Zuckergesüßte, Getränke

Zuckergesüßte Getränke: Täglicher Konsum mit 145 Prozent höherem Magenkrebsrisiko

Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 17:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Beobachtungsstudie fand bei täglichem Konsum gezuckerter Getränke ein erhöhtes Magenkrebsrisiko, jedoch keinen vergleichbaren Zusammenhang für Light-Getränke.

Studie verbindet täglichen Konsum von Softdrinks mit höherem Magenkrebsrisiko
Ein steriler Laborbecher mit einer klaren Flüssigkeit auf einem weißen Untergrund. Illustration mit AI erstellt.

Der regelmäßige Konsum von zuckergesüßten Getränken steht in Verbindung mit einem deutlich erhöhten Risiko für Magenkrebs. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Fachjournal Gastro Hep Advances veröffentlichte Untersuchung des Mass General Brigham Cancer Institute aus dem Jahr 2026. Für künstlich gesüßte Getränke ließ sich ein vergleichbarer statistischer Zusammenhang hingegen nicht feststellen.

Deutlicher Risikoanstieg bei täglichem Konsum

Die Auswertung der Daten, die mehr als 3,2 Millionen Personenjahre umfasst, verdeutlicht einen messbaren Unterschied bei den Konsumgewohnheiten. Personen, die täglich mindestens eine Portion (8 Unzen) eines zuckergesüßten Getränks wie Cola, Eistee, Limonade oder Sportgetränke zu sich nahmen, wiesen im Vergleich zu Personen mit einem Konsum von weniger als einer Portion pro Monat ein um 145 Prozent höheres Magenkrebsrisiko auf. Dies entspricht einer bereinigten Hazard Ratio von 2,45. Damit erkrankten tägliche Konsumenten mehr als doppelt so häufig an Magenkrebs wie die Vergleichsgruppe mit maximal einer Portion monatlich.

Geschlechtsspezifisch zeigten sich graduelle Unterschiede: Bei Frauen lag die Hazard Ratio bei 3,04 (p-Trend: 0,006), während für Männer ein Wert von 1,99 (p-Trend: 0,035) ermittelt wurde. Zudem erwies sich die gesamte Aufnahme von Fruktose als relevant: Sie war mit einer Hazard Ratio von 1,61 für Magenkrebs assoziiert.

Der statistische Zusammenhang blieb auch nach einer statistischen Bereinigung um andere bekannte Einflussfaktoren wie Körpergewicht, Rauchen, Alkoholkonsum, Diabetes, körperliche Bewegung und allgemeine Ernährungsgewohnheiten bestehen.

Rolle von Helicobacter pylori und künstlichen Süßungsmitteln

Neben dem Lebensstil gilt eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori als wesentlicher Risikofaktor für Magenkarzinome. In einer gesonderten Subgruppe der Untersuchung mit 940 Teilnehmern war der Erreger bei etwas mehr als einem Drittel der Personen nachweisbar – konkret bei 36,7 Prozent in der Nurses’ Health Study (NHS) und bei 34,0 Prozent in der Health Professionals Follow-Up Study (HPFS).

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Wer täglich zur Cola, Limonade oder zum Eistee greift, sollte die neue Auswertung kennen: In einer großen Beobachtungsstudie war der tägliche Konsum zuckergesüßter Getränke mit einem mehr als doppelt so hohen Magenkrebsrisiko verbunden — auch nach Berücksichtigung von Gewicht, Rauchen und Ernährung. Der kostenlose Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Getränkeroutine in sieben Tagen umstellen, ohne auf Genuss zu verzichten. Kostenlosen Getränke-Leitfaden anfordern

Ein Zusammenhang zwischen einer H.-pylori-Infektion und dem Getränkekonsum bestand jedoch nicht. Das erhöhte Risiko im Zusammenhang mit zuckerhaltigen Getränken blieb auch bei Personen ohne H.-pylori-Infektion messbar.

Einen Gegenpol bildeten künstlich gesüßte Getränke: Für Light- und Zero-Varianten fanden die Forschenden keinen statistischen Zusammenhang mit dem Auftreten von Magenkrebs. Es liegen somit keine überzeugenden Belege für eine eigenständige Risikoerhöhung durch diese Produkte vor. Als gesundheitliche Alternative werden vor diesem Hintergrund Wasser und ungesüßter Tee genannt.

Methodische Einschränkungen und globale Einordnung

Bei der Interpretation der Ergebnisse sind methodische Grenzen zu berücksichtigen. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, lässt sich kein kausaler Ursache-Wirkungs-Zusammenhang ableiten. Zudem lagen Daten zu H. pylori nur für eine begrenzte Subgruppe vor.

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Viele greifen zur Light- oder Zero-Variante, weil sie glauben, damit auf der sicheren Seite zu sein. Die Studiendaten geben für künstlich gesüßte Getränke tatsächlich keinen vergleichbaren Zusammenhang her — doch die tägliche Zuckermenge aus anderen Quellen bleibt oft unbemerkt. Ein kurzer Selbsttest zeigt Ihnen, wo Sie stehen, und liefert konkrete Alternativen für Ihren Alltag. Risiko-Selbsttest jetzt starten

Weitere Limitationen betreffen unvollständige Angaben zur familiären Krebsanamnese, zu Endoskopien sowie zur genauen anatomischen Tumorlokalisation. Die untersuchte Kohorte bestand zudem überwiegend aus einer weißen US-Bevölkerung, was eine Übertragung auf andere Bevölkerungsgruppen einschränkt.

Magenkrebs zählt weltweit zu den gravierendsten onkologischen Herausforderungen. Nach Daten der Erhebung GLOBOCAN 2022 ist die Erkrankung die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache weltweit; allein bei indischen Männern wurden im betreffenden Erhebungsjahr mehr als 43.000 Neuerkrankungen registriert. Die aktuellen Forschungsbefunde liefern somit weitere Anhaltspunkte für die präventive Ernährungsforschung.

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