Zeroth Bridge: Chinas KI-nativer Roboter startet globale Buchungen
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 03:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das chinesische Unternehmen Zeroth mit Sitz in Suzhou hat laut Berichten vom 2. September 2026 den kompakten humanoiden Roboter „Bridge“ sowie das dazugehörige Open-Source-Ökosystem „OpenBridge“ vorgestellt. Das System ist speziell für die Entwicklung im Bereich der physischen Künstlichen Intelligenz (Physical AI) konzipiert und wird als weltweit erster KI-nativer, verkörperter Roboter vermarktet.
Technische Spezifikationen und Funktionalitäten des Bridge-Modells
Der Roboter Bridge weist eine Höhe von 88 cm und ein Gewicht von 13 kg auf, wobei die Armlänge zwischen 30 und 40 cm liegt. Die Hardware unterstützt bipedales Gehen sowie die automatisierte Vermeidung von Hindernissen. Für Entwickler stellt Zeroth Software Development Kits (SDKs) bereit. Die Steuerung des Roboters kann zudem über Motion-Capture-Systeme oder VR-Schnittstellen erfolgen.
Parallel zur Hardware-Einführung startete das Unternehmen das „Bridge Builder Programm“. Hierfür wurden 500 Entwickler in eine engere Auswahl aufgenommen. Den Berichten zufolge erhalten die 200 am besten bewerteten Teilnehmer kostenlosen Zugang zur Plattform. Seit dem 2. September 2026 ist der Roboter für globale Buchungen freigeschaltet.
Fortschritte bei Foundation-Modellen und räumlicher Intelligenz
Die Einführung von Bridge erfolgt in einem Marktumfeld, das zunehmend durch sogenannte Foundation-Modelle für die Robotik geprägt ist. So präsentierte Skild AI, ein 2023 gegründetes Unternehmen mit einer Finanzierung von rund 1,7 Milliarden US-Dollar, Anfang September das Modell S1. Dieses ermöglicht es Robotern, neue Aufgaben durch In-Context-Learning aus einer einzigen menschlichen Videodemonstration zu erlernen.
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S1 wurde unter anderem mit Daten aus Teleoperationen, Simulationen und menschlichen Bewegungsstudien trainiert, um eine universell einsetzbare Robotik ohne erneutes Training zu realisieren.
Zeitgleich stellte das Startup World Labs unter der Leitung von Fei-Fei Li das Modell „Atlas“ vor. Das Unternehmen, das 1,2 Milliarden US-Dollar von Investoren wie Nvidia, AMD und Autodesk einsammeln konnte, fokussiert sich auf räumliche Intelligenz.
Atlas fungiert als omnimodales System, das 3D-Ausgaben wie Punktwolken generiert und Szenen aus wenigen Bildern rekonstruiert. In menschlichen Evaluationen wurde Atlas in 75 bis 94 % der Fälle gegenüber spezialisierten Modellen bevorzugt.
Zusätzlich öffnete Visko aus Sunnyvale den Zugang zu „Orbis“, einem Echtzeit-Weltmodell. Orbis generiert 4K-Videos mit 24 Bildern pro Sekunde und soll stundenlange Sitzungen ohne Drift ermöglichen, was für die Simulation komplexer Umgebungen relevant ist.
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Neue Ansätze für Bewegung und industriellen Einsatz
Neben den Software-Plattformen gewinnen neue Trainingsmethoden an Bedeutung. Forscher der Georgia Tech entwickelten das Framework „Learn to Teach“, bei dem Lehrer- und Schüler-Modelle simultan trainiert werden. In Tests navigierte ein Roboter mit diesem System über Sand, Kies und Steigungen und übertraf dabei die Standardsoftware der Hersteller.
Auch im industriellen Sektor nehmen die Aktivitäten zu. Die BMW Group entwickelt an Standorten wie Landshut, Leipzig und Spartanburg einen eigenen Software-Stack für KI-gestützte Robotik in der Komponentenproduktion. Dabei arbeitet der Automobilhersteller mit Partnern wie Athenyx Robotics und der Hochschule Landshut zusammen, um offene Plattformen für die Bewegungsplanung und Simulation zu nutzen.
Branchenentwicklung und internationale Wettbewerbe
Die Dynamik der Branche spiegelte sich bereits Ende August auf der World Robot Conference 2026 in Peking wider. Dort präsentierten 373 Unternehmen über 3000 Produkte. Zu den Höhepunkten zählten der Roboter Galaxea G1, der Aufgaben in der Küche übernahm, sowie der Tiangong Omni, der eine 400-Meter-Strecke in 45,66 Sekunden absolvierte.
Begleitend lieferte das Unternehmen CHINGMU hochpräzise Motion-Capture-Technologie für die World Humanoid Robot Games und veröffentlichte die ersten 1000 Stunden menschlicher Bewegungsdaten als Open-Source-Datensatz.
Mit weiteren Markteintritten, wie dem des vietnamesischen Roboters „Dyno“ von VinDynamics, der für Sicherheits- und Haushaltsaufgaben vorgesehen ist, zeigt sich eine deutliche Verschiebung von reinen Technologiedemonstrationen hin zu funktionalen, kommerziell verfügbaren Systemen.
