Zahnprophylaxe, Pflegebedürftigen

Zahnprophylaxe bei Pflegebedürftigen: 2,4% ambulant Gepflegte erhalten Leistungen

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 22:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Barmer-Auswertung zeigt große Lücken bei der Zahnvorsorge Pflegebedürftiger: Zu Hause erreicht sie nur 2,4 Prozent, in Heimen knapp 30 Prozent.

Baden-Württemberg: Pflegebedürftige erhalten selten Zahnprophylaxe
Ein heller, leerer Raum in einer Pflegeeinrichtung mit Blick in einen ruhigen Garten bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Zahnärztliche Prophylaxe gehört für die meisten Menschen zur regelmäßigen Gesundheitsvorsorge – für pflegebedürftige Menschen ist sie jedoch häufig kaum zugänglich. Eine Auswertung der Krankenkasse Barmer für Baden-Württemberg zeigt erhebliche Versorgungslücken bei der zahnmedizinischen Betreuung von Pflegebedürftigen, wie der SWR berichtete.

Kaum Prophylaxe bei ambulant Gepflegten

Laut der Barmer-Auswertung für das Jahr 2024 erhielten lediglich 2,4 Prozent der ambulant gepflegten Menschen in Baden-Württemberg zahnärztliche Präventionsleistungen. Bei stationär Pflegebedürftigen fällt der Wert zwar höher aus, bleibt aber ebenfalls niedrig: Knapp 30 Prozent der Betroffenen in Pflegeheimen nahmen entsprechende Leistungen in Anspruch.

Die Zahlen verdeutlichen, dass gerade die häusliche Pflege ein besonders großes Versorgungsdefizit aufweist – ein Bereich, der laut Statistischem Landesamt den überwiegenden Teil der Pflegebedürftigen betrifft.

Nur die Hälfte der Pflegeheime kooperiert mit Zahnärzten

Ein wesentlicher struktureller Grund für die geringe Versorgungsquote liegt offenbar in fehlenden institutionellen Kooperationen. Der Barmer-Auswertung zufolge arbeitet nur die Hälfte der 2.059 stationären Pflegeheime in Baden-Württemberg mit Zahnärzten zusammen.

Ohne feste Kooperationsverträge zwischen Pflegeeinrichtungen und zahnärztlichen Praxen bleibt die regelmäßige Betreuung der Bewohner offenbar häufig dem Zufall oder der Eigeninitiative von Angehörigen überlassen.

Für viele Pflegebedürftige, die selbst nicht mehr mobil sind oder Termine nicht eigenständig organisieren können, erschwert das fehlende Vor-Ort-Angebot den Zugang zu zahnmedizinischer Versorgung erheblich.

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Für pflegebedürftige Menschen ist Zahnvorsorge oft kaum erreichbar: Nur 2,4 Prozent der ambulant Gepflegten in Baden-Württemberg erhielten 2024 zahnärztliche Präventionsleistungen. Unser kostenloser Leitfaden zeigt in drei Schritten, wie Sie Mundhygiene, Zahnarzttermine und die Kooperation mit Pflegeheimen konkret organisieren. Kostenlosen Pflege-Leitfaden anfordern

Die meisten Pflegebedürftigen leben zu Hause

Die Dimension des Problems wird durch Zahlen des Statistischen Landesamts deutlich: 2023 waren in Baden-Württemberg 625.000 Menschen pflegebedürftig. Davon wurden 85 Prozent zu Hause versorgt, also außerhalb stationärer Einrichtungen.

Gerade für diese große Gruppe scheint der Zugang zu zahnärztlicher Prophylaxe besonders schwierig zu sein, wie die niedrige Quote von 2,4 Prozent unter ambulant Gepflegten nahelegt. Anders als in Pflegeheimen, wo zumindest teilweise organisierte Kooperationen mit Zahnärzten bestehen, fehlt bei der häuslichen Pflege häufig eine strukturierte Anbindung an zahnmedizinische Versorgungsangebote.

Folgen für die Gesundheit Pflegebedürftiger

Fehlende Mundhygiene und ausbleibende Prophylaxe können bei pflegebedürftigen Menschen zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen, etwa zu Zahnerkrankungen, Schmerzen oder Beeinträchtigungen der Nahrungsaufnahme.

Da viele Pflegebedürftige aufgrund körperlicher oder kognitiver Einschränkungen nicht in der Lage sind, ihre Mundhygiene selbstständig zu gewährleisten, kommt der professionellen zahnärztlichen Begleitung eine besondere Bedeutung zu.

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Nur die Hälfte der 2.059 stationären Pflegeheime in Baden-Württemberg arbeitet mit Zahnärzten zusammen — fehlt diese Kooperation, bleibt die Betreuung der Bewohner oft der Eigeninitiative überlassen. Dieser Leitfaden zeigt Pflegediensten und Einrichtungen, wie sie verbindliche Zahnarzt-Kooperationen aufbauen und Termine strukturiert planen. Leitfaden Kooperation Pflegeheim-Zahnarzt sichern

Die Zahlen aus Baden-Württemberg legen nahe, dass diese Begleitung in der Praxis für einen Großteil der Betroffenen bislang nicht stattfindet – weder im häuslichen Umfeld noch flächendeckend in stationären Einrichtungen.

Die Barmer-Auswertung liefert damit einen konkreten Beleg für eine Versorgungslücke, die strukturelle Ursachen hat: fehlende Kooperationen zwischen Pflegeeinrichtungen und Zahnarztpraxen sowie mangelnde Anbindung ambulant gepflegter Menschen an zahnmedizinische Angebote. Wie sich diese Lücke in Zukunft schließen lässt, bleibt eine offene Frage für Pflegeeinrichtungen, Kassen und das Gesundheitssystem in Baden-Württemberg.

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