Kiew, Raketenangriff

Kiew: Russland beschießt Hauptstadt mit ballistischen Raketen – zwei Tote

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 02:20 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bei einem nächtlichen russischen Raketenangriff auf Kiew sind nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko zwei Menschen getötet und sechs weitere verletzt worden. Raketentrümmer beschädigten unter anderem eine Entbindungsklinik; in mehreren Stadtteilen liefen Rettungseinsätze.

Der nächtliche Raketenangriff folgte auf einen Tag voller Drohneneinschläge. - Bild: Evgeniy Maloletka/AP/dpa
Der nächtliche Raketenangriff folgte auf einen Tag voller Drohneneinschläge. - Bild: Evgeniy Maloletka/AP/dpa

Russland hat Kiew in der Nacht erneut mit ballistischen Raketen angegriffen; Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge kamen zwei Menschen ums Leben und sechs weitere wurden verletzt.

Explosionen nach Luftalarm

Nach dem Auslösen des Luftalarms waren in der ukrainischen Hauptstadt mehrere schwere Explosionen zu hören. Militärnahe Telegramkanäle zählten in den ersten drei Angriffswellen mindestens 14 Raketen.

Rettungskräfte wurden laut Klitschko in mehrere Stadtteile gerufen. In einem Bezirk beschädigten Raketentrümmer Fenster und die Fassade einer Entbindungsklinik; im Gebäude selbst wurde niemand verletzt.

Toter auf Parkplatz einer Klinik

Auf dem Parkplatz der Einrichtung kam nach den Angaben ein Mensch ums Leben. In einem anderen Stadtbezirk wurde ein Wohnhaus beschädigt. Möglicherweise seien dort Menschen unter den Trümmern eingeschlossen, erklärte Klitschko.

Örtliche Medien berichteten außerdem von mehreren Bränden im Stadtgebiet. Der Angriff begann nach 1.00 Uhr Ortszeit, also um Mitternacht mitteleuropäischer Sommerzeit.

Viele Luftalarme am Vortag

Dem Raketenangriff war ein Tag mit elf Luftalarmen vorausgegangen. Zuvor waren in Kiew wiederholt schnelle Kampfdrohnen mit Düsenantrieb eingeschlagen, gegen die der ukrainischen Flugabwehr nach der dpa-Meldung bislang nur wenige Mittel zur Verfügung stehen.

Auch die Munition zum Abfangen ballistischer Raketen ist knapp. Bereits am Mittwoch waren nach Klitschkos Angaben in Kiew zwei Menschen getötet und 45 verletzt worden.

Angriffskrieg gegen die Ukraine

Russland führt seit mehr als viereinhalb Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die Ukraine wehrt sich mit Unterstützung westlicher Staaten.

Schutzräume als Teil des Kriegsalltags

Der Angriff trifft eine Stadt, in der Luftalarm und der Weg in unterirdische Schutzorte für viele Bewohner zum wiederkehrenden Alltag geworden sind. Einige russische Raketen können Kiew je nach Abschussort in weniger als vier Minuten erreichen. Damit bleibt zwischen Warnung und Einschlag nur ein sehr kurzer Zeitraum.

Besonders deutlich wird die strukturelle Belastung bei der Ausstattung der Schutzräume. In Kiew sind viele Anlagen Keller, Unterführungen oder Metrostationen mit begrenzter Schutzwirkung. Ein Bericht über die Hauptstadt beschreibt zudem erhebliche Barrieren für Menschen mit Behinderungen: Treppen, fehlende Aufzüge und nicht vorhandene akustische Orientierung erschweren den Zugang.

Luftverteidigung unter Druck

Ballistische Raketen stellen die ukrainische Luftabwehr vor besondere Herausforderungen, weil sie mit hoher Geschwindigkeit und kurzer Vorwarnzeit anfliegen. Parallel setzt Russland laut jüngeren Berichten neben Raketen auch zunehmend schnelle, düsengetriebene Drohnen ein. Die Verteidigung muss deshalb unterschiedliche Bedrohungen gleichzeitig bekämpfen und knappe Abfangmittel priorisieren.

Die Folgen reichen über die unmittelbaren Schäden hinaus. Wiederholte Angriffe gefährden Wohngebäude, medizinische Einrichtungen und Energieinfrastruktur, unterbrechen den Alltag und erhöhen den Bedarf an sicheren, erreichbaren Schutzräumen. Für die Bevölkerung bedeutet jeder neue Luftalarm daher nicht nur eine akute Gefahr, sondern auch eine erneute Belastungsprobe für Rettungsdienste und zivile Infrastruktur.

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