Zoox, US-Genehmigung

Zoox erhält erste US-Genehmigung für zahlende Robotaxi-Fahrgäste

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 13:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Amazon-Tochter Zoox darf in den USA erstmals fahrerlose Robotaxis ohne Lenkrad kommerziell betreiben. Die NHTSA-Genehmigung gilt für 2.500 Fahrzeuge jährlich.

Zoox erhält US-Zulassung für autonome Fahrzeuge ohne Lenkrad
Ein futuristisches autonomes Robotaxi fährt bei Dämmerung auf einer modernen Straße in Las Vegas. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Erstmals in den USA dürfen autonome Fahrzeuge ohne Lenkrad und Pedale zahlende Passagiere befördern. Die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA erteilte dem Amazon-Tochterunternehmen Zoox die lang erwartete Ausnahmegenehmigung – ein Präzedenzfall mit Signalwirkung für die gesamte Branche.

Die am 30. Juli erteilte und am Folgetag in Kraft getretene Genehmigung erlaubt Zoox, bis zu 2.500 Fahrzeuge pro Jahr für einen Zeitraum von zwei Jahren kommerziell einzusetzen. Bereits im nächsten Monat will das Unternehmen in Las Vegas Gebühren für seine Robotaxi-Dienste erheben. Bislang bot Zoox kostenlose Fahrten in Las Vegas und San Francisco an – mehr als 500.000 Menschen haben daran teilgenommen, weitere 500.000 stehen auf der Warteliste.

Meilenstein für die autonome Mobilität

Die Entscheidung markiert einen Wendepunkt: Erstmals erhielt ein speziell für den autonomen Betrieb konstruiertes Fahrzeug eine kommerzielle Ausnahmegenehmigung. Die Flotte von Zoox kommt komplett ohne Lenkrad, Bremspedal und Fahrersitz aus – eine Bauweise, die bislang gegen acht Bundesstandards für Fahrzeugsicherheit (FMVSS) verstieß.

NHTSA-Direktor Jonathan Morrison betonte, die von Zoox entwickelten Systeme erfüllten oder überträfen die Leistungsanforderungen herkömmlicher Fahrzeuge. Die Freigabe passt in eine umfassende „Innovationsagenda für den Verkehrssektor", mit der Verkehrsminister Sean Duffy die Regularien für automatisierte Technologien modernisieren will. Aktuell überarbeitet die Behörde Standards für Spiegel, Displays und Bremspedale. Zudem investiert die NHTSA fünf Millionen Dollar in eine Partnerschaft mit dem Branchenkonsortium SAE, um nationale Leistungsstandards für autonome Systeme zu etablieren.

Auflagen und Sicherheitsbedenken

Die Genehmigung ist jedoch an strenge Bedingungen geknüpft. Zoox darf die Fahrzeuge nicht an Privatkunden verkaufen und muss detaillierte Berichte über Unfälle, unerwartete Stopps und ungewöhnliches Fahrverhalten vorlegen. Die Behörde behält sich vor, die Ausnahmegenehmigung bei Sicherheitsbedenken jederzeit zu widerrufen.

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Der Weg zur Kommerzialisierung war von technischen Problemen begleitet. Bis März 2026 registrierte die Bundesbehörde 123 Unfälle mit Zoox-Fahrzeugen. Am 20. Juni 2026 fuhr ein Fahrzeug zudem in einen aktiven Brandherd in Las Vegas. Erst kürzlich rief das Unternehmen 105 Robotaxis zurück, um Probleme mit der Rauchentwicklung zu beheben. Regulierungsbehörden haben zudem ein Muster erkannt: Fahrerlose Fahrzeuge behindern wiederholt Einsatzkräfte. Während Behindertenverbände und Straßensicherheitsorganisationen das Vorhaben unterstützen, lehnen Gewerkschaften des Transportwesens den raschen Ausbau der Technologie ab.

Wettbewerb und globale Entwicklungen

Die Freigabe für Zoox erfolgt in einem dynamischen Marktumfeld. Uber hat seine autonome Strategie massiv ausgebaut, mehr als zehn Milliarden Dollar investiert und über 30 Partnerschaften geschlossen. Kernstück ist die Einführung von 20.000 Robotaxis des Herstellers Lucid, die seit Anfang des Jahres rollen. Zudem sicherte sich Uber bis zu 50.000 Fahrzeuge von Rivian bis 2028 und gründete im Februar die eigene Einheit „Uber Autonomous Solutions".

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Auch international gewinnt die Branche an Fahrt. In Seoul meldete Kakao Mobility mehr als 1.000 bezahlte Robotaxi-Fahrten im Bezirk Gangnam seit April 2026. Israel bereitet derweil einen Regulierungsrahmen für autonome Fahrzeuge der Stufe 4 vor, der in der zweiten Jahreshälfte 2027 in Kraft treten soll – nachdem das Land Ende Juni die UNECE-Regularien übernommen hatte.

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