Der Iran will ein Abkommen schließen, und ich will es nicht schließen, weil die Bedingungen noch nicht gut genug sind», zitierte ihn der Sender NBC News. Auf die Frage, wie die Bedingungen für ein Abkommen zur Beendigung des Krieges aussehen müssten, habe Trump am Telefon erwidert: «Das möchte ich Ihnen nicht sagen.»

Trump habe aber bestätigt, dass eine Verpflichtung des Irans, jegliche nukleare Ambitionen aufzugeben, Teil der Bedingungen für ein Abkommen mit dem Iran sein würde. Öffentlich haben sich ranghohe iranische Vertreter nicht dazu geäußert, bereit für ein Abkommen zur Beendigung des Krieges zu sein. 

Israel meldet erneuten Beschuss aus dem Iran

Derweil feuerte der Iran in der Nacht erneut Raketen auf den Erzfeind Israel ab. Nach Angaben des israelischen Militärs kam es im Zentrum des jüdischen Staates zu einem Einschlag. Möglicherweise handele es sich um herabgefallene Trümmerteile infolge des Abfangens eines Geschosses, berichtete die «Times of Israel». Zwei Menschen seien laut Rettungsdienst leicht verletzt worden. 

Unterdessen gehen Israels Bodentruppen im Südlibanon weiter gegen die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz vor. Dutzende Milizionäre seien getötet worden, teilte die Armee mit. Zudem seien Waffenlager, ein Kommandozentrum und Beobachtungsposten der Hisbollah zerstört worden. Das Nordkommando setze Vorbereitungen fort, kommende Woche weitere Truppen aufzunehmen. 

Nach Darstellung des Nachrichtenportals «Axios» will Israel das gesamte Gebiet südlich des Litani-Flusses einnehmen, um die militärische Infrastruktur der Hisbollah zu zerschlagen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderte erneut ein Ende der gegenseitigen Angriffe zwischen Israel und der Hisbollah.

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