Zuckergetränke: 100 ml täglich erhöhen Krebsrisiko um 18 Prozent
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 11:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Übergewicht und falsche Ernährung sind größere Krebsrisiken als bislang angenommen. Das belegen gleich mehrere aktuelle Studien.
Bauchfett gefährlicher als gedacht
Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben die Daten von rund 458.000 Teilnehmern der britischen UK Biobank ausgewertet. Über einen Zeitraum von zwölf Jahren kamen sie zu einem alarmierenden Ergebnis: Bis zu 11,5 Prozent aller Krebserkrankungen könnten auf überschüssiges Körperfett zurückgehen.
Bisherige Schätzungen lagen bei etwa 5,5 Prozent. Der Grund: Frühere Berechnungen stützten sich vor allem auf den Body-Mass-Index (BMI). Dabei spielt die Fettverteilung eine entscheidende Rolle.
Der Taillenumfang und das Taille-Hüft-Verhältnis sagen das Krebsrisiko deutlich präziser voraus als der BMI allein. Besonders das viszerale Bauchfett gilt als risikosteigernd. Der Zusammenhang ist bei Frauen und Menschen unter 60 Jahren besonders stark ausgeprägt.
Fleisch und Zucker im Fokus
Eine Metaanalyse im Fachjournal „Frontiers in Nutrition“ hat 16 Studien mit fast zwei Millionen Teilnehmern ausgewertet. Das Ergebnis: Ein sehr hoher Konsum von rotem Fleisch kann das relative Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs um 16 Prozent steigern.
Pro zusätzlich verzehrten 100 Gramm rotem Fleisch pro Tag erhöht sich das Risiko um weitere 10 Prozent. Vegetarier hingegen haben ein um 21 Prozent niedrigeres Risiko für diese Krebsart.
Noch deutlicher wird der Zusammenhang bei zuckerhaltigen Getränken. Eine Studie im British Medical Journal (BMJ) mit 101.000 Erwachsenen zeigt: Bereits 100 Milliliter täglich erhöhen das allgemeine Krebsrisiko um 18 Prozent. Onkologen warnen vor Limonaden, Energy-Drinks und gesüßten Fruchtsäften – sie steigern insbesondere das Risiko für Brust-, Darm- und Gallengangkrebs.
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Kaffee als Schutzfaktor?
Nicht alles ist schlecht: Eine Metaanalyse von 31 Kohortenstudien zeigt, dass regelmäßiger Konsum von koffeinhaltigem Kaffee das Brustkrebsrisiko leicht senkt – vor allem bei Frauen nach der Menopause. Bei entkoffeiniertem Kaffee ließ sich dieser Effekt nicht nachweisen.
Auch Medikamente könnten eine Rolle spielen. Eine Beobachtungsstudie im „JAMA Network Open“ deutet darauf hin, dass GLP-1-Medikamente – eigentlich gegen Adipositas und Typ-2-Diabetes – bei Brustkrebspatientinnen mit geringeren Sterblichkeitsraten verbunden sind.
Allerdings: Fachleute fordern weitere randomisierte Studien, bevor Behandlungsprotokolle angepasst werden können.
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Was Experten empfehlen
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und die WHO raten zu einer überwiegend pflanzlichen Ernährungsweise. Die wichtigsten Punkte für die Krebsprävention:
- Übermäßige Energiezufuhr vermeiden
- Ballaststoffanteil erhöhen (senkt Darmkrebsrisiko)
- Roten Fleischkonsum begrenzen
- Salz und Zucker reduzieren (weniger als 10 Prozent der Gesamtenergie)
- Alkohol meiden
- Ausreichend Folsäure, Selen und Zink aufnehmen
Der Teufel steckt im Detail
Eine Studie des MIT in „Nature“ zeigt, wie komplex die Zusammenhänge sind. Bei Mäusen hemmte eine ketogene Ernährung zwar Dickdarmtumore – begünstigte aber gleichzeitig die Entstehung von Tumoren im Dünndarm. Diättrends sollten also differenziert betrachtet werden.
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