USA, Iran

Rufe aus SPD nach Klarheit von Regierung in Völkerrechtsfrage

18.03.2026 - 00:01:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Außenpolitiker der SPD-Bundestagsfraktion fordern die Bundesregierung auf, eine völkerrechtliche Bewertung der Angriffe auf den Iran und Venezuela vorzulegen.

Adis Ahmetovic (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Adis Ahmetovic (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
"In der einen wie in der anderen Sache fällt die rechtliche Bewertung eindeutig aus: Weder der US-Angriff auf Venezuela noch der Krieg gegen den Iran stehen im Einklang mit dem Völkerrecht", sagte Adis Ahmetovic, außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, dem "Stern".

Auch mehr als zwei Wochen nach Kriegsbeginn im Iran hat die Bundesregierung noch nicht abschließend geprüft, ob die Luftschläge der USA und Israels völkerrechtswidrig oder -konform sind. Auch bei der Entführung von Venezuelas einstigem Staatschef Nicolas Maduro durch die USA steht diese Bewertung noch aus. Zuständig für die völkerrechtliche Einordnung ist das Auswärtige Amt von CDU-Minister Johann Wadephul.

"Es ist mehr als bedauerlich, dass die Bundesregierung bisher keine öffentliche Einschätzung zur völkerrechtlichen Bewertung vorgestellt hat, sondern geradezu fahrlässig", sagte der Außenpolitiker und frühere SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich dem "Stern". Deutschland habe in den vergangenen Jahren nicht nur dazu beigetragen, das Völkerrecht insgesamt fortzuentwickeln, sondern sei auch als "Wächter dieses Instruments" in der internationalen Politik aufgetreten.

Ahmetovic mahnt: "Wer offensichtliche Verstöße gegen das Völkerrecht nicht klar benennt, riskiert die schleichende Erosion der internationalen Ordnung." Um auf internationaler Bühne weiterhin Unterstützung für die Ukraine sichern zu können, brauche es eine "konsistente" deutsche und europäische Außenpolitik. Der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion kritisierte: "Problematisch ist jedoch, dass innenpolitisches Taktieren und die Sorge vor einem offenen Konflikt mit dem US-Präsidenten allzu häufig zu stark ins Gewicht fallen - und damit den eigenen strategischen Handlungsspielraum verengen."

Hol dir jetzt den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.

 <b>Hol dir jetzt den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.</b>

Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für immer kostenlos

ausland | 68756417 |

Weitere Meldungen

Blockade am Golf – Wie der Krieg Reeder und Schiffe trifft. Gleichzeitig steigen Treibstoffpreise, Schiffsversicherungen werden teuer. Die Folgen bekommen nicht nur Reeder zu spüren. Tanker und Frachter stecken wegen des Iran-Kriegs am Persischen Golf fest. (Wirtschaft, 18.03.2026 - 04:00) weiterlesen...

Eskorten für Öltanker am Golf: Komplex und höchst riskant Wie bringt man einen Öltanker durch ein Nadelöhr auf See, wenn Angriffe aus der Luft, von der Küste und im Wasser drohen? Die angedachten Eskorten wären nur schwer umsetzbar und der Nutzen begrenzt. (Ausland, 18.03.2026 - 04:00) weiterlesen...

Iran bestätigt den Tod von Laridschani Erst der Kommandeur der paramilitärischen Basidsch-Miliz und dann der ranghöchste Sicherheitsbeamte des Landes - der Iran bestätigt den Tod von zwei Spitzenfunktionären. (Ausland, 17.03.2026 - 22:10) weiterlesen...

Iran bestätigt Tod von Basidsch-Kommandeur Soleimani. Seine Anhänger schwören Blutrache. Irans Revolutionsgarden würdigen den getöteten Kommandeur der Basidsch-Miliz. (Ausland, 17.03.2026 - 21:27) weiterlesen...

Zweites Vietnam? Trump unbeirrt von Iran-Drohung Wie wollen die USA im Iran weiter vorgehen - und wie geht die Regierung mit dem heiklen Thema Bodeneinsatz vor Ort um? Was Trump dazu sagt. (Ausland, 17.03.2026 - 18:37) weiterlesen...

Trump: Treffen mit Xi vielleicht in fünf bis sechs Wochen. Daraus wird nun wohl nichts. Eigentlich sollte es für US-Präsident Trump in zwei Wochen Richtung Fernost gehen. (Wirtschaft, 17.03.2026 - 17:39) weiterlesen...