USA, Deutschland

Trump: USA erwägen Truppenreduzierung in Deutschland

29.04.2026 - 23:58:29 | dpa.de

Das Verhältnis zwischen Kanzler Merz und US-Präsident Trump galt lange Zeit als gut. Jetzt schlagen die beiden andere Töne an - und Trump eskaliert mit einer Drohung.

  • Trump erwägt Truppenreduzierung aus Deutschland. - Foto: Matt Rourke/AP/dpa
    Trump erwägt Truppenreduzierung aus Deutschland. - Foto: Matt Rourke/AP/dpa
  • Trump erwägt Truppenreduzierung in Deutschland. - Foto: Matt Rourke/AP/dpa
    Trump erwägt Truppenreduzierung in Deutschland. - Foto: Matt Rourke/AP/dpa
  • Noch im vergangenen Monat sprach Merz nach einem Treffen mit Trump von einer US-Zusage, an der militärischen Präsenz in Deutschland festzuhalten. (Archivbild) - Foto: Kay Nietfeld/dpa
    Noch im vergangenen Monat sprach Merz nach einem Treffen mit Trump von einer US-Zusage, an der militärischen Präsenz in Deutschland festzuhalten. (Archivbild) - Foto: Kay Nietfeld/dpa
Trump erwägt Truppenreduzierung aus Deutschland. - Foto: Matt Rourke/AP/dpa Trump erwägt Truppenreduzierung in Deutschland. - Foto: Matt Rourke/AP/dpa Noch im vergangenen Monat sprach Merz nach einem Treffen mit Trump von einer US-Zusage, an der militärischen Präsenz in Deutschland festzuhalten. (Archivbild) - Foto: Kay Nietfeld/dpa

Die USA prüfen nach Aussage von Präsident Donald Trump eine mögliche Truppenreduzierung in Deutschland. Eine Entscheidung solle in Kürze getroffen werden, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. 

Die Ankündigung folgt auf Trumps deutliche Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz, weil dieser sich kritisch über die US-Offensive gegen den Iran geäußert hatte. «Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!», hatte Trump am Dienstag mit Blick auf Merz (CDU) auf seiner Plattform Truth Social geschrieben. Es sei kein Wunder, «dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht!». Er warf dem Kanzler vor, damit einverstanden zu sein, dass der Iran über Atomwaffen verfüge.

Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 mit einer Reduzierung des Truppenkontingents in Deutschland gedroht. Aktuell sind nach Angaben des US-Militärs von Mitte April rund 86.000 Soldaten in Europa stationiert – davon rund 39.000 in Deutschland. Die Zahl verändert sich regelmäßig, auch wegen Rotationen und Übungen. 

Merz vor Wochen: Trump will an US-Präsenz in Deutschland festhalten

Noch im März hatte Trump dem Bundeskanzler nach dessen Angaben zugesagt, dass die USA an ihrer Truppenpräsenz in Deutschland festhalten wollten.  «Das ist eine gute Nachricht, die ich aber auch anders nicht erwartet habe», sagte der CDU-Vorsitzende in Washington nach einem Treffen mit Trump.

Angesichts der kritischen Grundhaltung von Trump gegenüber Europa war zuvor spekuliert worden, dass der Präsident US-Soldaten auch aus Deutschland abziehen könnte. Ob Trump zugesagt hat, dass das US-Kontingent in bisherigem Umfang erhalten bleibt, sagte Merz nicht.

Im Sommer vergangenen Jahres - bei einem früheren Besuch von Merz in Washington - machte Trump Deutschland auch persönlich Hoffnung, die dort stationierten US-Soldaten in bisheriger Truppenstärke zu belassen. Auf die Frage einer Reporterin, ob er die US-Truppen in Deutschland lassen werde, sagte er: «Ja, wir werden darüber reden.» Wenn Deutschland die amerikanischen Soldaten dort haben wolle, sei er dazu bereit. «Ja, das werden wir tun. Das ist kein Problem.»

Dutzende große US-Militärstützpunkte in Europa

In Europa gibt es seit Jahrzehnten Dutzende große US-Militärstützpunkte, die bei den weltumspannenden Einsätzen der Amerikaner - etwa im Nahen Osten - von enormer Bedeutung sind: Hier sind Truppen, Waffen, Schiffe und Flugzeuge stationiert, es werden Drohnen gesteuert oder auch Verletzte versorgt. In Deutschland gehören dazu das US-Oberkommando für Europa (EUCOM) in Stuttgart und als Drehkreuz der US-Luftwaffe der Flugplatz Ramstein in Rheinland-Pfalz. Weitere wichtige Stützpunkte unterhalten die USA in Italien und in Großbritannien.

Der US-Kongress hatte Ende 2025 einen Sicherheitsmechanismus beschlossen: So darf die Gesamtzahl der Streitkräfte, die dauerhaft im Zuständigkeitsbereich des Europa-Kommandos sind, nicht länger als 45 Tage unter 76.000 liegen. Danach müssten bestimmte Berichtswege eingehalten werden, um eine Verringerung anzustrengen.

Wie es um das Verhältnis von Merz und Trump bestellt ist

Nimmt man Trumps jüngste Äußerungen zum Maßstab, scheint das persönliche Verhältnis zu Merz an einem neuen Tiefpunkt angelangt zu sein. Merz trat diesem Eindruck aber am Mittwoch entgegen. «Das persönliche Verhältnis zwischen dem amerikanischen Präsidenten und mir ist - jedenfalls aus meiner Sicht - unverändert gut», sagte er. «Wir sind nach wie vor in guten Gesprächen miteinander.»

Warum Merz die US-Regierung kritisierte

Über Monate pflegten der Bundeskanzler und der US-Präsident ein recht gutes Verhältnis zueinander. Zuletzt stimmte Merz allerdings einen neuen Ton an und kritisierte Washington öffentlich. So warf er der US-Regierung vor, keine Exit-Strategie für den Iran-Krieg zu haben. «Weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben», sagte er bei einer Diskussion mit Schülern in Marsberg im Sauerland.

«Das Problem bei solchen Konflikten ist immer: Da muss man ja nicht nur rein, da muss man auch wieder raus. Das haben wir ganz schmerzhaft bei Afghanistan gesehen, 20 Jahre lang. Wir haben das im Irak gesehen», sagte der Bundeskanzler weiter. Die Amerikaner seien im Iran «ganz offensichtlich ohne jede Strategie in diesen Krieg gegangen». Deshalb sei es umso schwerer, den Konflikt nun wieder zu beenden. «Zumal die Iraner offensichtlich sehr geschickt verhandeln - oder eben sehr geschickt nicht verhandeln», sagte Merz. «Da wird eine ganze Nation gedemütigt durch die iranische Staatsführung.»

Trump ist auch auf andere Europäer nicht gut zu sprechen

Merz ist nicht der erste Spitzenpolitiker in Europa, den Trump massiv attackiert. So sind auch der britische Premierminister Keir Starmer und der französische Präsident Emmanuel Macron bei dem Republikaner in Ungnade gefallen. Zuletzt krachte es nach der Kritik des US-Präsidenten am Papst sogar zwischen ihm und der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni.

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