Russland, Ukraine

Parade ohne Störung: Putin siegessicher im Ukraine-Krieg

09.05.2026 - 15:19:11 | dpa.de

Aus Angst vor Drohnenschlägen verzichtet Kremlchef Putin bei seiner Militärparade auf Panzer und Raketen. Eine von US-Präsident Trump vermittelte Waffenruhe kommt ihm ganz gelegen. Aber hält sie auch?

  • Soldaten marschierten in diesem Jahr ohne Panzer bei der traditionellen Militärparade über den Roten Platz.  - Bild: Maxim Shipenkov/Pool EPA/AP/dpa
    Soldaten marschierten in diesem Jahr ohne Panzer bei der traditionellen Militärparade über den Roten Platz. - Bild: Maxim Shipenkov/Pool EPA/AP/dpa
  • Kremlchef Wladimir Putin konnte nach einer von US-Präsident Donald Trump vermittelten Waffenruhe ungestört die Militärparade auf dem Roten Platz abnehmen.  - Bild: Pavel Bednyakov/Pool AP/AP/dpa
    Kremlchef Wladimir Putin konnte nach einer von US-Präsident Donald Trump vermittelten Waffenruhe ungestört die Militärparade auf dem Roten Platz abnehmen. - Bild: Pavel Bednyakov/Pool AP/AP/dpa
  • Am Tag des Sieges war die Lage angespannt in Russland. - Bild: Maxim Shipenkov/Pool EPA/AP/dpa
    Am Tag des Sieges war die Lage angespannt in Russland. - Bild: Maxim Shipenkov/Pool EPA/AP/dpa
Soldaten marschierten in diesem Jahr ohne Panzer bei der traditionellen Militärparade über den Roten Platz.  - Bild: Maxim Shipenkov/Pool EPA/AP/dpa Kremlchef Wladimir Putin konnte nach einer von US-Präsident Donald Trump vermittelten Waffenruhe ungestört die Militärparade auf dem Roten Platz abnehmen.  - Bild: Pavel Bednyakov/Pool AP/AP/dpa Am Tag des Sieges war die Lage angespannt in Russland. - Bild: Maxim Shipenkov/Pool EPA/AP/dpa

Nach einer von US-Präsident Donald Trump vermittelten Waffenruhe im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hat Kremlchef Wladimir Putin seine Militärparade zum 9. Mai störungsfrei durchgezogen. Die befürchteten Drohnenangriffe von ukrainischer Seite blieben aus. In seiner Rede vor Tausenden Soldaten und internationalen Gästen zeigte sich Putin sicher, dass Moskaus Armee auch den Angriffskrieg gegen die Ukraine gewinnt. 

Russland feiert am 9. Mai den Tag des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland. Wegen der gespannten Sicherheitslage gab es diesmal nicht die übliche Waffenschau mit Panzern, Raketen und anderer Militärtechnik.

Bisher ist allerdings nicht in Sicht, wie Putin seine Kriegsziele in der Ukraine auch im inzwischen fünften Jahr der Invasion erreichen will. Die abgespeckte Militärparade gilt als Spiegelbild der Lage in seinem Krieg. Die russischen Truppen sind durch die Gegenwehr der vom Westen unterstützten Ukraine zunehmend unter Druck.

Dennoch sagte Putin in scharfem Ton auf dem Roten Platz: «Ich bin fest davon überzeugt: Unsere Sache ist gerecht, wir stehen zusammen, der Sieg war immer und wird immer auf unserer Seite sein.» Die russische Armee werde bei ihrem Einsatz in der Ukraine heute inspiriert von der «Generation der Sieger» im Zweiten Weltkrieg, meinte der Kremlchef. «Sie stellen sich einer aggressiven Macht entgegen, die vom gesamten Nato-Block bewaffnet und unterstützt wird», sagte Putin, der seinen Krieg gegen die Ukraine 2022 begonnen hatte.

