Madrid: Polizei geht bei Lehrerprotesten mit Schlagstöcken vor
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 17:56 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFolgen für Proteste und Verkehr
- Die Polizei räumte Zugänge zum Santoña-Palast im Zentrum von Madrid.
- Rund 200 Lehrer blockierten mit Pulten und Stühlen eine Autobahn am Stadtrand.
- Bildungsministerin Mercedes Zarzalejo sagte wegen der angespannten Stimmung einen Schulbesuch ab.
- Nach Kritik an Polizeibildern läuft eine interne Untersuchung.
Lehrerproteste in Madrid eskalieren vor Veranstaltung
Bei Protesten streikender Lehrer gegen die Bildungspolitik der Regionalregierung von Isabel Díaz Ayuso ist es in Madrid zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Hunderte Demonstranten blockierten die Zugänge zum Santoña-Palast, wo die konservative Regionalpräsidentin an einer Veranstaltung teilnahm.
Polizei setzt Schlagstöcke ein
Die Polizei ging gegen die Protestierenden vor, um den Zugang zum Gebäude freizumachen. Dabei wurden auch friedlich demonstrierende Lehrer und Lehrerinnen mit Schlagstöcken geschlagen und zurückgedrängt, wie im Fernsehsender RTVE zu sehen war.
Ayuso warf dem sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez und der „antidemokratischen Linken“ vor, eine „Strategie der persönlichen und institutionellen Schikane“ gegen sie zu orchestrieren.
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Weitere Blockade sorgt für Verkehrsbehinderungen
Bei einer weiteren Protestaktion blockierten rund 200 Lehrer mit Schulpulten und Stühlen am Stadtrand eine Autobahn. Dadurch kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen; die Aktion wurde nach etwa einer Stunde beendet.
Wegen der zunehmend angespannten Stimmung sagte die Bildungsministerin der Region, Mercedes Zarzalejo, einen geplanten Besuch an einer Schule ab.
Lehrkräfte fordern Gespräche und mehr Mittel
Die Lehrer fordern mehr Personal und Geld für die öffentliche Bildung, kleinere Klassen sowie bessere Arbeitsbedingungen. Der unbefristete Streik in der Autonomen Gemeinschaft Madrid hatte am Mittwoch begonnen.
Die Gewerkschaften werfen der konservativen Regionalregierung vor, nicht zu Gesprächen über ihre Forderungen bereit zu sein. Bereits am ersten Streiktag war es auf dem Campus der Universität Complutense zu einem größeren Polizeieinsatz mit fünf Festnahmen und mehreren Verletzten gekommen.
Polizei leitet interne Untersuchung ein
Die Polizei hat eine interne Untersuchung eingeleitet, nachdem Bilder des Einsatzes heftige Kritik ausgelöst hatten. Der Konflikt zwischen den streikenden Lehrkräften und der Regionalregierung bleibt damit ebenso offen wie die politische Auseinandersetzung zwischen Ayuso und Sánchez.
Der Konflikt an Madrids Schulen reicht über die einzelnen Protestaktionen hinaus. Die Lehrkräfte verlangen mehr Personal, kleinere Klassen und bessere Arbeitsbedingungen. Damit geht es zugleich um die Belastung des öffentlichen Bildungssystems und um die Frage, welchen Stellenwert die Regionalregierung der öffentlichen Schule beimisst.
Der unbefristete Streik begann am Mittwoch. Bereits am ersten Tag kam es auf dem Campus der Universität Complutense zu fünf Festnahmen und mehreren Verletzten. Die nun eingeleitete interne Untersuchung der Polizei soll den Umgang mit den Demonstrierenden prüfen, nachdem Aufnahmen des Einsatzes Kritik ausgelöst hatten.
Politischer Konflikt in Madrid
Die Auseinandersetzung ist auch politisch aufgeladen. Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso macht Ministerpräsident Pedro Sánchez und die Linke für eine Eskalation verantwortlich, während die Gewerkschaften der konservativen Regionalregierung mangelnde Gesprächsbereitschaft vorwerfen. Damit stehen sich nicht nur Beschäftigte und eine Landesregierung gegenüber, sondern auch unterschiedliche politische Deutungen der Proteste.
Für die Bevölkerung haben die Aktionen unmittelbare Folgen: Blockaden am Santoña-Palast und auf einer Autobahn behinderten den Verkehr, zugleich wurde ein Schulbesuch der Bildungsministerin abgesagt. Entscheidend für den weiteren Verlauf dürfte sein, ob Regierung und Gewerkschaften Gespräche aufnehmen und ob die Untersuchung zu Konsequenzen für den Polizeieinsatz führt.
