Zoom, Google

Zoom und Google Meet: Gefälschte Einladungen schleusen Fernwartungs-Tools ein

Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 13:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Praxisanleitungen vergleichen Bedienung und Datenbedarf der Plattformen; ein Bericht warnt vor gefälschten Einladungen mit Schadsoftware.

Zoom und Google Meet: Leitfäden zu Funktionen, Bandbreite und Sicherheit
Ein minimalistischer Schreibtisch mit Kopfhörern und einer Pflanze in einem hellen, modernen Home-Office bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

In den vergangenen Tagen sind mehrere praxisorientierte Leitfäden zur Nutzung virtueller Meeting-Plattformen veröffentlicht worden, die sich an Berufstätige und Studierende in der Remote-Zusammenarbeit richten. Die Anleitungen behandeln den Umgang mit Zoom und Google Meet, geben Hinweise zur Fehlerbehebung und thematisieren auch Sicherheitsrisiken, die mit der zunehmenden Nutzung solcher Tools einhergehen.

Beitritt und Funktionen bei Google Meet

Für Google Meet gibt es zwei Wege zum Beitritt: über einen direkten Link mit Google-Login und Freigabe von Kamera und Mikrofon oder über einen neunstelligen Code, den Nutzer auf meet.google.com unter "Join or start a meeting" eingeben können.

Je nach Einstellung müssen Teilnehmer dabei auf eine Zulassung durch den Host warten. Der Zugriff erfolgt wahlweise über gängige Browser wie Chrome, Safari, Firefox oder Edge oder über eine kostenlose App aus dem App Store beziehungsweise Google Play.

Zu den Funktionen zählen Mute/Unmute, das Ein- und Ausschalten der Kamera, KI-gestützte Live-Untertitel, Rauschunterdrückung sowie verschiedene Ansichtsmodi wie Gallery View für bis zu 16 Teilnehmer, Spotlight View und Tile View.

Bei technischen Problemen wird empfohlen, zunächst die Internetverbindung sowie Browser- und App-Berechtigungen zu prüfen. Um Rückkopplungen zu vermeiden, raten die Leitfäden zur Nutzung von Kopfhörern und davon ab, gleichzeitig Desktop-App und Browser-Tab geöffnet zu halten.

Zoom: Einrichtung, Sicherheit und Fehlerquellen

Für Zoom beschreiben die Anleitungen das Erstellen eines Meeting-Links über das Web-Portal oder den Desktop-Client: Nach Login und Klick auf "New Meeting" – wahlweise mit oder ohne aktivierte Kamera – lässt sich über "Copy Invite" ein Link mit alphanumerischer Kennung kopieren.

Zur Absicherung von Meetings empfehlen die Guides, eine Wartelobby zu aktivieren, die Option "Join Before Host" zu deaktivieren, Teilnehmer bei Eintritt stummzuschalten und den Dateitransfer zu unterbinden. Diese Einstellungen lassen sich als Standard speichern und per E-Mail mit Datum, Startzeit und Agenda oder per Kalendereinladung verteilen.

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Zoom-Gründer Eric Yuan wird mit der Aussage zitiert, das Unternehmen habe Zoom so gestaltet, dass jeder mit wenigen Klicks einem Meeting beitreten könne.

Bei Verbindungsproblemen verweisen die Leitfäden auf fehlende Client-Installationen, mangelnde Browser-Berechtigungen für Kamera und Mikrofon sowie auf NAT-Typen, die über UPnP oder Port-Forwarding gelöst werden können.

Gesondert behandelt wird das Phänomen des plötzlichen schwarzen Bildschirms während Zoom-Sitzungen, das auf veraltete Grafiktreiber, Konflikte bei der Hardware-Beschleunigung, unzureichende Bandbreite oder Software-Konflikte etwa mit VPN- oder Antivirus-Programmen zurückgeführt wird.

Als Abhilfe werden das Deaktivieren der Hardware-Beschleunigung in den Zoom-Einstellungen, Treiber-Updates, ein Clean Boot oder die Reduzierung der Auflösung auf 720p genannt.

Bandbreitenanforderungen im Vergleich

Ein Vergleich der beiden Plattformen bei langsamer Internetverbindung zeigt unterschiedliche Anforderungen: Die Zoom Web App benötigt für Gruppen-Videotelefonie 1,0 Mbps Upload und 600 kbps Download, für 1080p-Auflösung steigen die Werte auf 3,8 Mbps Upload und 3,0 Mbps Download.

Google Meet kommt für 1080p mit bis zu 3,6 Mbps je Richtung aus, für 720p genügen bis zu 1,7 Mbps je Richtung; bei Gruppen-Meetings reichen demnach ab 250 kbps ausgehend bis zu 4,0 Mbps eingehend.

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Eine Untersuchung aus dem Jahr 2021 zum Verhalten bei starken Upload-Einbrüchen ergab zudem, dass der Zoom-Desktop-Client länger – etwa 50 Sekunden – benötigte, um die Senderate wiederherzustellen, als Meet im Chrome-Browser.

Daraus leitet sich die Empfehlung ab, bei häufigen Upload-Einbrüchen eher Meet zu testen, bei schwachem, aber stabilem WLAN hingegen bei Zoom eine niedrigere Gruppen-Videoqualität zu wählen.

Sicherheitsrisiko durch gefälschte Meeting-Einladungen

Parallel zu den praktischen Leitfäden warnt ein Bericht von Netskope Threat Labs, veröffentlicht im Australian Cyber Security Magazine, vor einer Phishing-Kampagne, die gefälschte Meeting-Einladungen für Zoom, Microsoft Teams und Google Meet nutzt, um Remote-Monitoring-and-Management-Tools einzuschleusen. Dabei imitieren Angreifer legitime Konferenzportale mit in Echtzeit eingeblendeten gefälschten Teilnehmern und fordern Opfer zur Installation eines vermeintlichen Software-Updates auf.

Da solche Fernwartungs-Tools in Unternehmen häufig bereits vorab genehmigt sind, können sie signaturbasierte Sicherheitskontrollen umgehen und Angreifern administrativen Zugriff verschaffen. Nutzern wird daher geraten, die Authentizität von Meeting-Einladungen und angebotenen Software-Updates grundsätzlich zu überprüfen, bevor sie diese installieren.

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