Zweifel am Vorrücken der russischen Truppen

Trotz der westlichen Unterstützung «marschieren unsere Helden vorwärts», behauptete der Präsident. Auch kremlnahe russische Militärblogger bezweifeln allerdings die Angaben Putins - und vermuten, dass der Präsident falsch informiert sein könnte von der Moskauer Militärführung. 

Die Ukraine wird maßgeblich von Nato-Staaten, darunter vor allem Deutschland, in ihrem Abwehrkampf gegen die großangelegte russische Invasion unterstützt. Die Kampfhandlungen gelten als festgefahren in dem Krieg – ohne echte Bewegung für eine der beiden Kriegsparteien. Die Seiten haben sich unter Vermittlung Trumps auf eine Waffenruhe bis 11. Mai geeinigt. Versuche, die Parade zu stören, gab es laut Kremlangaben nicht.

Berichte über Verstöße gegen Waffenruhe

Das russische Verteidigungsministerium warf der Ukraine Verstöße gegen die Waffenruhe vor. Die ukrainischen Streitkräfte hätten ungeachtet der Vereinbarung mit Drohnen und Artillerie russische Positionen und auch zivile Objekte angegriffen, teilte das Ministerium mit. Betroffen gewesen seien unter anderem die Gebiete Kaluga, Tula, Smolensk, Kursk, Brjansk und Belgorod sowie im Süden die Teilrepublik Tschetschenien und die Regionen Stawropol und Krasnodar.

Eine Bestätigung dafür von ukrainischer Seite gab es zunächst nicht. Allerdings beklagte auch der ukrainische Generalstab nach Beginn der Waffenruhe Angriffe von russischer Seite vor allem in den umkämpften Regionen im Donbass. Die Rede war von 45 Attacken bis zum frühen Morgen.

Überprüfbar sind die Angaben der Kriegsparteien von unabhängiger Seite nicht. Auch bei allen bisherigen Waffenruhen haben sich Kiew und Moskau immer wieder massenhafte Verstöße vorgeworfen.

Gespannte Lage am Tag des Sieges in Russland

Die Sicherheitsvorkehrungen in der Moskauer Innenstadt waren massiv mit einem Aufgebot an Polizei und anderen Uniformierten, aber geringer als etwa im vergangenen Jahr. Damals waren weite Teile der Innenstadt mit Metallgittern gesperrt - wegen der durch die Straßen fahrende Panzer und Raketenfahrzeuge. Das mobile Internet war abgeschaltet. 

Viele Passanten, die sich bisweilen auch wegen Terrorgefahr Taschenkontrollen unterziehen mussten, trugen orange-schwarz gestreifte Georgsbänder, das russische Symbol für den Sieg der Sowjetarmee über Hitler-Deutschland, als Ansteckschleife gut sichtbar an Jacken und Rucksäcken. Teilweise prangte darüber noch ein Z - ein Buchstabe, mit dem Befürworter ihre Unterstützung ausdrücken für den Krieg gegen Ukraine.

Lewada-Zentrum: Sechs von zehn Befragten wollen Verhandlungen

Die Mehrheit der Russen unterstützt dem unabhängigen Meinungsforschungsinstitut Lewada-Zentrum zufolge einen Übergang zu Friedensverhandlungen. Noch etwa jeder Vierte sei der Meinung, dass die Kampfhandlungen fortgesetzt werden sollten, hieß es in einer Mitteilung. Befragt wurden demnach mehr als 1600 Menschen in Russland in persönlichen Interviews vom 22. bis 29. April. 

Direkte Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau im Ringen um ein Ende des Kriegs pausieren zurzeit. Auch US-Vermittler erreichten keinen Durchbruch. Ein Termin für eine neue Runde in diesem Format gibt es nicht.

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, dass Moskau bereit sei, eine US-Delegation zu empfangen. Russland verlangt von der Ukraine unter anderem den Abzug ihrer Truppen auch aus den Teilen im Gebiet Donbass, die Moskaus Streitkräfte bisher nicht einnehmen konnten. Der Donbass umfasst die Regionen Donezk und Luhansk. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lehnte eine Aufgabe von Gebieten kategorisch ab.

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