Zuckersteuer, Abgaben

Zuckersteuer ab 2027: Neue Abgaben auf süße Getränke kommen früher

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 03:00 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die Bundesregierung beschließt eine vorgezogene Zuckersteuer auf Softdrinks ab 2027. Das Steuerpaket umfasst zudem höhere Abgaben auf Alkohol und Tabak.

Ampel-Koalition: Zuckersteuer auf Getränke kommt bereits 2027
Zuckersteuer - Ein Glas eines kohlensäurehaltigen Zuckergetränks mit Eiswürfeln. Der Schatten eines Münze oder Steuerstempels fällt auf das Glas. 08.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Statt wie ursprünglich geplant 2028 sollen die Abgaben auf süße Getränke bereits ab 2027 fällig werden. Das sieht ein neues Steuerpaket vor, das auch höhere Abgaben auf Alkohol und Tabak sowie eine Weitergabe der EU-Plastiksteuer an Unternehmen umfasst.

Gestaffeltes Modell nach Zuckergehalt

Die Abgabe orientiert sich am Zuckergehalt pro 100 Milliliter. Getränke mit weniger als fünf Gramm Zucker bleiben steuerfrei. Zwischen fünf und acht Gramm werden 26 Cent pro Liter fällig, bei mehr als acht Gramm sind es 32 Cent.

Für das erste Jahr kalkuliert die Regierung mit 650 Millionen Euro Einnahmen. 2028 soll die Summe auf 450 Millionen sinken – weil Hersteller voraussichtlich ihre Rezepte anpassen, um der Steuer zu entgehen. Finanzminister Lars Klingbeil erklärte: „Produkte, die gesundheitliche Risiken fördern, sollen künftig höher belastet werden."

Ein Korb voller Steuererhöhungen

Doch die Zuckersteuer ist nur ein Teil des Pakets. Die Spirituosensteuer steigt zum 1. Januar 2027 um 20 Prozent – von 13,03 Euro auf 15,64 Euro pro Liter Reinalkohol. Experten rechnen damit, dass dadurch jährlich rund 1.000 Krebsfälle vermieden werden könnten.

Die Einnahmen fließen direkt ins Gesundheitssystem. Sie sollen die geplante Kürzung des Bundeszuschusses an den Gesundheitsfonds abfedern. Statt um 650 Millionen Euro weniger fällt die Kürzung 2027 moderater aus.

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Heftige Kritik aus der Wirtschaft

Die Industrie reagiert empört. Der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) und der Lebensmittelverband Deutschland werfen der Regierung eine „handstreichartige Vorgehensweise" vor. Den Unternehmen bleibe kaum Zeit für nötige Rezepturanpassungen.

Branchenvertreter sprechen von einem „Affront gegen den Mittelstand" und „modernem Raubrittertum". Der Kölner Brauerei-Verband weist darauf hin, dass auch alkoholfreie Produkte wie Fassbrausen betroffen wären. Dabei sei der Zuckeranteil in Erfrischungsgetränken durch freiwillige Selbstverpflichtungen ohnehin rückläufig.

Teil eines 555-Milliarden-Haushalts

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Die Zuckersteuer ist in den Haushaltsentwurf für 2027 eingebettet – mit Gesamtausgaben von 555,4 Milliarden Euro und einer Nettokreditaufnahme von 118,7 Milliarden Euro. Während die Steuererhöhungen für Spirituosen, Alkopops und Schaumwein mit Mehreinnahmen von 455 Millionen Euro fest eingeplant sind, fehlte die Zuckersteuer in den ersten Kabinettsentwürfen noch.

Doch nicht nur bei Getränken müssen Verbraucher tiefer in die Tasche greifen. Ab 2027 wird die EU-Plastiksteuer auf nicht recyceltes Plastik mit 80 Cent pro Kilogramm an die Unternehmen weitergereicht – was die Produktionskosten im Einzelhandel weiter treiben dürfte.

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