USA, Weltpolitik

Kiesewetter: US-Truppenabzug könnte Aktion gegen Deutschland sein

02.05.2026 - 11:16:17 | dts-nachrichtenagentur.de

CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter sieht in dem angekündigten Teilabzug der US-Truppen aus Deutschland eine mögliche gezielte "Aktion gegen Deutschland".Spannend sei nun zu sehen, wohin diese Truppen verlegt würden, sagte Kiesewetter dem Nachrichtenportal T-Online am Samstag.

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USA - Roderich Kiesewetter (Archiv) 02.05.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Falls sie innerhalb Europas blieben, "dann ist es eine Aktion gegen Deutschland". Falls sie außerhalb Europas stationiert würden, geschehe der Abzug "mit strategischerem Hintergrund".

Insgesamt komme die Ankündigung nicht überraschend. "Die Absicht von Trump sollten wir nicht überbewerten. Es ist ja schon lange absehbar", so Kiesewetter. Er riet zu Gelassenheit und davor, Trump mit öffentlichen Äußerungen keinen Anreiz zu Kurzschlusshandlungen zu bieten.

Viel wichtiger sei, dass die Europäer sich wieder "relevant" für die USA machten, indem sie eine faire Lastenverteilung für Europa übernähmen. Zudem müsse die Ukraine in die europäische Sicherheitsstruktur integriert werden. Damit solle dem "freien Europa" der Sieg über Russland in der Ukraine ermöglicht werden. "Denn die USA vertreten da russische Narrative auch gegen uns", so Kiesewetter.

Die AfD kritisiert die Bundesregierung nach dem angekündigten Teilabzug der US-Truppen aus Deutschland scharf. Markus Frohnmaier, außenpolitischer Sprecher der AfD im Bundestag, sagte dem Nachrichtenportal T-Online am Samstag: "Die Merz-Regierung hat Deutschland weiter herabgewirtschaftet und fast 100 Milliarden Euro militärische Kapazitäten und Finanzhilfen an die Ukraine verschenkt. Das hat Deutschland massiv geschadet."

Der jetzt angekündigte Teilabzug von US-Truppen aus Deutschland zeige vor allem eines: "Die Amerikaner wollen Deutschland und den Europäern deutlich machen, dass Sicherheitspolitik keine Einbahnstraße ist." Der Fokus müsse darauf liegen, wieder eigene wirtschaftliche und militärische Stärke aufzubauen, "statt sich dauerhaft auf andere zu verlassen".

Kanzler Friedrich Merz sowie Außenminister Johann Wadephul (beide CDU) hätten bislang keinerlei diplomatisches Geschick bewiesen, so Frohnmaier weiter. Nun blieben die Amerikaner zwar "entscheidende Partner" und seien selbst auch angewiesen auf ihre militärischen Strukturen in Deutschland. Doch er erwarte von der Bundesregierung, dass sie endlich ihrer Aufgabe nachkomme und "deutsche Interessen vertritt".

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