Ziegenmilch, Neurodermitis

Ziegenmilch: Ein Drittel weniger Neurodermitis bei Säuglingen

19.06.2026 - 14:03:22 | boerse-global.de

Die GIraFFE-Studie belegt: Ziegenmilch-Präparate reduzieren das Ekzem-Risiko bei Säuglingen deutlich, besonders bei familiärer Vorbelastung.

Ziegenmilch senkt Neurodermitis-Risiko: Neue Studienergebnisse
Ziegenmilch - Babyhand berührt eine Flasche Ziegenmilch-Säuglingsnahrung, im Hintergrund unscharfe Forschungsdokumente. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das ist das Ergebnis der internationalen GIraFFE-Studie, an der über 2.100 Säuglinge aus Spanien und Polen teilnahmen.

Die doppelblinde, randomisierte Untersuchung verglich Ziegenvollmilch-Präparate mit Standard-Kuhmilchnahrung. Besonders deutlich fiel der Effekt bei Kindern mit familiärer Vorbelastung aus: In dieser Hochrisikogruppe sank das Risiko für eine ärztlich diagnostizierte atopische Dermatitis um 64 Prozent.

Konkret entwickelten 48 von 100 Kindern in der Kuhmilchgruppe ein Ekzem, in der Ziegengruppe waren es nur 18 von 100. Trotz dieser Zahlen warnt Kirsten Beyer von der Berliner Charité vor einer generellen Empfehlung für Ziegenmilch. Die Studie, begleitet von Prof. Berthold Koletzko (LMU Klinikum München), beobachtet die Kinder bis zum fünften Lebensjahr weiter.

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Was Babys essen, prägt den IQ

Die Ernährung in den ersten Lebensjahren beeinflusst mehr als nur die Haut. Eine Analyse von 73 Studien in der Fachzeitschrift Advances in Nutrition zeigt: Die Lebensmittelwahl in den ersten zwei bis drei Jahren hängt mit der späteren Intelligenz zusammen.

Obst, Gemüse, Milchprodukte und Vollkornprodukte wurden mit einer höheren verbalen Intelligenz assoziiert. Hochverarbeitete und zuckerreiche Lebensmittel dagegen mit niedrigeren IQ-Werten.

Eine niederländische Langzeitstudie mit 1.900 Kindern untermauert das: Ungünstige Ernährung im Säuglingsalter führte zu weniger weißer Hirnsubstanz mit zehn Jahren und schwächeren kognitiven Leistungen mit 13 Jahren.

Zuckerverzicht in den ersten 1.000 Tagen schützt das Herz

Eine internationale Studie mit über 63.000 Teilnehmern zeigt: Wer in den ersten 1.000 Lebenstagen wenig Zucker zu sich nimmt, senkt später das Risiko für Herzinsuffizienz, Schlaganfälle und kardiovaskuläre Sterblichkeit. Der Schutzeffekt läuft maßgeblich über die Vermeidung von Diabetes und Bluthochdruck.

Neue Empfehlungen: Eier und Erdnussbutter ab sechs Monaten

Eine australische Studie des University of Queensland Child Health Research Centre rät zur frühen Einführung potenzieller Allergene. Eier und Erdnussbutter sollten bereits ab sechs Monaten auf dem Speiseplan stehen.

Laut Dr. Laura Romano (Cook Children's Hospital) reduziert das die Wahrscheinlichkeit einer Eiallergie signifikant – von 37 auf 20 Prozent. Auf dem EAACI-Jahreskongress 2026 in Istanbul diskutierten über 7.000 Experten das Ziel einer Zukunft ohne Allergien und Asthma.

Rückrufe und Sicherheitswarnungen erschüttern den Markt

Trotz der Forschungserfolge bleiben Sicherheitsfragen kritisch. Im Juni 2026 wurde Babynahrung der Marke HiPP in Österreich, der Slowakei und Tschechien zurückgerufen. Grund: eine Kontamination mit Rattengift (Bromadiolon). Die Behörden vermuten eine gezielte Manipulation nach Verlassen des Werks.

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Zudem gerieten die Milchwerke Mittelelbe GmbH in die Schlagzeilen. Das deutsche Unternehmen produzierte für die US-Marke Nara Organics, deren Säuglingsnahrung mit einem Botulismus-Ausbruch in Verbindung steht. Drei Säuglinge erkrankten im Frühjahr 2026 in Kalifornien, Pennsylvania und Washington. Ein umfassender Rückruf für Produkte aus dem Verkaufszeitraum Juli 2025 bis Juni 2026 wurde eingeleitet.

Schadstoffe in der Muttermilch

Forscher der Universität Parma wiesen auf dem ENDO-Kongress 2026 in Chicago auf ein weiteres Problem hin: In mehr als der Hälfte der untersuchten Proben von Muttermilch und neonatalem Urin fanden sie Bisphenol A (BPA). Der endokrine Disruptor wird mit Störungen der neurologischen Entwicklung und der Pubertät assoziiert.

de | wissenschaft | 69582343 |