Zoho-Serverplattform Nathu La: KI-Infrastruktur 20–30% günstiger
10.06.2026 - 17:46:19 | boerse-global.de
Mit der neuen Serverplattform „Nathu La" will das Unternehmen die explodierenden Kosten für KI-Infrastruktur in den Griff bekommen.
Fünf Jahre Entwicklungszeit, ein eigenes Ingenieurteam in Nagpur und mehr als fünf Patentanmeldungen – das steckt hinter dem Projekt. Die Server basieren auf Intel Xeon 6-Prozessoren und wurden in Zusammenarbeit mit dem Chipriesen entwickelt. Doch Zoho will die Hardware nicht verkaufen. Die Plattform bleibt dem eigenen Rechenzentrum vorbehalten.
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Warum Zoho den Umweg über eigene Hardware geht
Der Druck auf die Kosten wächst rasant. Laut Ramprakash Ramamoorthy, KI-Direktor bei Zoho, haben sich die Serverausgaben des Unternehmens in nur sechs Monaten vervierfacht. Ein hauseigenes Design soll gegensteuern – und gleichzeitig die Abhängigkeit von externen Zulieferern verringern.
Rund 85 Prozent der Zoho-Kunden nutzen die integrierten KI-Funktionen des Konzerns. Diese Nachfrage erfordert leistungsfähige Backend-Systeme für Berechnungen, Virtualisierung und Speicherung. Die neue Plattform soll genau das liefern.
Effizienzgewinne im Rechenzentrum
Die technischen Daten sprechen für sich: Die Nathu-La-Server senken den Stromverbrauch um 12 bis 18 Prozent. Gleichzeitig erwartet Zoho eine Reduzierung der Gesamtbetriebskosten (TCO) um 20 bis 30 Prozent. Ein entscheidender Vorteil, wenn das Unternehmen seine globalen Rechenzentren weiter ausbaut.
Die modularen Komponenten wurden komplett in Eigenregie entwickelt. Die Fertigung übernehmen indische Elektronikdienstleister.
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Ausbau und technologische Souveränität
Bereits heute laufen knapp 1.000 Server in den indischen Rechenzentren von Zoho – sowohl im Produktiv- als auch im Testbetrieb. Bis Jahresende soll die Zahl auf 2.000 Einheiten steigen.
Das Projekt ist auch ein Bekenntnis zur technologischen Eigenständigkeit. Sämtliche Patente und Rechte liegen in Indien. Damit reiht sich Zoho in die nationale Strategie „Make in India" und „Atmanirbhar Bharat" (Selbstständiges Indien) ein.
Ein sozialer Aspekt kommt hinzu: Über das hauseigene SETU-Programm bildete das Nagpur-Team mehr als 300 Studenten aus. Einige von ihnen arbeiten inzwischen fest am Hardware-Projekt mit.
