Zinkmangel, Wachstum

Zinkmangel bei Kindern: Wachstum kann um bis zu sechs Zentimeter zurückbleiben

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 04:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Zinkdefizit kann bei Kindern Wachstum, Essverhalten, Haut und Abwehrkräfte beeinträchtigen; zu viel Zink birgt ebenfalls gesundheitliche Risiken.
Eine kleine Keramikschale mit Kürbiskernen und Linsen auf einem rustikalen Holztisch bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Ein Mangel an dem essenziellen Spurenelement Zink kann die frühkindliche Entwicklung und die Gesundheit nachhaltig beeinträchtigen. Berichten vom Oktober 2026 zufolge zählen vor allem Appetitlosigkeit, deutliche Verzögerungen des Wachstums sowie Auffälligkeiten im Verhalten zu den zentralen Symptomen eines Zinkdefizits bei Kindern.

Da der Mikronährstoff eine grundlegende Funktion bei zahlreichen Stoffwechselprozessen, der Zellteilung und dem Immunsystem einnimmt, treten bei einer Unterversorgung vielfältige Beschwerden auf.

Appetitverlust, Pica-Syndrom und Entwicklungsverzögerungen

Zink wird im Organismus unter anderem für die Funktionsfähigkeit der Geschmacksknospen benötigt. Fehlt das Spurenelement, kann dies bei Kindern zu Appetitlosigkeit und anhaltender Essensverweigerung führen.

In bestimmten Fällen greifen betroffene Kinder auch zu ungenießbaren Substanzen – ein Phänomen, das als Pica bezeichnet wird. Berichtet wird hierbei über den Verzehr von Gegenständen wie Nägeln, Kleidung, Spielzeug, Haaren, Papier, Wandfarbe oder Erde.

Zudem schlägt sich eine unzureichende Versorgung unmittelbar im Wachstum nieder. Betroffene Kinder können drei bis sechs Zentimeter kleiner und zwei bis drei Kilogramm leichter sein als Gleichaltrige.

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Bei Säuglingen tritt die Verzögerung im Vergleich zu den üblichen Zuwächsen von plus zwei bis drei Zentimetern pro Monat beziehungsweise plus vier bis fünf Zentimetern pro Monat in den ersten sechs Lebensmonaten zutage.

In schweren Fällen kann sich ein abnormes Knochenwachstum bis hin zu Minderwuchs entwickeln. Auch Verhaltensänderungen werden beschrieben, darunter Hyperaktivität, verlangsamte Reaktionen und Konzentrationsschwächen.

Äußere Symptome und Infektionsanfälligkeit

Neben Störungen des Wachstums und Verhaltens zeigen sich Zinkmangelsymptome häufig an Haut, Haaren und Nägeln. Dazu gehören verzögertes Haarwachstum, weiße Flecken auf den Fingernägeln, Risse an der Nagelhaut sowie eine sogenannte Landkartenzunge.

Häufige Hautausschläge, Infektionen der Haut, Dermatitis, Ekzeme, Akne und eine verlangsamte Wundheilung gelten als weitere Merkmale. Jugendliche können zudem unter einer verzögerten Pubertät leiden, ferner werden Sehstörungen beobachtet.

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Ein geschwächtes Immunsystem führt darüber hinaus zu einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionskrankheiten wie Mandelentzündungen, Bronchitis und Lungenentzündungen.

Auch bei Schwangeren werden mögliche Folgen eines Mangels beschrieben: Diese reichen von verstärkter Übelkeit, Appetitlosigkeit, Geschmacks- und Geruchsstörungen über chronische Müdigkeit, Gedächtnisverlust und Haarausfall bis hin zu schwachen Wehen, verlängerten Geburten sowie einem erhöhten Risiko für Fehl- oder Frühgeburten.

Ursachen, Bedarf und Risiken einer Überdosierung

Als Auslöser für Zinkmangel bei Kindern gelten der hohe physiologische Bedarf während der Wachstumsphasen, unausgewogene Kostformen und stark verarbeitete Lebensmittel. Eine rein pflanzliche Ernährung kann die Aufnahme hemmen, da enthaltene Phytate die Resorption reduzieren.

Auch Kuhmilch weist im Vergleich zu Muttermilch eine schlechtere Bioverfügbarkeit auf. Zudem begünstigen Malabsorptionsstörungen, etwa durch Durchfall oder Dünndarmresektionen, ein Defizit. Natürliche Lieferanten von Zink sind beispielsweise Austern, Tintenfisch, Meeresfrüchte, Rind- und Hühnerfleisch, mageres Fleisch, Leber, Eier sowie Nüsse, Obst und Gemüse.

Angaben der American Academy of Pediatrics zufolge beträgt der Zinkbedarf bei Säuglingen unter sechs Monaten etwa 2 mg/Tag. Für Kleinkinder im Alter von sieben Monaten bis drei Jahren liegt er bei rund 3 mg/Tag, während bei Kindern von vier bis acht Jahren eine Zufuhr von 5 mg/Tag genannt wird.

Im Bereich der pharmazeutischen Inhaltsstoffe vermarktet der Anbieter NINGBO INNO PHARMCHEM CO.,LTD. Zinkgluconat sowie Zinkcitrat-Trihydrat (CAS 546-46-3, Reinheit ?99,0%) für Präparate, die bei Pica und Anorexie zum Auffüllen der Zinkdepots dienen sollen.

Bei einer eigenmächtigen Supplementierung ist jedoch Vorsicht geboten: Eine exzessive Zinkaufnahme kann zu Durchfall, Übelkeit und Erbrechen führen. Hohe Dosen über mehrere Wochen bergen das Risiko eines sekundären Kupfermangels mit Anämie und neurologischen Veränderungen, eines Abfalls des HDL-Cholesterinspiegels sowie von Resorptionsstörungen bei Eisen und Kalzium.

Dosen von mehr als 100 mg/Tag können das Immunsystem paradoxerweise schwächen. Für die Anwendung bei akuten Erkältungen ermittelte ein Cochrane-Review zu 34 Studien mit 8.526 Teilnehmenden zudem eine unzureichende Evidenz für allgemeine Empfehlungen und verwies auf unbeständige Effekte sowie Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt.

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