Zuckersteuer: Neue Abgabe auf süße Getränke ab Januar 2027
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 02:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Maßnahme ist Teil eines umfassenden Sparpakets mit über 60 Änderungen am GKV-Finanzierungsgesetz. Ziel: drohende Defizite in der gesetzlichen Krankenversicherung abfedern.
Die Einnahmen aus der neuen Steuer fließen direkt ins Gesundheitssystem. Sie sollen geplante Kürzungen beim Bundeszuschuss teilweise ausgleichen.
So viel Geld soll die Zuckersteuer bringen
Die Abgabe kommt am 1. Januar 2027. Im ersten Jahr rechnet die Koalition mit 650 Millionen Euro Steueraufkommen. Ab 2028 stabilisiert sich der jährliche Ertrag bei rund 450 Millionen Euro.
Die Mittel verringern die Absenkung des Bundeszuschusses zur GKV. Ursprünglich war eine Kürzung um 2 Milliarden Euro geplant. Dank der neuen Einnahmen beträgt sie 2027 nur noch 1,35 Milliarden Euro, 2028 rund 1,55 Milliarden Euro.
Auch Spirituosen werden teurer
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Parallel zur Zuckersteuer steigt die Spirituosensteuer. Ab Januar 2027 erhöht sie sich um 20 Prozent. Der Steuersatz für reinen Alkohol klettert auf 15,64 Euro pro Liter. Das bringt jährlich geschätzte 455 Millionen Euro Mehreinnahmen.
Auch Sekt, Champagner und Alkopops werden teurer. Bier und Wein bleiben hingegen unverändert.
Getränkeindustrie schlägt Alarm
Die Pläne stoßen auf heftigen Widerstand. Branchenverbände kritisieren den Starttermin Anfang 2027 als Affront gegen den Mittelstand. Sie warnen vor massivem Bürokratieaufbau und hohen Kostenrisiken.
Den Herstellern fehle zudem die Zeit für Rezepturanpassungen. Nur wer den Zuckergehalt rechtzeitig senkt, entgeht der Steuerlast.
Ein regionaler Brauerei-Verband weist darauf hin: Die Branche hat den Zuckergehalt in Erfrischungsgetränken seit 2018 bereits freiwillig um 15 Prozent reduziert. Den gesundheitlichen Zusatznutzen der neuen Steuer bezweifeln die Verbände. Sie befürchten eine einseitige Belastung von Verbrauchern und Betrieben.
Das große Ganze: Reformpaket für die GKV
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Die Zuckersteuer ist nur ein Teil des Maßnahmenpakets. Es adressiert eine Finanzierungslücke von insgesamt 18,8 Milliarden Euro. Gesundheitsministerin Warken verweist auf eine Ausgabendynamik von 7,7 Prozent. Ohne Reformen drohe der Zusatzbeitrag 2027 um 0,9 Prozentpunkte zu steigen.
Weitere Eckpunkte der Einigung vom Juli 2026:
- Pharma-Sektor: Der Herstellerabschlag für Arzneimittel bleibt bei 15,5 Prozent.
- Versichertenbeiträge: Eltern mit Kindern bis elf Jahren werden von Erhöhungen beim Zusatzbeitrag ausgenommen. Die Mitversicherung von Ehepartnern kostet 2,5 statt 3,5 Prozent.
- Zuzahlungen: Sie steigen einmalig um 50 Prozent – von 7,50 auf bis zu 15 Euro. Eine jährliche automatische Anpassung wurde gestrichen.
- Grundsicherung: Der Bund erhöht seine Beteiligung an den GKV-Beiträgen schrittweise – von 1 Milliarde Euro 2027 auf 2,75 Milliarden Euro 2031.
Der Bundestag soll die Maßnahmen am 10. Juli 2026 gesetzlich verankern. Ärzteverbände und Krankenkassen begrüßen das Tempo und die Abmilderung einiger Belastungen. Doch die langfristige Stabilität der Beitragssätze bleibt laut Versicherungsexperten ungewiss.
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