Ukraine: Tote und Verletzte nach russischen Angriffen – Selenskyj fordert härtere Sanktionen
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 16:51 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Russische Luftangriffe auf die Ukraine haben nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj erneut Tote und Verletzte gefordert.
Saporischschja und weitere Städte betroffen
In der Großstadt Saporischschja seien zwei Menschen getötet worden, schrieb Selenskyj in sozialen Netzwerken. Landesweit habe es 14 Verletzte gegeben. Er berichtete zudem von Angriffen auf Kiew sowie die Gebiete Odessa, Sumy, Charkiw, Poltawa, Mykolajiw und Winnyzja.
Tote und Verletzte in Sumy und Dnipro
Im Tagesverlauf griff die russische Luftwaffe die Stadt Sumy im Nordosten der Ukraine an. Nach offiziellen Angaben kamen dabei mindestens zwei Menschen ums Leben, mindestens sechs weitere wurden verletzt.
In Dnipro starben zwei Menschen bei einem russischen Luftangriff. Weitere zwei Bewohner der Stadt wurden verletzt, berichtete der regionale Militärverwalter Oleksander Hanscha auf Telegram.
Selenskyj fordert härtere Sanktionen
„Es ist wichtig, dass unsere Partner nicht vergessen: Russland eskaliert jeden Tag“, erklärte Selenskyj. Deshalb seien härtere Sanktionen der USA und der EU nötig.
Der ukrainische Präsident bestätigte außerdem ukrainische Drohnenangriffe auf die Raffinerie Ilsky im südrussischen Gebiet Krasnodar und eine Rüstungsfabrik im Gebiet Rostow.
Auch ukrainische Angriffe fordern Opfer
Am Freitag waren bei russischen Drohnenangriffen auf die Hauptstadt Kiew sieben Menschen getötet und 59 verletzt worden. Der russische Präsident Wladimir Putin drohte bei einem Auftritt in St. Petersburg mit noch härteren Schlägen gegen die Ukraine. Er stellte dies als Reaktion auf einen großen ukrainischen Drohnenangriff auf Moskau am Tag der russischen Parlamentswahl dar.
In der von russischen Truppen besetzten Region Cherson traf eine ukrainische Drohne ein Café. Dabei starben nach Angaben der Staatsagentur Tass zwei junge Frauen; zwei Verletzte wurden aus den Trümmern geborgen.
In der südrussischen Stadt Belgorod traf eine ukrainische Drohne ein Auto. Zwei Insassinnen wurden verletzt. Die Ukraine wehrt sich seit Februar 2022 gegen die großangelegte russische Invasion.
Angriffsmuster und zivile Folgen
Die aktuellen Meldungen fügen sich in eine seit dem russischen Großangriff vom Februar 2022 anhaltende Serie von Luftangriffen auf ukrainische Städte ein. Betroffen sind neben Frontregionen auch dicht besiedelte Zentren und Infrastruktur. Die Zahl der Opfer kann sich nach Einsätzen von Rettungskräften noch verändern.
Mit Saporischschja, Sumy, Dnipro, Kiew und weiteren Regionen liegt der Schwerpunkt der dpa-Meldung auf einer landesweiten Belastung der ukrainischen Luftverteidigung. Angriffe auf Energie-, Logistik- und Industrieanlagen haben dabei eine doppelte Wirkung: Sie gefährden unmittelbar die Zivilbevölkerung und können zugleich die Versorgung sowie die militärische Widerstandsfähigkeit beeinträchtigen.
Ausweitung auf russisches Gebiet
Die bestätigten ukrainischen Drohnenangriffe auf Ziele in Krasnodar und Rostow zeigen, dass Kiew weiterhin versucht, russische Treibstoff- und Rüstungskapazitäten zu treffen. Derartige Operationen sollen Nachschub und Produktion erschweren, erhöhen aber zugleich das Risiko weiterer Vergeltungsschläge. Die dpa-Meldung nennt auch Tote und Verletzte durch ukrainische Angriffe in besetzten und russischen Gebieten.
Politisch verbindet Selenskyj die neuen Opfer mit der Forderung nach härteren Sanktionen der USA und der EU. Für die Bevölkerung bedeutet die Entwicklung vor allem eine anhaltende Gefährdung durch Drohnen und Raketen, während die wechselseitigen Angriffe die Perspektiven auf eine kurzfristige Beruhigung weiter belasten.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
MDR: „Ukraine-News: Putin sieht Chance für Verhandlungen und kündigt Vergeltung an“ (26.09.2026)
Der MDR-Bericht bestätige den ukrainischen Angriff auf die Raffinerie Ilsky und ordne ihn in weitere Drohnenangriffe auf russisches Gebiet ein. Zugleich hebe er Putins Ankündigung von Vergeltung sowie dessen Äußerung hervor, es gebe Chancen für neue Verhandlungen; offen bleibe, ob daraus konkrete Gespräche entstünden.
Der Bericht bestätige die von Selenskyj beschriebene Eskalation und stelle sie in den Zusammenhang eines möglichen Energie-Waffenstillstands. Anders als die dpa-Meldung konzentriere er sich auf den diplomatischen Vorschlag, wonach Angriffe auf Energieanlagen beider Seiten beendet werden könnten; die Haltung Moskaus bleibe dabei offen.
Beide Berichte bestätigten die jüngsten gegenseitigen Angriffe und die politische Verschärfung. Der MDR setze den Schwerpunkt auf russische Reaktionen und mögliche Verhandlungen, während die Frankfurter Rundschau die Debatte über einen begrenzten Waffenstillstand hervorhebe.
