Abgeordnete wollen Klarheit zu US-Iran-Abkommen vor Mandatsbeschluss
15.06.2026 - 17:40:57 | dts-nachrichtenagentur.deRöwekamp verwies darauf, dass die Straße von Hormus ein internationales Gewässer sei und damit sowohl nach dem Uno-Seerechtsübereinkommen als auch nach der Genfer Seerechtskonvention rechtlich gesichert. Er erwarte, dass sowohl das bilaterale Abkommen zwischen den USA und dem Iran als auch das endgültige Abkommen die freie Durchfahrt für Handelsschiffe gewährleiste. Die Zahlung einer Gebühr für das Passieren dieser Meerenge sei völkerrechtlich unzulässig. Am Montag hatte es widersprüchliche Meldungen gegeben, ob Iran künftig Durchfahrtsgebühren verlangen werde oder nicht.
Die Deutsche Marine habe laut Röwekamp mit der Minenjagd und -räumung, den Fähigkeiten für die Luftraum- und Seeraumüberwachung sowie mit den vielfältigen Führungserfahrungen in internationalen Einsätzen viele Fähigkeiten, die in den Dienst einer solchen Mission gestellt werden könnten. Aus diesem Grund habe man bereits das Minenjagdboot "Fulda" ins Mittelmeer verlegt, um schnell einsatzbereit zu sein.
Der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Thomas Erndl (CSU), sagte dem "Spiegel", er könne sich eine Beteiligung der Bundeswehr an einem Einsatz in der Straße von Hormus vorstellen. "Um die notwendigen Beschlüsse herbeiführen zu können, muss die Bundesregierung jetzt schnell Klarheit schaffen über die Inhalte einer möglichen Vereinbarung zwischen den USA und Iran und die notwendigen rechtlichen Anknüpfungspunkte für ein Mandat des Bundestags", fügte er hinzu.
Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Siemtje Möller sagte dem "Spiegel", die angekündigte Einigung mache Hoffnung, dass nun der Grundstein für einen belastbaren Waffenstillstand gelegt werde. Es müssten nun konkrete Vorbereitungen für einen deutschen Beitrag getroffen werden. Die Bundesregierung müsse mit den Partnern in der EU, der Nato und bei den Vereinten Nationen die Voraussetzungen für ein internationales Mandat schaffen. Über einen möglichen deutschen Beitrag entscheide dann der Bundestag.
