International, USA

USA halten Rubios Teilnahme an Nato-Treffen für unnötig

02.12.2025 - 02:13:05 | dpa.de

Dass ein US-Außenminister sich bei einem formellen Nato-Treffen ohne triftigen Grund vertreten lässt, hat Seltenheitswert. Setzt Marco Rubio inmitten der neuen Ukraine-Verhandlungen ein Zeichen?

  • US-Außenminister Marco Rubio verzichtet auf eine Reise nach Brüssel. (Archivbild) - Foto: Jacquelyn Martin/Pool AP/AP/dpa
  • Vertreten wird der Minister beim Nato-Treffen von seinem Vize Christopher Landau. (Archivbild) - Foto: Eduardo Verdugo/AP/dpa
US-Außenminister Marco Rubio verzichtet auf eine Reise nach Brüssel. (Archivbild) - Foto: Jacquelyn Martin/Pool AP/AP/dpa Vertreten wird der Minister beim Nato-Treffen von seinem Vize Christopher Landau. (Archivbild) - Foto: Eduardo Verdugo/AP/dpa

Trotz der laufenden Verhandlungen über eine Friedenslösung im Ukraine-Krieg hält die US-Regierung eine Teilnahme von Außenminister Marco Rubio an einem lange geplanten Nato-Treffen nicht für nötig. «Es wäre völlig unrealistisch, ihn bei jedem Treffen zu erwarten», entgegnete ein Sprecher des Außenministeriums auf die Frage der Deutschen Presse-Agentur, warum Rubio nicht zu dem Termin in Brüssel anreise. Der Minister habe bereits an Dutzenden Treffen mit Nato-Verbündeten teilgenommen, hieß es aus Washington. 

Zuvor hatte der stellvertretende US-Außenminister Christopher Landau mitgeteilt, er werde an den Beratungen in der belgischen Hauptstadt teilnehmen und sei auf dem Weg dorthin. Bei der Zusammenkunft soll es am Mittwoch unter anderem um die weitere Unterstützung der Ukraine gehen. Rubio hingegen nimmt nach Angaben seines Ministeriums am Dienstag an - nicht näher erläuterten - Treffen im Weißen Haus teil. Am Vortag sprach er mit seinem deutschen Kollegen Johann Wadephul über die Bemühungen um Frieden in der Ukraine, wie das US-Außenministerium knapp mitteilte.

Dass ein US-Außenminister nicht persönlich an einem formellen Nato-Außenministertreffen teilnimmt, ist höchst ungewöhnlich. So schrieb die langjährige frühere Nato-Sprecherin Oana Lungescu (2010-2023) nach dem Bekanntwerden erster Gerüchte über eine Absage im sozialen Netzwerk X, sie könne sich an nichts Vergleichbares in der jüngeren Geschichte erinnern. «Das würde das falsche Signal senden, gerade jetzt, wo sich Amerika noch enger mit europäischen Verbündeten zur Ukraine koordinieren sollte», kommentierte sie.

Vermittlerrolle statt Nato-Mitglied?

Als ein möglicher Hintergrund gilt in Brüssel, dass zumindest Teile der US-Regierung die Nato offensichtlich als Hindernis für einen erfolgreichen Abschluss der jüngsten Initiative von Präsident Donald Trump für ein Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine sehen. So enthielt der jüngst bekanntgewordene Entwurf für einen 28-Punkte-Friedensplan unter anderem eine Passage, nach der die Nato auf die Aufnahme weiterer Mitglieder komplett verzichten soll.

In einem weiteren Punkt wirkte es zudem so, als wenn sich die USA nicht mehr als normales Nato-Mitglied, sondern als Außenstehender sehen. So hieß es dort: «Ein Dialog zwischen Russland und der Nato wird unter Vermittlung der Vereinigten Staaten geführt, um alle Sicherheitsfragen zu klären und Bedingungen für eine Deeskalation zu schaffen, um die globale Sicherheit zu gewährleisten und die Chancen für Zusammenarbeit und zukünftige wirtschaftliche Entwicklung zu erhöhen.»

Führende europäische Nato-Mitglieder wie Deutschland, Frankreich und Italien hatte diese Passagen des Textentwurfs kritisiert. Die Amerikaner sagten danach zu, dass Nato-Themen zunächst separat mit den Alliierten behandelt werden sollen. Das Gleiche gilt auch für Themen mit EU-Bezug.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
ausland | 68403575 |

Weitere Meldungen

Expertin: Trumps Zollversprechen gehen nicht auf. Eine Expertin zieht eine eindeutige Bilanz. Vor einem Jahr rief Donald Trump den «Liberation Day» aus und kündigte Zölle für zahlreiche Länder an. (Wirtschaft, 02.04.2026 - 04:00) weiterlesen...

Erstmals seit über 50 Jahren Menschen auf dem Weg zum Mond Nach zahlreichen Verzögerungen ist die bemannte Nasa-Mondmission «Artemis 2» gestartet: Erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert sind wieder Menschen in die Nähe des Mondes unterwegs. (Wissenschaft, 02.04.2026 - 00:39) weiterlesen...

Wer wird Nachfolger von UN-Generalsekretär Guterres?. 2026 muss ein Nachfolger für UN-Chef Guterres gefunden werden. Auf ihn oder sie warten riesige Herausforderungen. Schon der allererste UN-Generalsekretär sprach vom «unmöglichsten Job der Welt». (Ausland, 01.04.2026 - 04:45) weiterlesen...

Forscher warnen: Evakuierung aus Flugzeugen dauert zu lang. Doch der steigende Anteil älterer Passagiere erschwert dieses Ziel. Forscher haben nun Lösungsvorschläge. Die Evakuierung von Menschen aus einem Flugzeug soll maximal 90 Sekunden dauern. (Wissenschaft, 01.04.2026 - 04:30) weiterlesen...

Trumps Name überall? Flughafen Palm Beach wird umbenannt. Im südlichen US-Bundesstaat gibt es bereits einen Trump Boulevard. Trumps Name auf noch mehr Gebäuden: Floridas Gouverneur will den internationalen Airport nach dem US-Präsidenten benennen. (Unterhaltung, 31.03.2026 - 09:48) weiterlesen...

IWF: Iran-Krieg treibt Inflation und bedroht Lieferketten Verspätete Tanker, steigende Preise: Wie der Krieg im Nahen Osten Lieferketten durcheinanderwirbelt – und warum das nicht nur Unternehmen trifft, sondern auch den Alltag teurer machen dürfte. (Wirtschaft, 31.03.2026 - 08:56) weiterlesen...