Zhejiang-Studie, Mäuse

Zhejiang-Studie: 32 Mäuse zeigen Gedächtniseinbußen bei extremem Salzkonsum

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 13:38 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Versuch mit Mäusen verbindet salzarme und salzreiche Kost mit Gedächtniseinbußen; ein entsprechender Effekt beim Menschen ist nicht belegt.
Nahaufnahme von grobkörnigen Salzkristallen auf einer dunklen, texturierten Oberfläche. Illustration mit AI erstellt.

Sowohl ein deutlicher Überschuss als auch ein starker Mangel an Salz in der Nahrung können die Gehirnfunktion beeinträchtigen. Eine Untersuchung der Zhejiang University, die im Fachjournal Food Research International veröffentlicht wurde, analysiert die Mechanismen hinter diesem Phänomen.

Im Mittelpunkt der Untersuchung stand die Frage, wie sich extreme Salzkonzentrationen über die Darmflora auf kognitive Leistungen auswirken. Die Ergebnisse verdeutlichen komplexe Wechselwirkungen zwischen Ernährung, Mikrobiom und neuronalen Signalwegen.

Gleiche Einbußen bei Kurzzeit- und Wiedererkennungsgedächtnis

Für das Experiment untersuchten die Wissenschaftler der Zhejiang University insgesamt 32 männliche Mäuse, deren Darm zuvor mit menschlicher Darmflora besiedelt worden war.

Die Tiere erhielten über einen Zeitraum von 14 Wochen Futter mit unterschiedlichem Salzgehalt: eine Gruppe bekam salzarme Nahrung mit 0,1 Prozent Salz, eine Kontrollgruppe normales Futter mit 0,5 Prozent Salz und eine dritte Gruppe salzreiche Kost mit 8 Prozent Salz.

Die Forscher weisen darauf hin, dass diese Prozentwerte spezifisch für das Futter der Nagetiere gelten und nicht direkt auf die Ernährung des Menschen übertragen werden können.

Bei den anschließenden Verhaltenstests zeigte sich, dass sowohl die salzarme als auch die salzreiche Ernährung das Kurzzeit- und das Wiedererkennungsgedächtnis der Tiere verschlechterte. Beide Extreme führten zu vergleichbar starken kognitiven Einbußen gegenüber der Kontrollgruppe.

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Auch auf molekularer Ebene stellten die Forscher bei beiden Extremgruppen identische Defizite fest: Im Hippocampus, einer zentralen Schaltstelle für Lern- und Erinnerungsprozesse, sank die Konzentration der Proteine SYN1, PSD95, BDNF und CREB. Zudem wiesen die Mäuse beider Versuchsgruppen geringere Mengen der kurzkettigen Fettsäuren Propionat und Butyrat auf.

Unterschiedliche Mechanismen im Darm und im Blut

Trotz der ähnlichen Auswirkungen auf das Gedächtnis unterschieden sich die biologischen Reaktionen im Verdauungstrakt und im Immunsystem erheblich voneinander. Bei einer salzarmen Ernährung registrierten die Forscher neben dem Rückgang von Propionat und Butyrat zusätzlich verringerte Werte von Acetat und Isobutyrat. Zu einer systemischen Entzündung im Organismus der Mäuse kam es durch den Salzmangel jedoch nicht.

Anders verlief die Entwicklung bei der salzreichen Kost: Diese führte zu einer messbaren Verschiebung der mikrobiellen Zusammensetzung im Darm. Die Ernährung ging mit einer Zunahme entzündungsfördernder Darmbakterien einher. In der Folge traten vermehrt Entzündungsbotenstoffe im Blut der Tiere auf, was auf eine Immunreaktion durch den hohen Salzkonsum hinweist.

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Gültigkeit für die menschliche Ernährung

Obwohl die Befunde Einblicke in die Wechselwirkungen entlang der Darm-Hirn-Achse liefern, ist ein entsprechender Effekt für den Menschen bislang nicht nachgewiesen. Entsprechende Rückschlüsse lassen sich aus dem Tiermodell nicht unmittelbar ableiten.

Für den Alltag von Erwachsenen bleiben daher die etablierten Richtlinien maßgeblich. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt weiterhin einen Salzkonsum von unter 5 g pro Tag für Erwachsene, was in etwa der Menge eines gestrichenen Teelöffels entspricht.

Diese Richtlinie zielt vor allem darauf ab, kardiovaskulären Risiken vorzubeugen, während die Zusammenhänge zwischen Salzhaushalt und Gehirnleistung Gegenstand weiterer wissenschaftlicher Abklärungen bleiben.

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