Ziegenmilch-Nahrung: Neurodermitis-Risiko um 34% gesenkt
09.06.2026 - 10:32:21 | boerse-global.de
Eine große Münchner Studie zeigt: Säuglingsnahrung aus Ziegenmilch kann das Risiko für Neurodermitis um ein Drittel senken. Bei Kindern mit familiärer Vorbelastung ist der Effekt sogar noch stärker.
Die GIraFFE-Studie im Detail
Rund 2.100 Säuglinge nahmen an der Untersuchung des LMU Klinikums München teil. Die Forscher verglichen Ziegenvollmilch-Säuglingsnahrung mit herkömmlichen Produkten auf Kuhmilchbasis. Die Ergebnisse veröffentlichte das Fachblatt Clinical Nutrition.
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Das Ergebnis: Ziegenmilch-Nahrung senkte das Risiko für eine ärztlich diagnostizierte Neurodermitis um etwa 34 Prozent. Bei Kindern mit familiärer Vorbelastung für Allergien lag die Risikoreduktion sogar bei 64 Prozent. Die Wissenschaftler begleiten die Kinder bis zum fünften Lebensjahr weiter.
Warum Kuhmilch als Getränk problematisch ist
Die Nieren von Säuglingen können in den ersten sechs Monaten Stickstoff noch nicht effizient ausscheiden. Wird Kuhmilch dauerhaft als Hauptgetränk eingesetzt, droht eine zu hohe Proteinzufuhr. In normalen Beikostmengen ist Kuhmilch dagegen unbedenklich.
Hebammen weisen zudem auf die geringe Magengröße von Neugeborenen hin. Die Kapazität beträgt in den ersten Tagen nur wenige Milliliter. Deshalb brauchen Babys häufige Mahlzeiten. Ein Gewichtsverlust von bis zu zehn Prozent direkt nach der Geburt gilt als normal.
Typische Fehler bei der Babyernährung
Mediziner warnen vor einer paradoxen Kombination: Unterernährung und Fettleibigkeit zugleich. Hauptrisiken sind übermäßiger Milchkonsum auf Kosten fester Nahrung und Fruchtsäfte statt ganzer Früchte.
Auch der falsche Zeitpunkt für Beikost oder zu viele hochverarbeitete Lebensmittel sind kritisch. Zeigt ein Kind morgens keinen Appetit, empfehlen Experten eine reichhaltige Zwischenmahlzeit für die Konzentration bis zum Mittagessen.
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Hilfe für Eltern vor Ort
Die Österreichische Gesundheitskasse bietet regelmäßig Kurse zu Babyernährung, Ernährung in der Schwangerschaft und Diabetesprävention an. Die Online-Reihe „Ein Kind kommt…“ ergänzt das Angebot.
Auf kommunaler Ebene wächst die Unterstützung: Mödling finanziert zusätzliche Dienstleistungen für Familien. In Ennigerloh ermöglicht das „Café Kinderwagen“ den Austausch mit Hebammen und Kinderkrankenschwestern. Bereits im Mai 2026 testeten Projekte in Deutschlandsberg Workshop-Konzepte zur Ernährungspyramide für verschiedene Altersgruppen. Ziel ist es, Fachwissen in den Familienalltag zu bringen und die Gesundheitskompetenz früh zu stärken.
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