Ziegenmilch-Studie, Neurodermitis

Ziegenmilch-Studie: 64% weniger Neurodermitis bei Risikokindern

21.06.2026 - 12:31:25 | boerse-global.de

Große Studie belegt: Ziegenmilch-Präparate senken Neurodermitis-Risiko bei Säuglingen um ein Drittel, bei Risikokindern sogar um 64 Prozent.

Ziegenmilch-Babynahrung: Studie zeigt 34% weniger Neurodermitis-Risiko
Ziegenmilch-Studie - Eine Babyhand hält den Finger eines Erwachsenen, im Hintergrund verschwommen eine Laborumgebung. Symbolisiert Säuglingsnahrung und Forschung. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine große internationale Studie zeigt: Ziegenmilch-basierte Säuglingsnahrung könnte das Risiko für Neurodermitis um ein Drittel senken. Besonders profitieren Kinder mit familiärer Vorbelastung.

Studie mit über 2.100 Säuglingen

Die GIraFFE-Studie untersuchte die Wirkung von Ziegenvollmilch-Präparaten im Vergleich zu herkömmlicher Kuhmilch-Nahrung. Mehr als 2.100 Säuglinge in elf Zentren in Deutschland, Polen und Spanien nahmen teil.

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Die unter der Koordination von Prof. Berthold Koletzko vom LMU Klinikum München durchgeführte Doppelblindstudie liefert beeindruckende Zahlen: Das allgemeine Neurodermitis-Risiko sank um 34 Prozent.

Dramatischer Effekt bei Risikokindern

Noch deutlicher fielen die Ergebnisse bei Kindern mit familiärer Vorbelastung aus. In dieser Gruppe reduzierte sich das Risiko um 64 Prozent.

Die konkreten Zahlen: Von 100 Kindern, die Kuhmilch-Präparate erhielten, entwickelten 48 ein Ekzem. In der Ziegenmilch-Gruppe waren es nur 18 von 100 Kindern.

Warum genau Ziegenmilch diesen Schutz bietet? Das ist noch unklar. Die Forscher planen, die Kinder bis zum fünften Lebensjahr weiter zu beobachten.

Experten mahnen zur Vorsicht

Trotz der vielversprechenden Ergebnisse: Eine allgemeine Empfehlung gibt es noch nicht. Die Allergologin Kirsten Beyer von der Berliner Charité betont, dass die Daten insbesondere bei den familiär vorbelasteten Kindern auf einer vergleichsweise kleinen Untergruppe basieren.

Eine pauschale Umstellung der Säuglingsnahrung lässt sich daraus derzeit nicht ableiten.

Die wirtschaftliche Dimension der Erkrankung ist enorm: Weltweit sind rund 15 Prozent aller Kinder von Neurodermitis betroffen. Die jährlichen Kosten in Europa werden auf etwa 30 Milliarden Euro geschätzt.

Sicherheitsprobleme in der Branche

Parallel zur Forschung bleibt die Sicherheit von Säuglingsnahrung ein heißes Thema. Erst im Juni 2026 rief der Hersteller HiPP Produkte in Österreich, der Slowakei und Tschechien zurück. Grund: Eine Kontamination mit dem Nagetiergift Bromadiolon. Die Behörden vermuten eine gezielte Manipulation.

Ein weiterer Fall: Zwischen Juli 2025 und Juni 2026 zog sich ein Rückruf der US-Marke Nara Organics hin. Der Hersteller Mittelelbe GmbH musste wegen eines Botulismus-Ausbruchs reagieren.

Zusätzlich sorgte die Konferenz ENDO 2026 für Aufsehen: In mehr als 50 Prozent der untersuchten Proben von Muttermilch und neonatalem Urin fand sich Bisphenol A (BPA).

Neue Erkenntnisse zu Allergenen

Auch andere Nahrungsbestandteile rücken in den Fokus der Wissenschaft. Eine im Juni 2026 in „Scientific Reports" veröffentlichte Studie des Forschungszentrums Borstel untersuchte Lipidtransferproteine (LTP) aus der gelben Lupine.

Die Erkenntnis: Bestimmte Fettmoleküle können die Immunreaktion verstärken. Das könnte erklären, warum allergische Reaktionen bei den rund drei Millionen Betroffenen in Deutschland unterschiedlich stark ausfallen.

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Warnung vor Leinsamen für Kleinkinder

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) veröffentlichte zudem aktualisierte Hinweise zur Sicherheit von Lebensmitteln. Besonders warnt die Behörde vor rohen, geschroteten Leinsamen für Kleinkinder.

Der Grund: Die enthaltenen Blausäure-Vorstufen können gefährlich werden. Bei einem Kind mit 15 Kilogramm Körpergewicht wird die akute Referenzdosis bereits ab sechs Gramm überschritten. Erst durch Erhitzen – etwa beim Backen oder Kochen – reduziert sich der Blausäure-Gehalt signifikant.

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