Zuck Off: App identifiziert Meta-Brillen via Bluetooth-Signale
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 18:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine neue Anwendung namens Zuck Off ermöglicht es Nutzern, Datenbrillen von Herstellern wie Meta und Snap in ihrer unmittelbaren Umgebung aufzuspüren. Die vom 30-jährigen polnischen Entwickler Pawel Szydlowski entworfene App identifiziert die Geräte anhand ihrer spezifischen Bluetooth-Signale. Damit reagiert die Software auf wachsende Datenschutzbedenken im Zusammenhang mit tragbarer Kameratechnologie.
Funktionsweise und technische Identifikation
Die App scannt die Umgebung nach sogenannten Bluetooth-Fingerabdrücken, die von Smart Glasses ausgesendet werden. Dabei erkennt das Programm spezifische Herstellercodes wie 0x0D53 für Luxottica, 0x058E für Meta Platforms Technologies und 0x03C2 für Snap Spectacles.
Auch die Service-UUID 0xFD5F, die mit Oculus-VR-Geräten verknüpft ist, kann identifiziert werden. Laut technischen Berichten werden zudem Produktnamen wie Spectacles, HeyCyan, VisionPro oder VistaView erfasst, wobei die Konfidenzstufen der Erkennung variieren.
Die Anwendung zeigt die ungefähre Entfernung zu einem erkannten Gerät basierend auf der Signalstärke an. Eine Richtungsbestimmung ist jedoch nicht möglich. Zudem kann die App nicht feststellen, ob die Brille aktuell eine Aufnahme durchführt oder wer das Gerät trägt.
Die Signalintensität ist am höchsten, wenn die Brillen eingeschaltet, gekoppelt oder aus ihrem Ladeetui genommen werden. Ein Ausbleiben eines Treffers garantiert laut Entwicklerangaben nicht zwingend die Abwesenheit solcher Geräte, da manche Modelle im Standby-Modus keine Signale aussenden.
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Verbreitung und Funktionsumfang
Seit dem Start im Apple App Store im August 2026 verzeichnete die Anwendung im ersten Monat rund 5.000 Nutzer. Im Google Play Store wurden zum aktuellen Zeitpunkt mindestens 1.000 Downloads registriert. Der Name der App ist eine bewusste Anspielung auf den Meta-CEO Mark Zuckerberg.
Die Basisversion der App ist kostenlos für iOS und Android verfügbar und steht in keiner geschäftlichen Verbindung zu Meta, Luxottica, Snap oder deren Tochtermarken. Eine kostenpflichtige Pro-Version bietet erweiterte Funktionen wie eine Hintergrundüberwachung mit Warnmeldungen, Home-Screen-Widgets und die Möglichkeit zum CSV-Export der Log-Dateien.
Die Datenverarbeitung findet laut Betreiberangaben lokal auf dem Smartphone statt, ein Benutzerkonto ist für die Nutzung nicht erforderlich. Nutzer haben zudem die Möglichkeit, eigene Scans einzureichen, um die Hardware-Bibliothek der App zu erweitern.
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Rechtliche Einordnung und Marktumfeld
Juristisch wird die Anwendung als schwer angreifbar eingestuft, da sie lediglich öffentlich zugängliche Bluetooth-Signale ausliest. Die Debatte um die Privatsphäre bei Smart Glasses wird derweil durch Berichte über den Missbrauch der Technologie befeuert. Eine Untersuchung verfolgte zu Beginn des Jahres Konten in sozialen Netzwerken, die heimlich aufgenommene Inhalte von Meta-Brillen verbreiteten.
Meta selbst hat auf Manipulationsversuche an der Hardware reagiert. Im September deaktivierte das Unternehmen die Kamerafunktion bei mehreren Tausend Brillen, bei denen die obligatorische Aufnahme-LED physisch zerstört worden war. Neuere Software-Updates sollen zudem verhindern, dass die Kamera genutzt werden kann, wenn die LED abgeklebt wird.
Die irische Datenschutzkommission hatte bereits zum Marktstart der ersten Modellgenerationen von Ray-Ban-Brillen den Mechanismus der LED-Anzeige kritisch hinterfragt, woraufhin Meta Sensoren zur Erkennung von Manipulationen integrierte.
Mehr zum Thema bei Golem.de: „Zuck Off: App erkennt Meta Smart Glasses per Bluetooth“
